Freitag, 02. September 2016, 22:29 Uhr

Promi Big Brother: Supertranse Edona James im Interview

„Ich ziehe mit einer Botschaft ins Haus ein: Ich erwarte mehr Toleranz und Akzeptanz für Transsexuelle. Ich bin so geboren. Man sollte nicht nur vor die Fassade gucken, sondern auch dahinter.“ Das sagte Paradiesvogel Edona James (29), die als Junge auf die Welt gekommen war.

Promi Big Brother: Supertranse Edona James im Interview

Due geborene Albanierin mit der kompletten Geschlechtsumwandlung landete als einer der ersten Bewohner in der Kanalisation von ‚Promi Big Brother‘. SAT.1 sprach mit dem Transgender-Wunder (Busengewicht: 3kg) über die Show. Hier ein Auszug.

Was erwartest Du Dir von Deinem Einzug ins „Promi Big Brother“-Haus?
Ich ziehe mit einer Botschaft ins Haus ein: Ich erwarte mehr Toleranz und Akzeptanz für Transsexuelle. Ich bin so geboren. Man sollte nicht nur vor die Fassade gucken, sondern auch dahinter.

Hast Du Dir eine Strategie für „Promi Big Brother“ zurechtgelegt?
Ich bin ein Mensch, der alles auf sich zukommen lässt und dann das Beste daraus macht. Das gilt auch für „Promi Big Brother“. Ich möchte mich überraschen lassen. Ich glaube, das ist das Beste was man sich vornehmen kann.

Zwei Wochen mit elf anderen Menschen zusammenleben, die Du nicht kennst – bedeutet das für Dich Kompromisse zu finden oder Konfrontationen zu suchen?
WG-Erfahrung an sich habe ich zwar nicht, aber ich bin ja ein Kind des Reality-Fernsehens. Das bin ich also schon gewohnt. Ich bin eigentlich ein Mensch, der Kompromisse eingeht, aber auch jemand, der gerne seine Meinung sagt. Wenn mich jemand zu Unrecht angreift, dann kann ich auch austeilen. Ich habe es faustdick hinter den Ohren und bin schlagfertig.

In welchen Situationen im Haus hättest Du lieber keine Kameras um Dich herum?
Da kann ich mir gar keine Situation vorstellen. Ich bin einfach froh, dabei zu sein und finde es gut, dass die Kameras dabei sind. Ich habe eine Geschichte, die ich der Welt mitteilen möchte.

Wegen Verdacht auf eine Rückenmarksverletzung

Was wird für Dich im Haus Deine größte Herausforderung sein?
Meine größte Angst ist, dass meine Mitbewohner und auch die Zuschauer gegen mich sind oder aufgrund meiner Vergangenheit und Transsexualität Vorurteile haben. Es gibt Menschen, die das nicht akzeptieren. Auf der anderen Seite glaube ich, dass das Leben im Haus für mich nicht so hart sein wird wie vielleicht für meine Mitbewohner: Ich habe mein ganzes Leben gekämpft und viel einstecken müssen. Mit 16 Jahren habe ich mir das erste Mal die Brust vergrößern lassen, mit 13 Jahren meine erste Hormonbehandlung bekommen. Weil meine Eltern dagegen waren, habe ich ihnen das Sorgerecht entziehen lassen. Meine Mutter hat mich geschlagen und kam mit der Situation überhaupt nicht zurecht. Sie meinte, ich sei homosexuell – aber ich habe mich schon immer als Frau gefühlt. Durch die Hölle bin ich schon gegangen, noch mehr Hölle kann es nicht geben.

Welchen Charakterzug werden Deine Mitbewohner an Dir besonders zu schätzen wissen?
Meine Ehrlichkeit. Und vielleicht werden sie auch Respekt für den Mut haben, den ich brauchte, um meinen Weg zu gehen. Natürlich gibt es auch Menschen, die das nicht sehen wollen und die mich auf meine Optik reduzieren – für die bin ich eben ein umoperierter Mann. Bei „Promi Big Brother“ habe ich jetzt die Chance, nicht nur mein Äußeres, sondern auch meine inneren Werte zu zeigen.

Promi Big Brother: Supertranse Edona James im Interview


Fotos. SAT.1