Sonntag, 24. Juli 2016, 16:07 Uhr

Benjamin Boyce: "Ich möchte meinen eigenen Weg gehen"

Caught in the Act feierten ihr großes Comeback, jedoch zu Dritt. Benjamin Boyce hat sich bewusst entschieden bei der Reunion nicht dabei zu sein, plant nun solo durchzustarten. Eine Single ist bereits in der Mache und wartet nur darauf veröffentlicht zu werden. klatsch-tratsch.de traf Benjamin in Berlin, der über die 90er, Caught in the Act und …. Möbelbau plauderte.

Benjamin Boyce: "Ich möchte meinen eigenen Weg gehen"

Du hast sehr viele Live-Auftritte in diesem Jahr, weswegen bist du heute in Berlin?
Ich bin wegen des CSD’s in Berlin, kombiniere das aber mit einer tollen Aktion. Ich mache ein Meet & Greet mit 100 Fans und wir machen eine Bus-Sightseeing-Tour. Es sind noch sehr viele Fans von früher dabei, das sind meistens die etwas Jüngeren, die früher noch nicht zu Konzerten gehen durften.

Du trittst oft auf 90er Partys auf, wie findest du es, dass du immer noch die Songs von vor 20 Jahren singen musst?
Ich finde das eigentlich gut. Meine Vorgänger waren die 80er, die haben das schließlich auch gemacht. Ich finde es echt cool, dass ich das machen darf. Ich treffe auch viele Freunde von früher wieder. Ich singe die alten Caught in the Act Songs, mache aber auch ein paar Coversongs und ein paar Eigene.

Wie sieht es mit Musik aus?
Ich arbeite gerade an einer Single, die heißt „I’m Free“. Der Song ist ein bisschen House, Pop und sehr hochwertig. Es ist auf jeden Fall anders als die Caught-in-the-Act-Songs und die, die ich danach solo herausgebracht habe. Es gibt noch kein Releasedatum, aber wir denken Ende August oder Anfang September.

Benjamin Boyce: "Ich möchte meinen eigenen Weg gehen"

Momentan ist es super angesagt auf Deutsch zu singen, du sprichst außerdem auch fließend Deutsch.
Ich hatte tatsächlich darüber nachgedacht, etwas auf Deutsch herauszubringen. Aber vielleicht kommt das noch. Ich will natürlich auch erst einmal abwarten, wie die neue Single überhaupt ankommt.

Könntest du dir denn überhaupt vorstellen, wieder in einer Band zu singen?
Ich habe zwar viele Jahre auch mit einer Band gespielt und bin in vielen Clubs aufgetreten, aber wieder zurück in eine richtige Band, das stelle ich mir sehr schwierig vor.

Die restlichen drei Jungs von Caught in the Act feiern ihr Comeback, bereust du es im Nachhinein, nicht Teil davon zu sein?
Eigentlich wollten wir nur dieses Reunion-Konzert in Berlin machen. Wir wollten erst einmal schauen wie die Reaktionen sind und wie man danach weitermachen könnte. Und dann kam das ganz plötzlich, dass die anderen Jungs eine Tour geplant haben. Und ich wusste von absolut nichts. Ich habe für mich jetzt einfach entschieden, dass ich meinen eigenen Weg gehen möchte. Natürlich habe ich darüber nachgedacht, aber habe entschieden, dass ich einen Schritt nach vorne gehen möchte. Das was sie machen, ist genau dasselbe wie früher. Es kann nicht zwei Leadsänger geben und Leadsänger war immer der Basti. Ich möchte nicht einfach danebenstehen und nur tanzen. Das ist für mich vorbei, da bin ich raus.

Benjamin Boyce: "Ich möchte meinen eigenen Weg gehen"

Du hast das Geschäft in den 90er Jahren miterlebt. Wenn du es vergleichst zu heute, was hat sich verändert?
Das Musikbusiness hat sich sehr verändert, heutzutage verkaufst du kaum noch CDs. In unserer Zeit musstest du 250.000 CDs verkaufen um Gold zu bekommen, heute liegt das – glaube ich – bei 60.000. Keiner will heute mehr CDs kaufen. Bei meinen Fans ist das aber noch so, die wollen noch gerne Platten kaufen und das auch unterzeichnet haben.

Hast du schon eine Idee, was du machen könntest, wenn es mit der Musik einmal vorbei seien sollte.
Wenn ich nicht mehr Musik machen kann oder will, könnte ich mir vorstellen in den Möbelbau zu gehen. Ich baue schon seit vielen Jahren Möbel selbst und habe meinen eigenen Stil. Ich habe das nie gelernt, aber ich habe mir eines Tages einfach gedacht, ich möchte Möbel haben, die man nicht gekauft bekommt. Das wäre echt etwas, was ich mir vorstellen könnte später mal zu machen.

Und sonst so?
Ich habe mir schon sehr viele Träume erfüllt, deswegen sind meine Träume viel kleiner geworden. Ich bin dadurch aber auch sehr glücklich geworden. Natürlich, als Künstler träumst du davon große Shows zu spielen und dass die Menschen nur wegen dir kommen. Aber ich bin realistisch und ich denke das ist sehr schwierig, vor allem in Deutschland. Der Markt hat sich einfach sehr verändert. Wenn du von der Musik leben willst, was ich jetzt auch tue, dann musst du auch viele Angebote annehmen. Vor eineinhalb Jahren, als ich noch in Holland gelebt habe, habe ich mir etwas vorgenommen, ein Ziel, das ich erreichen will. Jetzt habe ich sogar noch viel mehr erreicht. Ich bin sehr zufrieden, wie es gerade läuft.

Fotos: AEDT/WENN.com, Hellen Pass