Sonntag, 14. August 2016, 9:37 Uhr

Christoph Harting: Viel Lärm um diese Schunkelei auf Siegerpodest

Christoph Harting (25) gewann gestern überraschend eine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Rio. Der 2.07m große „kleine“ Bruder des in der Diskus-Qualifikation gescheiterten Titelverteidigers Robert Harting machte aber vor allem mit einem entspannten Auftritt bei der Siegerehrung Schlagzeilen.

Christoph Harting: Viel Lärm um diese Schunkelei auf Siegerpodest

Dort pfiff er nach seiner Weltjahresbestweite von 68,37m bei der Nationalhymne mit, feixte und schunkelte. Die deutschen Gazetten sind außer sich. Und auch in den Sozialen Medien entfaltete sich ein lächerlicher Shitstorm mit dusseligen Kommentaren wie diesen: „Neuer Olympiarekord. So schnell war selten einer unten durch“ (Bayrischer Rundfunk). #Harting „kein Medienhengst“, aber arroganter, selbstverliebter Selbstdarsteller vom Feinsten“. „Jemand, der seine Medaille u. a. der Sportförderung der Bundespolizei zu verdanken hat, sollte den Diskus mal flach werfen #Harting“ OMG!

Dem ARD-Hörfunk erklärte der im Gegensatz zu seinem Bruder als äußerst introvertiert geltende Athlet dann seinen Abgang und überraschenden Auftritt auf dem Siegerpodest: „Ich bin kein Medienmensch, ich bin keine Kunstfigur, ich bin Sportler und lasse meine Leistung sprechen. (…) Ich bin ein Mensch, der Rhythmus braucht, der Rhythmus liebt, aber es ist sehr schwer, auf die Nationalhymne zu tanzen“.

Später mußte der junge „Interviewverweigerer“ dann doch zum ARD-Gespräch antreten und sagte: „Du bist noch halb im Wettkampfmodus und hormon-technisch völlig übersteuert. Damit umzugehen, ist eine Kunst für sich. Stillstehen war nicht so meins, deswegen ist das sicherlich falsch angekommen.“

Kommmentar seines Trainers Torsten Lönnfors gegenüber der ‚Bild‘-Zeitung, die den Augenblick zuvor noch als ‚Arroganz-Auftritt geißelte“): „Keine Ahnung, was das sollte, ich verstehe es nicht. Christoph muss aufpassen, dass er jetzt nicht frei dreht“. Christophs Vater Gerd Harting verteidigte den Auftritt: „Wir haben die Siegerehrung auf der Großleinwand mitverfolgt. Das ist Christoph und seine Art, Erfolge zu feiern.“ Einer bei Twitter zeigte aber Humor angesichts des Harting-Shitstorms:

Foto: picture alliance/Marvin Ibo Güngör/GES-Sportfoto