Dienstag, 20. September 2016, 15:13 Uhr

Amal Clooney verklagt ISIS und riskiert damit ihr Leben

Amal Clooney (38), Gattin von Hollywoodstar George Clooney (55) und Menschenrechtsanwältin, möchte die Terror-Organisation ISIS (auch Islamischer Staat genannt) wegen Völkermordes vor Gericht bringen.

Amal Clooney verklagt ISIS und riskiert damit ihr Leben

Diesen Plan verkündete die mutige Dame am Montag (19. September) in einem ‚NBC News’-Interview in der ‚Today Show’. Darin erklärte sie auch, dass sie durchaus um die Gefahr für ihr Leben und dem ihrer Familie wisse, in die sie sich damit begebe. Die Entscheidung hätten sie und ihr Gatte, der sich ebenfalls regelmäßig politisch engagiert, daher auch nicht auf die leichte Schulter genommen: „Das ist etwas, das ich mit ihm diskutiert habe, bevor ich so etwas auf mich nehmen würde. Wir haben es diskutiert. Und wir sind uns der Risiken bewusst, die damit verbunden sind.“ Beide hätten aber um die Wichtigkeit dieses Falles gewusst, nachdem sie die ISIS-Überlebende Nadia Murad trafen. Zudem sei es „ihr Job“, wie Amal Clooney dann auch feststellte.

Ob sich die Terrororganisation, die fast durchweg nur aus frustrierten Kriminellen besteht und sich wahrlich nicht um zivilisiertes Recht und Gesetz schert, davon beeindrucken lässt, ist allerdings fraglich.

Dass das Paar so beeindruckende irakische Mädchen wurde 2014 (im Alter von 19 Jahren) von der Terrormiliz gefangen genommen. Sie konnte glücklicherweise entfliehen, nachdem sie jedoch drei Monate lang brutal gequält und „bis zur Bewusstlosigkeit“ vergewaltigt worden war. Sehr emotional erklärte die 38-jährige Menschenrechtsaktivistin dann auch, dass das Mädchen „die wahre Heldin“ sei. „Ich glaube nicht, dass jemand sich als mutig fühlen kann, im Vergleich zu dem, was Nadia macht.“ Die junge Frau bekommt nämlich selbst regelmäßig „sehr spezifische“ Drohungen von ISIS, wie diese verriet. Auf das Argument von NBC-Journalistin Cynthia McFadden, dass die Terror-Organisation doch einfach „weggebombt“ werden könne, antwortete die Anwältin: „Das ist nicht genug. Man kann eine Idee auf diese Weise nicht töten. Ich glaube, das eine der Wege, dagegen aktiv zu werden ist, ihre Brutalität und Korruption aufzudecken. Und teilweise kann man das durch ein Gerichtsverfahren erreichen.“

Amal Clooney hatte übrigens bereits am Freitag (16. September) eine Rede vor den Vereinten Nationen gehalten. Darin berichtete sie detailliert über die schreckliche Gefangenschaft von Nadia Murad (sowie vieler anderer junger Mädchen) und dem vorausgegangenen Völkermord ihrer jesidischen Gemeinschaft. Alles in der Hoffnung, dass der U.N.-Sicherheitsrat Ermittlungen in dieser Angelegenheit aufnehmen wird. Gegenüber der Generalsversammlung erklärte sie unter anderem: „Ich wünschte, ich könnte sagen, dass ich stolz bin, hier zu sein aber ich bin es nicht. Ich schäme mich als Mensch, dass wir ihre Schreie nach Hilfe ignorieren.“ (CS)

Foto: IPA/WENN.com