Freitag, 23. September 2016, 14:08 Uhr

Paul van Dyk: Erstes TV-Interview nach Horror-Sturz

Der Berliner Trance-DJ Paul van Dyk (44) trat gestern Abend (22. September) als Gast bei ‚Markus Lanz’ auf und gab dort ein sehr bewegendes Interview.

Paul van Dyk: Erstes TV-Interview nach Horror-Sturz

Dabei war der Star-DJ mehrfach den Tränen nahe, als er von seinem Horrorsturz am 27. Februar beim Festival ‚A State of Trance’ (ASOT) in Utrecht, Holland sprach. Der 44-Jährige kletterte dort auf ein Podium und stürzte nach einem Fehltritt durch eine schlichte Molton-Abdeckung sechs Meter (!) in die Tiefe. Wie der Musiker im Interview verriet, wäre die Bühne nicht nach den entsprechenden Sicherheitsstandards gebaut worden. Das hätte zu dem schlimmen Unfall geführt. Dabei erlitt er zwei Wirbelsäulen-Brüche und Blutungen an fünf verschiedenen Stellen des Gehirns, wobei er dadurch noch immer mit neurologischen Problemen zu kämpfen hat.

Deshalb fällt ihm das Sprechen auch noch etwas schwer, wie er erzählte. Dabei hatte er aber immer noch großes „Glück im Unglück“, was er selbst schon als schicksalhaft bezeichnete. Paul van Dyk erklärte dann auch: „Es sind sehr viele Punkte zusammengekommen, die man schon nicht mehr als Glück bezeichnen kann. Das ist irgendwie größer. Die Tatsache eben, dass diese neurologische Klinik wirklich nur zehn Minuten weg war. Dadurch bin ich direkt fokussiert behandelt worden. Wäre es in Amsterdam gewesen, einfach nur eine Stunde weg, würde ich heute hier nicht sitzen.“

Paul van Dyk: Erstes TV-Interview nach Horror-Sturz

Er habe dann mehrere Tage im Koma gelegen und sei zwischen durch immer mal wieder aufgewacht, nur um dann wieder in einen „komatösen Zustand“ zu fallen. Seine ersten klaren Erinnerungen hätte er dann wieder nach fünf, sechs Tagen gehabt. Da wurde er dann von der Notaufnahme ins Intensivzimmer verlegt.

Die Ärzte hätten seiner Mutter und seiner Freundin jedoch mitgeteilt, dass er sich vermutlich „an nichts erinnern würde, weder wer ich bin, noch wer die beiden sind.“ Wieder zu sich zu finden, wäre dann auch ein schwieriger Prozess für ihn gewesen, so der DJ sehr emotional weiter. Dabei spielte vor allem auch seine Freundin eine äußerst wichtige Rolle, sie sehr schnell bei ihm am Krankenbett war. Er erklärte dann auch: „Ich habe einfach den tollsten Grund, am Leben zu bleiben. Und deswegen bin ich hier.“ Wie er weiter verriet, hätten ihm die Ärzte prognostiziert, dass er irgendwann wieder bei etwa 50 Prozent von dem sein wird, was er einmal konnte. Heute wäre er bei etwa 20 Prozent von diesen 50: „Es ist noch sehr lange. Es ist noch sehr sehr viel kaputt. Es wird ein harter Weg. Aber ich bin einfach froh, dass ich ihn gehen darf“, so der DJ mit brechender Stimme. Hier geht es zum Video!

Glücklicherweise sei er trotzdem noch fähig, wieder Shows zu spielen (etwa vier Monate nach seinem Sturz trat er erstmalig wieder in Las Vegas auf) und seiner Musikleidenschaft nachzugehen, wie er weiter verriet. Musik, eine gewisse Routine durch die Events und die Interaktion mit den Fans spielten dann auch eine große Rolle beim Heilungsprozess.

Belastend für ihn sei jedoch der Fakt, dass er körperlich nicht mehr so interagieren kann, wie früher: „Es ist halt so, dass nach wie vor meine Beine eigenartig funktionieren – sagen wir es mal so.“ Diese würden sich nämlich „wie Eiswasser“ anfühlen, wobei seine Füße „brennen wie Feuer.“ Es wäre aber neurologisch nicht zu erklären, weil jeder Fall anders ist. Den Ärzten nach würde dabei nur „Geduld und Kraft“ helfen. Da bleibt nur, Paul van Dyk genau das und eine schnelle Genesung zu wünschen! (CS)

Foto: Schultz-Coulon/WENN.com