Sonntag, 24. Juli 2016, 19:20 Uhr

Frans: Schwedens Shootingstar mit dem Fahrrad durch Germany

Frans ist zwar erst 17, kann aber schon jetzt auf eine erfolgreichere Karriere zurückblicken, als viele andere in der Branche. In seiner Heimat Schweden wurde er mit einem Fußball-Song zum Kinderstar.

Frans: Schwedens Shootingstar mit dem Fahrrad durch Germany

Vor zwei Monaten dann sein persönliches Highlight: Die Teilnahme beim Eurovision Songcontest, bei dem er für Schweden den fünften Platz holen konnte. Auch nach dem ESC ist der sympathische Sänger noch in aller Munde. klatsch-tratsch.de-Autor Dennis hat sich mit Frans über den ESC, Pokémon und Justin Timberlake unterhalten.

Was verbindest du mit Deutschland?
Ich war schon mehrmals in Deutschland in den Alpen. Mein letztes Erlebnis hier war eine Fahrradtour zur Insel Rügen. Ich hasse Fahrradfahren, aber wir sind da wirklich mehr als 90 Kilometer in zwei Tagen gefahren und das Wetter war größtenteils nicht so toll … Aber an sich muss ich sagen, dass Deutschland echt schön ist.

Lass uns über deine Musik reden: Worum geht es in deiner neuen Single „Young like us“?
Es geht um eine Einstellung und um freie Gedanken. Es geht darum Chancen zu ergreifen, aber dennoch Dinge auf sich zukommen zu lassen. Das kann eigentlich auf jeden zutreffen. Es kamen schon Leute auf mich zu, die meinten: „Es ist ja schön und gut, dass du Musik für die jungen Leute machst, aber du schließt die Älteren mit diesem Titel aus“. Ich denke, wenn man einfach mal genau zuhört, dann weiß man, das dem nicht so ist.

Wann kommt eigentlich dein Album?
Wir stecken mitten in den Vorbereitungen. Im Januar hatten wir uns zusammengesetzt und uns überlegt, was wir machen wollen. Das war sogar noch vor meiner Teilnahme beim ESC. Plan war im Sommer eine Gig-Tour zu haben und dann einen Sommer-Song rauszubringen und danach dann etwas Schickes für den Herbst. Das hat sich jetzt aber verzögert und kommt erst im Februar. Bisher sind die Dinge echt gut geworden und wir schauen dann einfach, wie es sich weiterentwickelt. Das Album kommt also nächstes Jahr.

Frans: Schwedens Shootingstar mit dem Fahrrad durch Germany

Warum dauert das denn alles so lange?
Damit die Leute aufgeregt, sauer und voller Vorfreude sind (lacht). Nein, Spaß beiseite. Wir haben erstens diesen Sommer echt viel zu tun und sind viel mit meiner Band unterwegs. Da haben wir echt viel Arbeit reingesteckt. Dann ist die Sache ja auch noch die, dass ich den ganzen Herbst wieder Schule habe und meine Schule geht insgesamt noch zwei Jahre. Ich gehe in der Schulzeit ganz normal zur Schule und nach Schluss dann ins Studio, um zu schreiben. Deshalb nehmen wir uns Zeit ein Album zu machen, auf das wir später stolz sein können. Ich möchte mit der Schule aber auch nicht pausieren, weil ich echt eine tolle Klasse habe und mich an der Schule alle kennen. Solange ich beides unter einen Hut bekomme, will ich das noch durchziehen.

Was sind denn deine Lieblingsfächer?
Momentan Englisch, Mathe und Bio. Chemie dagegen ist mein Albtraumfach.

