Samstag, 10. September 2016, 11:20 Uhr

"Das Supertalent" kämpft gegen das Entertainment-Füllhorn aus dem Netz

Zehn Staffeln, zehn Jahre: Die RTL-Show ‚Das Supertalent‘ feiert Geburtstag. Kaum eine Showreihe belegt, wie stark sich in dieser relativ kurzen Zeitspanne die Sehgewohnheiten geändert haben.

"Das Supertalent" kämpft gegen das Entertainment-Füllhorn aus dem Netz

Im Oktober 2006 war die Welt noch ein wenig anders: Zwar waren die meisten Haushalte schon mit einem PC ausgestattet, doch die mobile Internet-Nutzung steckte noch in den Kinderschuhen. Kurz mal unterwegs die sozialen Netzwerke bedienen, mit der Freundin chatten, ein Video im Bus gucken: Das gab es damals noch nicht, als sich der private Fernsehmarktführer RTL mit der neuen Showreihe ‚Das Supertalent‘ das Ziel setzte, den bis dahin unumstrittenen Platzhirsch ‚Wetten, dass..?‘ vom Sockel zu stoßen.

Jetzt, zehn Jahre später, hat sich das Bild völlig gewandelt: Die meisten Menschen, vor allem junge, konsumieren Unterhaltung auf ihren Smartphones. ‚Das Supertalent‘ kämpft längst nicht mehr gegen ‚Wetten, dass..?‘ (Der ZDF-Klassiker wurde 2014 eingestellt), sondern gegen das Entertainment-Füllhorn aus dem Netz. Dennoch geht die Reihe mit Dieter Bohlen als Chefjuror in die zehnte Staffel, auch wenn zuletzt nur noch rund 4,5 Millionen Menschen pro Folge zuguckten – verglichen mit fast acht Millionen im Jahr 2010.

"Das Supertalent" kämpft gegen das Entertainment-Füllhorn aus dem Netz
Sweet Pepper Klopek (l.) und Burnaby Q. Orbax, die „Monsters of Schlock“ aus Kanada

In 14 Folgen werden wieder die unterschiedlichsten Künstler auf der großen Bühne ihr Können präsentieren und darum kämpfen „Das Supertalent 2016“ zu werden. Neben Bohlen (62) und seinem Partner Bruce Darnell (59) rückt jetzt anstelle von Inka Bause die Österreicherin Victoria Swarovski in die Jury – auch um das mittlerweile etwas angestaubte Image der Sendung aufzupolieren. Eine weitere Neuerung soll sein, dass Bohlen in jeder Show einen Zuschauer aus dem Publikum auswählt, der in Einzelfällen als Stimme des Volkes nach seiner Meinung gefragt wird. Moderator der Sendung ist wie zuletzt Daniel Hartwich.

"Das Supertalent" kämpft gegen das Entertainment-Füllhorn aus dem Netz
Ralf Schink aus Berlin mit seiner Laserharfe.

Auf der Suche nach neuen Talenten machte die Produktion in diesem Jahr nicht nur in über 40 Städten in Deutschland, der Schweiz und Österreich Halt, sondern auch auf der beliebten Ferieninsel Mallorca. Die Aufzeichnungen der Castings fanden von Ende Juli bis Mitte August 2016 in Essen und Bremen statt.

Trotz aller gegenwärtigen Probleme der familiengerechten TV-Show muss dem ‚Supertalent‘ zugute gehalten werden, dass es weltweit einen Siegeszug angetreten hat. Der Erfolg des von Impresario und TV-und Musik-Produzent Simon Cowell entwickelten Formats begann 2006 in den USA mit ‚America’s Got Talent‘ – nur kurz danach sicherte sich RTL die deutschen Rechte.

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Marcus Schramm und sein Männerballett aus Riedstadt präsentieren eine Tanzshow in Feuerwehruniformen.

Mittlerweile ist ‚Got Talent‘ in 69 verschiedenen Fassungen über den Globus verteilt und damit rund 500 Millionen Zuschauern in 180 Ländern zugänglich, wie RTL ermittelt hat. Solch eine Bilanz hat noch nicht einmal ‚American Idol‘ vorzuweisen, hierzulande als ‚Deutschland sucht den Superstar‘ bekannt.

Ob Einzeltalente oder Gruppenperformances, Laien oder echte Voll-Profis aus allen möglichen Ländern, jung oder alt, Mensch oder Tier: „Das Supertalent“ ist die einzige Show im deutschen Fernsehen, in der wirklich jedes Talent willkommen ist.

"Das Supertalent" kämpft gegen das Entertainment-Füllhorn aus dem Netz
Vlad Kostenko (l.) und Anton Savchenko – Akrobaten aus der Ukraine.

Unter anderem wollen sich in Folge eins die folgenden Talente um den Titel ‚Supertalent‘ bemühen, 100.000 Euro einstecken und einen Gratis-Auftritt im Unterhaltungs-Mekka Las Vegas: Die Rocking Chairs aus Amsterdam – die nicht mehr ganz taufrischen Herren zwischen 44 und 55 legen einen Breakdance aufs Parkett. Außerdem: die erst sechsjährige Teodora Vio aus Berlin – sie singt ‚Somewhere Over The Rainbow‘.

Darüber hinaus sind die 24-jährige Sarah Stiefel aus Berlin mit Ketten-Akrobatik in luftiger Höhe zu sehen oder die ‚Monsters Of Schlock‘ aus Kanada, die sich alles mögliche ins Gesicht hängen… (siehe Video oben!)

Dazu kommt noch eine Männerballett-Truppe um den 37-jährigen Marcus Schramm und die 25-jährige Yeva Shianova aus Kasachstan mit Bodenakrobatik in Mehl… (dpa/KT)

"Das Supertalent" kämpft gegen das Entertainment-Füllhorn aus dem Netz
Sarah Stiefel aus Berlin präsentiert Luftakrobatik an Ketten.

Fotos: RTL/Stefan Gregorowius