Freitag, 22. Juli 2016, 20:01 Uhr

Hickhack um "Derrick": Was denn nun?

Oberinspektor „Derrick“, 1998 vom ZDF nach mehr als 280 Episoden in Rente geschickt, soll künftig mit seinen Kriminalfällen im Senderarchiv bleiben.

Angeblich ein ZDF-Sprecher bestätigte am Freitag laut dpa „auf Anfrage“ einen entsprechenden Bericht der ‚Bild‘-Zeitung, dass es keine Wiederholungen geben soll. Das ZDF widersprach den Medienberichten jedoch am frühen Abend, denen zufolge die Krimiserie „Derrick“ für immer vom Bildschirm „verbannt“ werde. In einer kurzen Mitteilung heißt es: „Tatsache ist, dass zur Zeit keine Wiederholungen geplant sind. Zuletzt strahlte das ZDF Wiederholungen der Serie 2011 aus.“

Hauptdarsteller Horst Tappert, der 2008 im Alter von 85 Jahren starb, hatte vor rund drei Jahren noch einmal wegen seiner SS-Vergangenheit als junger Mann für Gesprächsstoff gesorgt. Damals sagte ein ZDF-Sprecher: „Das ZDF ist von der Nachricht, dass Horst Tappert Mitglied der Waffen-SS war, überrascht und befremdet. Wiederholungen von ‚Derrick‘-Folgen sind nicht geplant.“

Der ‚Bild‘-Zeitung sagte Tapperts langjähriger Krimipartner Fritz Wepper: „Ein Stück TV-Kult, das Millionen mögen, zu verdammen, weil die Geschichte eines Darstellers Fragen aufwirft, halte ich für übertrieben und eine Bevormundung der Zuschauer.“ Der damals für die Serie verantwortliche ZDF-Redakteur Claus Legal sagte der Zeitung: „Er hat in seinem Leben danach längst bewiesen, dass er fest auf dem Boden des Grundgesetzes steht.“

Im Ausland fand die Serie großen Anklang: Sie lief in mehr als 100 Ländern und gehört heute noch zum Portefeuille der ZDF-Handelsfirma Enterprises. Im ZDF gab es zuletzt 2011 eine ‚Derrick‘-Folge. Im Abo-Sender ‚Sky Krimi‘ werden immer wieder Episoden wiederholt. (dpa/KT)

Foto: dpa/Istvan Bajzat