Welches Pokémon beschreibt deine Persönlichkeit am besten?
Ich würde sagen Tauboga, weil ich momentan so viel reise und Flügel echt gut gebrauchen könnte. (lacht)

Justin Timberlake hat dich höchstpersönlich beim ESC für deinen Auftritt gelobt. Was bedeutet dir dieses Kompliment?
Er kam zweimal auf mich zu. Beim ersten Mal fragte er mich, ob ich den Song geschrieben hätte. Ich habe es total gezittert, aber konnte noch irgendwie „Ja“ sagen. (lacht). Er meinte dann „Das ist echt ein toller Song. Gefällt mir“. In der Finalnacht hat er mich dann gefragt wie ich mich fühle und ich meinte „gut“ und er meinte: „Du hast auch einen guten Job gemacht“. Dieses Kompliment bedeutet mir echt viel. Es war ein unglaublicher Moment in meinem Leben. Normalerweise bin ich jetzt nicht so starstuck, aber zu ihm schaue ich echt hoch und bewundere ihn.

Ist Justin jemand, mit dem du gerne zusammenarbeiten würdest?
In der Zukunft sehe ich keinen Grund, der von meiner Seite dagegensprechen würde. Ich habe keine Kontaktdaten von ihm. Ich habe ihn auch nur zwei Mal getroffen (lacht verschmitzt).

Wie hat sich dein Leben durch den ESC verändert?
Mein Leben hat sich total verändert. Jetzt nicht unbedingt in Schweden, aber sonst überall. Es haben sich einfach neue Möglichkeiten ergeben, viele neue Orte, die ich jetzt besuchen kann und andere spaßige Dinge. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich versuche meine Chancen zu nutzen und bin dadurch in der Lage nach München oder jetzt hier nach Berlin zu kommen.

Frans: Schwedens Shootingstar mit dem Fahrrad durch Germany

Du bist ja erst 17, aber kommst du durch deinen Fame trotzdem in Clubs? Die sind hier in Europa ja meistens ab 18 … Ich habe eben gehört dass du gestern feiern warst …
Es kommt drauf an, wo wir sind und wie das mit dem Alter geregelt wird. Gestern waren wir nicht wirklich feiern, sondern in einer Foxtrott-Bar. Der Altersdurchschnitt war etwa 50.

Bleiben wir mal beu bizarr: Was war denn der seltsamste Snap, den du bei Snapchat bekommen hast?
Ich muss zugeben, dass ich die kaum öffne, weil ich kaum Zeit habe. Nacktbilder habe ich keine bekommen, aber ich habe mal ein Video bekommen von einem Mädchen, die Müsli gegessen hat und sich das dann plötzlich irgendwann ins Gesicht geschüttet hat. Ich dachte mir dann: „Ok, das reicht jetzt für heute“ und habe die App dann geschlossen.

Du bist vor einigen Tagen vor der schwedischen Königsfamilie aufgetreten. Wie nervös warst du?
So nervös war ich davor noch nie. Ich bin eigentlich so gut wie nie vor einem Auftritt aufgeregt. Aber in diesem Fall war es so, dass wir wenige Tage vor dem Auftritt beschlossen haben einen Rapsong zu machen, den wir davor noch nie gemacht haben. Der Song ist schon 10 Jahre alt und in Schweden total legendär. Jeder kennt den Text dort auswendig und jeder weiß, wie er sich anhören muss. Drei Tage vorher ist mir aufgefallen, dass der Text noch nicht so ganz saß. Ich habe denn die restliche Zeit mit meinen Headphones auf dem Kopf den Text gelernt. Beim Auftritt lief es dann echt gut. Es gab nur eine Line, die ich dann vergessen habe, weil ich zwischendurch auch atmen musste. Danach gab es ein Solo und ich war total happy und dachte ich gehe mal runter und schüttel dem Königspaar mal die Hand und gehe wieder hoch.

Hast du insgesamt Ambitionen zu rappen?
Ja, schon. Das Album wird sehr experimentell und bei einem Song bin ich am Überlegen vielleicht so einen schnellen Rap-Part einzubauen. Vielleicht auch ein bisschen Trap. Mal sehen …

Wen hörst du denn so Rap-technisch? Wen findest du momentan am besten?
Ich würde sagen Jay-Z. Er ist einfach brillant.

Ich hätte jetzt darauf getippt, dass du Drake sagen würdest.
Hm, Drake finde ich persönlich etwas hart. Was er macht ist schon gut und es läuft ja auch für ihn. Aber ich fühle ihn irgendwie nicht.

Fotos: Sonymusic