Montag, 08. August 2016, 19:03 Uhr

Gina-Lisa Lohfink: Prozess geht mit Zeugen weiter

Der Prozess gegen Ex-‚Germany’s next Topmodel’-Kandidatin Gina-Lisa Lohfink (29) wegen „falscher Verdächtigung“ wurde heute im Amtsgericht Berlin Tiergarten fortgesetzt. Ihr wird laut Gericht vorgeworfen, 2012 bewusst wahrheitswidrig eine Vergewaltigung durch zwei Männer angezeigt zu haben.

Gina-Lisa Lohfink: Prozess geht mit Zeugen weiter

Dafür war die Super-Blondine Ende letzten Jahres zu einer Geldstrafe von 24.000 Euro verurteilt worden. Die 29-Jährige ging aber gegen das Urteil an. Heute sollten dann die beiden Männer (Fußballer Pardis F. und Ex-Manager Sebastian Castillo Pinto, 32) als Zeugen gehört werden, denen die Vergewaltigung vorgeworfen wird. Dem Magazin ‚Stern’ zufolge kam es dann bereits vormittags zu einem Eklat, weshalb die Verhandlung unterbrochen werden musste. Richterin Antje Ebner ließ das fragliche Sex-Video zur Beweissicherung vorführen, wobei dem die Staatsanwaltschaft, ein Sachverständiger und die Verteidigung beiwohnten.

Lohfink blieb zu dieser Zeit noch an ihrem Platz sitzen, hielt sich aber die Ohren zu. Denn: Das Video wurde zwar abgewandt vom Publikum abgespielt, ihre mehrfachen Worte „Hör auf“ waren aber trotzdem zu hören.


Nachdem die 29-Jährige wegen Uneinigkeit bei einer Szene von ihrem Anwalt auch nach vorne gebeten wurde, brach diese dabei in Tränen aus. Zudem rief sie dem Bericht zufolge: „Das sieht man doch, dass ich das nicht wollte“ und „Diese Schweine müssen die Schwänze abgeschnitten kriegen. Die müssen eingesperrt werden.“ Daraufhin rügte die Richterin Lohfinks Anwälte und erklärte: „Sehen Sie nicht, dass Ihre Mandantin emotional überfordert ist? Warum müssen Sie Ihre Mandantin so vorführen?“ Schließlich wurde der Prozess vorübergehend unterbrochen. Dann gab es noch mehrere Pausen bevor Zeuge Sebastian Castillo Pinto vor Gericht gehört wurde.

Davor verließ Lohfink zusammen mit Freund Florian Wess den Saal und soll mit dem Taxi davongefahren sein. Pinto, seines Zeichens einer der Männer, die in dem Sex-Video zu sehen sind, soll bei seiner Aussage „fahrig und aufgekratzt“ gewirkt haben. In seiner Version der Geschichte gab es keine K.o.-Tropfen und Lohfink hätte alles freiwillig mitgemacht: „Es waren keine Drogen im Spiel und es hat auch keine Vergewaltigung gegeben.“ Mit „Hör auf“ hätte sich die 29-Jährige auf das Filmen mit der Kamera und nicht auf den Sex bezogen. Das hatte er übrigens auch schon kürzlich im Sat.1-Frühstücksfernsehen zu Protokoll gegeben. Und auch auf dem im Internet kursierenden Video ist die Sache in der Tat nicht so einfach zu bewerten…


Sympathisch kommt der Herr bei seiner eigenen Präsentation vor Gericht aber wohl nicht gerade rüber. Nachdem ihn Lohfinks Anwälte mit den Aussagen dreier Frauen konfrontierten, die ihm ebenfalls Gewalt vorwarfen, lautete seine freche Antwort nur: „Ich habe mit 500 Frauen geschlafen und sie bringen die drei hier an, die sich beschwert haben.“ Außerdem stellt sich hier auch eine andere Frage: Warum war der Herr viele Monate lang für die Berliner Justiz verschollen und taucht jetzt so plötzlich wieder auf? Laut dem ‚Stern’ wurde von der Verteidigung für den Nachmittag eine Überraschungszeugin mit dem Namen Elena H. angekündigt. Diese soll angeblich 2004 mit ihm in Kontakt gestanden haben. Dieser Dame zufolge soll Pinto sie anscheinend mit K.o.-Tropfen betäubt haben, um ihren Willen zu brechen.

Damals hätte sie auf eine Anzeige verzichtet aber ihrer Aussage zufolge habe dieser anscheinend noch andere Mädchen bedroht. Dadurch erhielt die ohnehin nicht vor Glaubwürdigkeit strotzende Aussage des 32-Jährigen weitere Risse. Wie der ‚Stern’ berichtet, will die Verteidigung jetzt vier weitere Zeugen hören. Darunter offenbar Lohfinks damalige Gynäkologin und eine Prostituierte, die mit dem anderen Herren aus dem Sex-Video, Pardis F. zu tun hatte. Daher wurde der Prozess erst einmal auf den 22. August vertagt. Ob da aber schon mit einem Urteil gerechnet werden kann, ist fraglich. Lohfink erklärte jedenfalls schon jetzt, dass sie weiterkämpfen werde, wenn das Verfahren gegen sie nicht mit einer Einstellung oder einem Freispruch zu Ende geht. (CS)