Montag, 15. August 2016, 19:56 Uhr

Die Russen kommen (8): Julianna Karaulova wochenlang an der Chart-Spitze

Neues aus unserer losen Serie ‚Die Russen kommen‘, in der wir die größten russischen Popstars vorstellen. Julianna Karaulova ist eine Sängerin, deren Single “Ty ne takoj” (Du bist nicht so ein Typ) es an die Spitze der russischen iTunes-Charts geschafft hat und dort ganze 8 Wochen aushielt! Wo bitte gibt es das noch!

Die Russen kommen (8): Julianna Karaulova wochenlang an der Chart-Spitze

Das Video hat es inzwischen auf mehr als 15 Millionen Views gebracht. Julianna (28) wird oft mit US-Popstar Taylor Swift verglichen. Sie bezeichnet ihre Songs mehr tief und gefühlvoll als “Mainstream Pop”. Songs von Julianna Karaulova gehören in Russland zu den Top 10 der meistgespielten Songs im Radio und in den ehemaligen GUS-Staaten. Yulia, die Moskauer Korrespondentin von klatsch-tratsch.de hat das „strahlende Mädchen“ zum Talk getroffen, um über den Erfolg, die Liebe zu Extremsportarten, die Musik und das Glück zu plaudern.

Hast du eigentlich erwartet, dass sein Song “Ty ne takoj” einer der größten Hits des zweiten Halbjahres 2015 wurde? Wie ist dieser Song entstanden?
Ehrlich gesagt, nein, ich habe das überhaupt nicht erwartet. Das war ein Geschenk des Himmels! Ich hatte sehr darauf sehr gehofft. Anfangs war das alles fast wie ein Scherz. Ich bin gut befreundet mit Bjanka (russische Sängerin und Komponistin) und eines Tages war sie bei mir zu Besuch. Wir saßen in der Küche und plauderten. Ich erzählte ihr, was damals in meinem persönlichen Leben passiert war und da sagt sie: „lass uns einen Song darüber machen“! Ich habe es nicht so ernst genommen. Kurz danach hat sie mir aber die Demo gesendet, und als ich es gehört habe, war mir ganz klar, das wird ein Hit. Zusammen mit meinen Produzenten haben wir es sofort aufgenommen.

Du hast 2005 deine Karriere als Teilnehmerin in der Castingshow „Fabrika Swjosd“ (deutsch: Fabrik des Stars) begonnen. Damals warst du erst 16 Jahre alt. Seit wann hast du gewusst, dass Du Sängerin werden willst?
Davon habe ich schon als Kind geträumt. Ich habe aber nicht damit gerechnet, dass das mal was wird. Ich mochte es, zu singen seit frühen Jahren, und mit 5 Jahren habe ich zum ersten Mal auf der Bühne gestanden.

Bevor Du Deine Solo-Karriere begonnen hast, warst Du in zwei Bands und hast auch als Journalistin gearbeitet. Was meinst du, hast sich während diese 10 Jahren  verändert?
Ich bin erwachsener geworden, habe viel gelernt und Erfahrungen gesammelt – bei der Arbeit und auch im Leben. Das zeigt sich natürlich wie Du als Mensch geworden bist und wie Du es vor dem Publikum präsentierst. Ich bin froh, dass es Ups and downs auf meinen Weg gab. Das alles hat mich zu der gemacht, die ich heute bin.

Die Russen kommen (8): Julianna Karaulova wochenlang an der Chart-Spitze

Viele bekannte Künstler haben nie richtig Musik und Gesang studiert. Du bist aber eine diplomierte Sängerin. Was meinst du, wie wichtig eine Ausbildung für Musiker ist?
Ich glaube, es gibt natürlich die Fälle, wo es einfach klappt. Das Leben zeigt uns aber, dass sogar für die super-talentierten, charismatischen Stars die Theorie nie nutzlos war. In der Regel haben alle große Musiker, auch in der Pop- und Rockmusik, eine musikalische Ausbildung. Bei mir ist es so, wenn ich ins Studio komme, spreche ich mit Musiker und Komponisten dieselbe Sprache. Das vereinfacht natürlich den ganzen kreativen Prozess sehr.

Wie kann man deine Songs mit drei Wörter beschreiben?
Romantisch, leicht, positiv (lacht)

Du hast einige Zeit in London verbracht. Was hast du dort gemacht?
Ich habe dort studiert und dachte, vielleicht dort zu bleiben. Ich habe es sehr dort sehr geliebt, die Stadt ist wunderschön. Mir war aber klar, wenn ich bleiben würde, würde meine Zukunft ganz anders werden. Ich wollte aber singen, so oder so irgendwie Künstlerin sein. Deshalb bin ich zurückgekommen.

Die Russen kommen (8): Julianna Karaulova wochenlang an der Chart-Spitze

Was ist die Message deiner Musik?
Ich möchte einfach, dass die Leute freundlicher,wacher und aufrichtiger werden. Und dass sie statt Schüchternheit ihre Emotionen und Gefühle zu öffnen.

Du bist ein großer Fan von Autos und Extremsport. 
Ich treibe Sport seit ich ein Kind war. Das sind für mich Emotionen, das Gefühl von Freiheit und Freude. Wenn ich Snowboarding mache, erhole ich mich viel mehr als wenn ich am Strand mit einem Buch herumliegen würde. Aktive Erholung kann frühes Aufstehen nötig machen und dich ganz müde machen, das ist aber wie ein Reloading für mich. Außerdem liebe ich die Luft in der Bergen. Die Schönheit der Natur macht mich glücklich.

Was kann dich da noch glücklich machen?
Oh, ganz viele Sachen. Ich glaube, ich bin ein sehr lebensfroher Mensch. Ich kann natürlich manchmal traurig sein, es ist ganz normal, sowas passiert mit jedem ab und an. Man kann nicht ständig glücklich sein. Ich bin aber selten deprimiert oder depressiv. Ich versuche mich an kleinen Dinge zu erfreuen, die mich fröhlich in den Tag starten lassen.

Fotos: Pressedienst