Samstag, 23. Juli 2016, 15:50 Uhr

"Star Trek Beyond": Mr. Spock schreibt Kinogeschichte!

Am Donnerstag startete mit „Star Trek Beyond“ das neueste Abenteuer der Crew um Captain Kirk in die unendlichen Weiten des Alls, in dem doch schon jemand vor der Enterprise gewesen ist.

"Star Trek Beyond": Mr. Spock schreibt Kinogeschichte!

Captain Kirk starrt ins All und denkt nach – fast besonnen sinniert er in seinen Logbucheinträgen über die ewig gleichen Arbeitstage in Bord und man könnte meinen, er hat sowas wie einen Stubenkoller. Während er so vor sich hin memoriert, nimmt sein Blick den Zuschauer mit durch das Raumschiff. Das Leben auf der Enterprise ist Routine geworden – der Alltag an Bord, das Geforsche, die Crew-Mitglieder – man kennt sich.

Alles ist wie immer, Spock (Zachary Quinto) checkt Zeugs und reportet, Uhuhra (Zoe Saldana) transmittet, „Pille“ McCoy regt sich über was auf, Chechov (der kürzlich viel zu früh verstorbene Anton Yelchin, 27, „Green Room“) ist hypernervös, aber zu allem fähig und John Cho als Mister Sulu zeigt uns sein Sphinxlächeln. Soweit – so vertraut.

"Star Trek Beyond": Mr. Spock schreibt Kinogeschichte!

Die „neue“ Besatzung der Enterprise ist eben auch älter geworden und das All kann auch langweilig und trostlos sein. Gottseidank geht’s dann auch los: die Enterprise mit ihrem Ethos, immer allen Schwachen zur Seite stehen zu wollen, fällt wie ein Kleinkind auf einen Trick herein und landet – nur noch in Teilen des Schiffs oder in Rettungskapseln weit verstreut – im größten Schlamassel auf einem Planeten. Die überlebende Crew ist erst einmal damit beschäftigt sich zu finden, um dann einen Plan zu erstellen, den Planeten wieder zu verlassen.

Und dieser Planet ist nicht unbewohnt: der Bösewicht in „Star Trek Beyond“ ist Krall (Idris Elba) und steckt hinter der ganzen Attacke. Er ist hinter einem Artefakt her, den Pille McCoy „Dingsbums“ nennt, ein letztes Puzzeleteil, das Krall fehlt, um eine eklige Waffe in Gang zu bekommen. Auf dem Planeten lebt aber auch die bestrickend schöne Amazone Jaylah (Sofia Boutella). Jaylah trifft auf den – nicht gerade durchtrainierten – Scotty (Simon Pegg, der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat) und nimmt ihn erst einmal ordentlich auf die Rolle.

Jaylah und Scottie zuzusehen, wie sich sich zusammeraufen macht genauso großen Spaß wie bei dem anderen Traumpaar in „Star Trek Beyond“ – und das sind Spock und Pille! Jaylah bringt Frauenpower und ordentlich Schwung in die Herrenriege und ist überhaupt in allem ein ganz großes Plus für „Star Trek“. Jaylah ist auf dem Planeten bruchgelandet und aus den Überresten des Schiffs hat sie sich ein zu Hause gebastelt, das gleichzeitig seit 30 Jahren ihr Gefängnis ist – denn sie kriegt es nicht aus der Gravitationssenke des Planeten. Als Scottie dann das erste Mal an Bord kommt, traut er seinen Augen nicht – er kennt das Schiff!

An anderer Stelle des Planeten entsteigen Spock und Pille aus einer Rettungskapsel. Die beiden sind mit Abstand die coolste und schrägste Paarung in „Star Trek Beyond“. Wie die zwei miteinander umgehen auf der Suche nach der restlichen Crew, ist zum Brüllen komisch! Zachary Quinto als Mr Spock schreibt Kinogeschichte: er wird lachen! Wer hätte das gedacht nach 50 Jahren Raumschiff Enterprise?

"Star Trek Beyond": Mr. Spock schreibt Kinogeschichte!

Noch ein Wort zum Soundtrack: der Klassiker wurde abgeschafft, stattdessen wummern Public Enemy und die Beastie Boys durchs All – und das ist auch nicht die blödeste Entscheidung!

Regie führte in „Star Trek Beyond“ Justin Lin und er tut der Enterprise richtig gut. Der Look des Film ist sensationell. Nicht nur, dass das gesamte Equipment an Technik immer glaubwürdiger daherkommt, es sieht auch noch stylisch aus! 3D ist für das Weltraumabenteuer Standard und deshalb ist es ein absolutes Muss „Star Trek Beyond“ im Kino zu sehen. (Katrin Wessel)

Fotos: Paramoun