Donnerstag, 11. August 2016, 18:29 Uhr

Natascha Kampusch muss viel Ablehnung ertragen

Natascha Kampusch veröffentlicht jetzt ihr neues Buch „Natascha Kampusch: 10 Jahre Freiheit“ Doch die Wienerin erfährt zehn Jahre nach ihrer Flucht aus der jahrelangen Gefangenschaft in einem Verlies viel Ablehnung in der Öffentlichkeit.

Natascha Kampusch muss viel Ablehnung ertragen

„Es gibt Orte, wo Leute sehr wohl schlecht über mich reden“, sagte die 28-Jährige im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Sie hadere nicht mit ihrem Schicksal, sondern mit der Rücksichtslosigkeit mancher Menschen. In ihrem am Freitag erscheinenden Buch ‚Natascha Kampusch: 10 Jahre Freiheit‘ (List Verlag) beschreibt sie die Hürden ihres neuen Alltags.

„Viele denken, wenn jemand Opfer eines Verbrechens wurde, war er in einem Sumpf und dieser Sumpf muss auch auf das Opfer abgefärbt haben“, sagte Kampusch.

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Natascha Kampusch muss viel Ablehnung ertragen

Als Zehnjährige wurde sie 1998 auf dem Schulweg von ihrem Peiniger Wolfgang Priklopil entführt und acht Jahre auf kleinstem Raum gefangen gehalten. In dem Verlies in Strasshof in der Nähe von Wien musste sie Essensentzug und die Rationierung von Sauerstoff erdulden. Priklopil misshandelte sie außerdem schwer. Aus Wien wegzuziehen, kam für Kampusch allerdings nie in Frage – dafür liebe sie die Stadt zu sehr.

Zehn Jahre nach der Selbstbefreiung gewährt sie Einblick in ihr Leben nach der Flucht. Sie erzählt von ihren Erfahrungen, bitteren und schönen, von ihren Träumen und Alpträumen, von ihrem Alltag, ihrem sozialen Einsatz für Projekte (unter anderem in Sri Lanka) und ihrem Engagement für traumatisierte Jugendliche. In der Hoffnung, dadurch auch das eigene Trauma zu überwinden. (dpa)


Fotos: Peter Trykar, List Verlag