Mittwoch, 10. August 2016, 20:42 Uhr

Sara Nuru und die schöne Scheinwelt

Das hier nervt Sara Nuru an ihrem Beruf. Die 27-Jährige gewann 2009 die vierte Staffel von ‚Germany’s Next Topmodel‘. Seitdem ist sie ein vielgefragtes Model und auf der ganzen Welt unterwegs. Doch eine Sache stört die Schönheit mit äthiopischen Wurzeln an ihrer Branche.

Sara Nuru und die schöne Scheinwelt

„Die Illusion, die aufrecht gehalten wird“, so Nuru. „Der Schein, dass alles immer glamourös ist. Es ist oftmals ein Job wie viele andere auch, man geht morgens hin, hofft, mit möglichst wenig Kollegen reden zu müssen, und freut sich noch vor der Mittagspause auf den Abend mit ‚Netflix‘.“ Der Sieg bei der Modelcastingshow von Heidi Klum hätte ihr durchaus Türen geöffnet. „Wenn man bedenkt, dass ich vor meinem Sieg für 7,28 Euro die Stunde bei ‚American Apparel‘ gejobbt habe und heute meine eigene Firma habe, einen Job ausübe, der mir Spaß macht, und dabei noch die Welt bereisen darf, ist es nicht ganz so schlecht“, erklärte die Münchnerin im Interview mit ‚Vice‘.

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Zudem könne sie ihre Bekanntheit für sinnvolle Dinge einsetzen. „Mit der Stiftung ‚Menschen für Menschen‘ habe ich in Äthiopien, dem Herkunftsland meiner Eltern, Schulen gebaut. Der Sieg hat mir also definitiv was gebracht.“ Nur eine Sache wolle sie noch klarstellen: Eine Essstörung habe sie nicht. „Die Zeiten, in denen Models sich ausschließlich von Orangensaft mit Wattebauscheln ernährten, sind lange vorbei!“, meinte Nuru.

„Der Trend geht heute zum exzessiven Sportwahn; #strongisthenewskinny. Beides ist nicht meins. Ich genieße meine Pasta, meinen Wein und bestelle mir im Anschluss das Tiramisu und den Grappa hinterher.“

Foto: AEDT/WENN.com