Donnerstag, 11. August 2016, 20:48 Uhr

"Scheissmelodie": Shootingstar Kerstin Ott im Interview

Mit ihrer Debütsingle ‚Die immer lacht‘ schoss Kerstin Ott Ende letzten Jahres buchstäblich über Nacht aus dem Nichts an die Spitze der Singlecharts.

"Scheissmelodie": Shootingstar Kerstin Ott im Interview

Mit ihrem sofort ins Ohr gehenden Mix aus modernem Dance-Pop und deutschsprachigem Schlager kämpfte sich die norddeutsche Sängerin, Songschreiberin und Musikerin bis auf den 2. Platz der Hitparade und hielt sich in der Folgezeit ganze 25 Wochen in den Top 10. Bisher konnte der für über 660.000 verkaufte Einheiten mit Dreifach-Gold und einer Platin-Schallplatte ausgezeichnete Megahit fast 52 Millionen Views auf YouTube generieren. Nun legt Kerstin Ott nun mit „Scheissmelodie“ ihren nächsten Ohrwurm vor! klatsch-tratsch.de hat mit ihr geplaudert.

Worüber hast du in letzter Zeit am meisten gelacht?
Über meine Hunde.

Immer noch überwältigt vom Erfolg von „Die immer lacht“?
Auf jeden Fall – und ich glaube auch, dass das so bleiben wird.

Die, die immer lachen nehmen ja in unserer Gesellschaft immer mehr Raum ein. Für die Probleme anderer interessiert sich ja keiner. Wie kann man diese Oberflächlichkeit besiegen?
Ich glaube, dass fängt bei jedem selber an. Das über den Tellerrand hinaus schauen und nicht nur an sich selber denken, halte ich für eine wichtige Sache.

Hat Dich Dein Single-Debüt in der Stereoact-Version reich gemacht?
Nein, also reich hat es mich nicht gemacht. Natürlich hat es mir viele Erfahrungen gebracht und mittlerweile kann ich von der Musik auch gut leben, aber ich bin jetzt kein Millionär.

Das Youtube-Video hat 56 Millionen Views. Das wirkt doch wie eine Droge, oder?
Ja, 56 Millionen Views sind eine ganz schöne Hausnummer, darüber kann man sich sicherlich freuen, wenn man das erreicht hat.

Es heißt ja immer, dieser Erfolg hat ALLES verändert. Was waren bei Dir die Veränderungen?
Die Veränderungen waren in erster Linie natürlich beruflicher Natur. Ich bin jetzt nicht mehr als Handwerker unterwegs. Aber auch das rumreisen und mit dem Flugzeug hin und her fliegen sind Dinge, die vorher nicht so waren.

"Scheissmelodie": Shootingstar Kerstin Ott im Interview

Deine neue Single ist da. Wie kommt man denn auf den Titel „Scheissmelodie“?
Das ist zufällig entstanden, als ich selber Musik gehört habe und gedacht habe, dass das eine Melodie ist, die ich gerade nicht ertragen kann. Da habe ich gedacht, das ist echt eine „Scheissmelodie“. Und Jahre später ist mir dann wieder eingefallen, das ich daraus auch einen Song machen kann.

Du hast nun einen Vertrag mit der weltgrößten Plattenfirma. Da wird ja beim Albumdebüt ganz sicher viel reingequatscht. Was können Deine Fans erwarten?
Das es genauso nicht ist. Ich habe bis jetzt die Erfahrung gemacht, das ich beim Produzieren meines Albums sehr freie Hand hatte und das spiegelt sich auch auf dem Album wieder. Das ist sehr bunt.

Siehst du dich als Singer/Songwriterin oder in welche Schublade könnten wir dich stecken?
Ihr könnt mich in gar keine Schublade stecken.

Wann wird das Album kommen und wirst du wieder mit Leuten wie Stereoact zusammenarbeiten?
Das Album kommt jetzt im Herbst diesen Jahres und natürlich werde ich weiterhin mit Künstlern zusammen arbeiten. Ob das nun Stereoact ist, kann ich noch gar nicht sagen, aber warum sich nicht mit anderen zusammen tun?

Das Konzept deiner Songs ist simpel: Eingängige Hookline und Textzeilen, die jeder mitsingen kann. Dass haben ABBA genauso gemacht. Und die Remixer der neuen Deutschen Deep-House-Welle ebenso. Ist das Dein Erfolgsrezept?
Mein Erfolgsrezept ist auf jeden Fall immer Lieder zu schreiben, zu deren Texten ich selber schon eine Erfahrung gesammelt habe und ob das dann erfolgreich wird oder nicht kann ich jetzt noch nicht sagen.

Du hast den Song einen Art Anti-Herzschmerz-Song genannt. Warum?
Weil ich den Leuten damit zeigen möchte, das auch wenn es sich jetzt gerade ganz blöd anfühlt, dieses Gefühl geht auf jeden Fall vorbei. Auch wenn man jetzt denkt: das stimmt nicht.

"Scheissmelodie": Shootingstar Kerstin Ott im Interview

Du tourst seit Anfang 2016 durch die Landen. Wo kann man Dich live erleben?
Überall in Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Spanien.

Worüber kannst du dich richtig ärgern?
Unehrlichkeit.

Was ist eigentlich Deine Lieblings-App?
Ich habe keine.

Du hattest mit 17 dein Outing. Bist du jetzt sowas wie eine Ikone für Deine lesbischen Schwestern?
Ich weiß nicht, ob ich da jetzt eine Ikone bin, aber ich glaube, dass es auch Vorteile hat, das Menschen, die einen gewissen Bekanntheitsgrad haben, dazu stehen, wer sie sind. Das sollte übrigens jeder tun. Auch Menschen die nicht bekannt sind. Aber wer seine Ikone ist definiert jeder für sich selber.

Was rätst Du anderen Mädels in diesem Alter, die sich ihrer Sexualität nicht sicher sind?
Wenn sie sich sicher sind, sollten sie so schnell wie möglich mit der Sprache raus rücken. Wenn sie sich nicht sicher sind brauchen sie einfach noch ein bisschen Zeit. Und ich rate auch jedem zu Ehrlichkeit.

Du willst dieses Jahr heiraten. Warum?
Aus Liebe.

Fotos: Ben Wolf