Montag, 22. August 2016, 15:40 Uhr

Sex-Prozess: Gina-Lisa Lohfink schuldig gesprochen

Das Urteil im Prozess von Ex-‚Germany’s Next Topmodel’-Kandidatin Gina-Lisa Lohfink (29) wegen falscher Verdächtigung ist heute gefallen.

Sex-Prozess: Gina-Lisa Lohfink schuldig gesprochen

Vom Amtsgericht Tiergarten in Berlin wurde die Ich-Darstellerin heute wegen falscher Verdächtigung zu einer Geldstrafe von 20 000 Euro verurteilt. Laut Urteil muß sie die Strafe in 80 Tagessätzen à 250 Euro zahlen.

Die 29-Jährige musste sich vor Gericht verantworten, nachdem sie zwei Männer (Pardis F. und Sebastian C.) der Vergewaltigung bezichtigt hatte. Das Gericht sah für diese Beschuldigungen offenbar keine Beweise. Lohfink war Ende letzten Jahres wegen falscher Verdächtigung zu einer Geldstrafe von 24.000 Euro verurteilt worden. Der Anlass: Im Sommer 2012 waren kurze Videos im Netz veröffentlicht geworden, in denen die 29-Jährige zu sehen ist, wie sie mit zwei Männern Sex hat. Ihren Angaben zufolge soll dies aber nicht einvernehmlich gewesen sein.


Lohfink behauptete gegenüber der Polizei, dass sie mit K.o-Tropfen außer Gefecht gesetzt worden wäre. Die damaligen Ermittlungen gegen die beiden Männer wegen der Vergewaltigungs-Anzeige waren von der Staatsanwaltschaft aber eingestellt worden. Die Blondine erhielt daraufhin einen Strafbefehl wegen Falschaussage. Dagegen legte sie Widerspruch ein. Die beiden als Zeugen geladene Männer im Alter von 28 und 33 Jahren hatten in Befragungen von einvernehmlichem Sex mit Lohfink gesprochen. Der 28-Jährige hatte einen Strafbefehl wegen Verbreitung der Sex-Videos akzeptiert, der andere will noch dagegen vorgehen. Nachdem sich Lohfink mit dem Urteil nicht abfinden wollte, kam es erneut zum Prozess.

Medienberichten zufolge sind heute noch ein Sachverständiger sowie zwei Zeuginnen der Verteidigung vernommen worden. Bei einer Person hätte es sich dabei um eine Ex-Freundin von Sebastian C. gehandelt. Eine andere soll eine Frau gewesen sein, die Lohfink und ihren Bekannten Pardis F. anscheinend beim Verlassen eine Berliner Nachtclubs gesehen hätte.


Ein Gutachter hatte zuvor den Einsatz sogenannter K.-o.-Tropfen in der umstrittenen Nacht mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen. Das ergebe sich aus den Videofilmen, die in der Sexnacht gemacht wurden, sagte der Medikamenten- und Drogenexperte Torsten Binschek-Domaß. Lohfink sei damals wach, ansprechbar und orientiert gewesen. Es gebe keine Anhaltspunkte für K.-o.-Tropfen. Unter deren Wirkung könne man keine Pizza bestellen und mit der Managerin telefonieren, betonte Torsten Binschek-Domaß. Lohfink hatte ausgesagt, dass ihr K.-o.-Tropfen verabreicht worden sein könnten.

Der Fall hatte auch die ,Nein heißt Nein’-Debatte über ein strengeres Sexualstrafrecht befeuert, das der Bundestag im Juli beschlossen hat. (CS/dpa)

Foto: Picture alliance/Jörg Carstensen