Mittwoch, 27. Juli 2016, 17:40 Uhr

Filmkritik "Pets": Anarchie im 3D-Comic-Kosmos

Mit Vollgas durch New York – In „Pets“ sind die Haustiere los! Jeder, wirklich jeder Haustierbesitzer hat sich schon einmal gefragt, was die Tiere eigentlich so treiben, wenn Herrchen oder Frauchen das Haus verlassen um das Futter zu verdienen.

Filmkritik "Pets": Anarchie im 3D-Comic-Kosmos

Favorisierte Vorstellungen wären, dass die Viecher auch mal im Haushalt mithelfen würden, beispielsweise den Geschirrspüler ausräumen oder dass sie sich weiterbilden, etwa durch das Nutzen der heimischen Bibliothek. Ach, das wäre schön. Aber nichts da, sie sind zum Liebhaben da und wer hier wem hinterher räumt ist ja nur eine rhetorische Frage…

In dem Animationspektakel von den Machern der „Minions“ geht es genau darum: Tiere in einem typischen Wohnhaus in Manhattan, die sich alle untereinander kennen – vom Vogel, fetter arroganter Katze bis zu Max (Stimme von Jan Josef Liefers), einem kleinen quirligen Hund, dessen Frauchen Katie heißt. Katie hat ein großes Herz für Tiere: sie schleppt einen zweiten Hund ins Haus und damit beginnen Mäxchens Probleme. Duke (Stimme von Dietmar Bär) ist im Gegensatz zu Max gigantisch groß, verfilzt und geht laut Max gar nicht.

Katie soll Max allein gehören – Max versteht die Welt nicht mehr. Max versucht, beim ersten Gassigehen in der Gruppe mit einem völlig verplanten Dogwalker, Duke loszuwerden. Duke versucht aber zeitgleich dasselbe mit Max und beide geraten von da an von eimen Schlamassel in den nächsten. Die rasante Tour geht ohne Atempause durch New York, es wird viel durch Tolpatschigkeit und erhöhtem Renntempo zerstört und – oh Wunder, Max und Duke lernen auf die harte Tour einander besser kennen.

„Pets“ ist die moderne Variante von „Tom und Jerry“! Für „Tom“ stehen in „Pets“ eine ganze Bande von Haustieren: sie sind die klassischen Bösewichter in „Pets“. Die Bandenmitglieder sind boshaft und brutal geworden, weil sie irgendwann alle einmal von ihren Menschen aussortiert und verlassen worden sind. Der rabiate Anführer Snowball (Stimme von Fahri Yardim) sieht nur auf den ersten Blick süß aus, aber wehe, man unterschätzt dieses weiße entzückende Kuschelhäschen…

Filmkritik "Pets": Anarchie im 3D-Comic-Kosmos

Für den „Jerry“-Part stehen in „Pets“ all die Tiere, die clever sind- die Haustiere mit festem Wohnsitz schmieden Allianzen und wissen echte Freundschaft und Verbindlichkeit zu schätzen. Beide Gruppen machen sich das Leben nach bester Hau-drauf-Regel schwer. „Pets“ ist eine endlose Verfolgungsjagde durch New York, in der die Gesetze der Schwerkraft außer Kraft gesetzt sind – wie es sich für „echte“ Cartoons gehört.

Fazit: „Pets“ ist ein durchgeknallter 3D Animationsfilm ohne Pause aus dem Hause Universal. Wer Spaß am Schmerz von Cartoons hat und dazu ein Freund der hemmungslosen Alberei, ist hier richtig. Als besonderes Goodie läuft als Kurz-Vorfilm „Rasenmäher Minions“, sozusagen als vorweggenommene Krönung des Nonsens. (Katrin Wessel)

Filmkritik "Pets": Anarchie im 3D-Comic-Kosmos

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Filmkritik "Pets": Anarchie im 3D-Comic-Kosmos

Fotos: Universal Pictures