Sonntag, 07. August 2016, 13:08 Uhr

Jude Law: "Schönwetterfreunde haben wir alle dutzendfach"

Jude Law gehört seit 20 Jahren zu den vielbeschäftigten britischen Stars in Hollywood. So richtig arrangiert hat er sich wohl nicht mit der selbstverliebten und arroganten Traumfabrik.

Jude Law: "Schönwetterfreunde haben wir alle dutzendfach"

„Es ist so einfach, vor allem in gewissen Hollywoodkreisen, auf Leute herabzuschauen, oder sie gar fertig zu machen. Einfach so, aus der Laune heraus“, sagte der 43-Jährige im Interview mit der ‚Berliner Zeitung‘. „Das ist nicht mein ding und so wird es niue sein.“

Bis heute habe er „noch nie vor dm Spiegel gestanden, mir auf die schulter geklopft und gesagt ‚Wow, Du hast aber Talent!‘. Diese Art von Narzissmus ist mir völlig fremd“, erzählte er weiter und fügte hinzu: „Ich finde, Demut steht jedem Schauspieler gut zu Gesicht. Und was mich persönlich betrifft: Ich wollte nie ein Star werden, sondern von meiner Arbeit leben können.“

Jude Law: "Schönwetterfreunde haben wir alle dutzendfach"

Aufgefangen wird Law immer wieder von seinem Freundeskreis. Sein Fazit: „Echte Freundschaft erkennt man sowieso erst dann, wenn es eng wird. Das ist rar, Schönwetterfreunde haben wir doch alle dutzendfach.“

Ab 11. August ist Jude Law in der Literaturverfilmung ‚Genius – Die tausend Seiten einer Freundschaft‘ zu sehen. In weiteren Rollen: Colin Firth, Nicole Kidman, Laura Linney, Guy Pearce und Dominic West.

Und darum geht’s: Neue Worte, radikale Ideen – für Lektor Maxwell Perkins (Colin Firth) ist klar, was einen grandiosen Roman ausmacht: Im New York der 1920er Jahre nimmt er gegen alle Widerstände seines Verlagshauses „Scribner’s Sons“ noch unbekannte aber höchst talentierte Autoren wie Ernest Hemingway oder F. Scott Fitzgerald erstmals unter Vertrag.

Als der junge Thomas Wolfe (Jude Law) mit einer losen, tausendseitigen Blättersammlung in Perkins‘ Büro auftaucht, sagt ihm sein Instinkt sofort: Hinter diesem Chaos verbirgt sich ein literarisches Genie!

Jude Law: "Schönwetterfreunde haben wir alle dutzendfach"

Perkins versucht, die überschäumenden Texte des exzentrischen Künstlers zu bändigen, Lektor und Autor kämpfen um jede Formulierung. Es entsteht eine Freundschaft, die sowohl Wolfes Geliebte Aline (Nicole Kidman), als auch Perkins‘ Ehefrau Louise (Laura Linney) eifersüchtig macht und ihre Geduld strapaziert. Dabei gerät Perkins selbst in den Bann von Wolfes faszinierendem Geist. Als der Roman „Schau heimwärts, Engel“ dann tatsächlich ein durchschlagender Erfolg wird, verändert sich die Freude des Schriftstellers jedoch in eine böse Paranoia: Ist es wirklich sein Buch, das die Begeisterungsstürme der Kritiker auslöst? Oder hofiert die Presse statt dessen Perkins‘ „untrügliches Gespür“ für das Neue?

Fotos: Wild Bunch