Sonntag, 25. September 2016, 19:47 Uhr

Jonas Blue: Der Shootingstar des Jahres im Interview

Mit dem EDM-Cover von Tracy Chapmans „Fast Car“ konnte Newcomer Jonas Blue (22) Anfang des Jahres einen Megahit landen. In den deutschen Charts kam er sogar auf dem zweiten Platz.

Jonas Blue: Der Shootingstar des Jahres im Interview

Auch seine Nachfolgesingle „Perfect Strangers“ mauserte sich zum Sommerhit und ließ sämtliche Mädchen mit großen Sonnenbrillen, Blumenkränzen in den Haaren und der besten Freundin an der Hand von einem ewigen Festivalsommer träumen. Auf genauso einem Festival – dem Lollapalooza Festival – traf sich klatsch-tratsch.de-Autor und Blumenjunge Dennis mit Jonas Blue zum Interview.

Wie bist du dazu gekommen Musik zu machen?
Als ich 11 war lief bei uns in Großbritannien eine TV-Show namens „Club 18-30“. Dort wurden diese verrückten Leute gezeigt, die nach Ibiza gingen und ich habe es einfach geliebt. Mich hat es damals sehr inspiriert zu sehen, wie die Leute in die Clubs gingen und wie die DJs da gespielt haben. Es war auch einfach eine tolle Zeit im House-Bereich und dieser Soundtrack hat mich sehr geprägt. Es hat einfach bei mir ‚klick‘-gemacht und ich wusste ich will auch mal ein DJ werden und habe damit angefangen.

Das stelle ich mir ziemlich kompliziert vor in Clubs zu spielen, wenn man noch nicht mal 18 ist …
Die Gigs, die ich gemacht habe waren für Freunde, also eher privat. Geburtstage, Halloweenpartys und sowas. Es hat Spaß gemacht und war eine sehr lehrreiche Zeit.

Worum geht es in deiner neuen Single „Perfect Strangers“?
Wir wollten die Idee einfangen, dass man beispielsweise auf einem Festival oder im Supermarkt sein kann und da einfach mit jemandem plötzlich augenkontakt hast und dir denkst „Wow! Wie wäre es, wenn wir zusammen wären?“ Man trifft diesen perfekten Fremden und hat dann einfach in diesem Moment diese Verbindung. Das dazugehörige Video untermalt unsere Idee perfekt und hat diese unbeschreiblich schöne Story.

Ist dir das schon im echten Leben passiert?
Total oft. (lacht) Allerdings war das Ergebnis nie so wie in unserem Video.

Jonas Blue: Der Shootingstar des Jahres im Interview

Deine erste Single „Fast Car“ ist ja echt durch die Decke gegangen. Hast du eigentlich je mal ein Feedback von Tracy Chapman bekommen, wie es ihr gefallen hat?
Nicht direkt. Als wir den Song gemacht haben hatten wir mit ihrem Team zu tun, um die rechtlichen Geschichten zu klären. Ihrem Management und ihrem Team hat der Song wohl sehr gefallen. Von Tracy habe ich aber nie direkt etwas gehört.

Seit „Fast Car“ hat sich dein Leben echt um 180 Grad gewendet …
Total. Ich habe kürzlich in Mexiko-City bei einem riesen Festival gespielt. Ich habe dort vor 100.000 Leuten gespielt und als „Fast Car“ kam haben alle den Text mitgesungen. Ich habe die Musik in meinem Kopf kurz ausgeknipst und dachte mir nur „Wow! Das ist wirklich ein denkwürdiger Moment“. Ein andres krasses Erlebnis, dass mein Leben aktuell gut erklärt: Ich war letztes Jahr mit Freunden von mir in Ibiza zum Feiern und dieses Jahr war ich dann einfach mal bei Ushuaia und Pascha auf der Bühne und habe selbst gespielt. Ein unglaubliches Gefühl.

Was ist das Coolste daran auf Tour zu sein?
Einfach die Möglichkeit zu haben diese ganzen schönen Städte zu sehen, die man so vermutlich nie sehen würde. Ich mag auch dabei sehr neue Leute kennenzulernen und neue Speisen zu auszuprobieren.

Momentan bist du auf vielen Festivals und spielst mit den ganz großen. Hattest du schon mal einen Starstruck-Moment?
Ja, momentan bin ich ja mit David Guetta auf Tour und er ist jemand, zu dem ich wirklich aufschaue. Ich finde alles, was er so über die Jahre gemacht hat echt großartig. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich total gezittert habe, als ich ihn das erste Mal traf. Er ist wirklich der netteste Typ überhaupt. Ich bin nach wie vor total geehrt, dass ich mit ihm auf Tour und seine Shows eröffnen darf.

Hat er dir irgendwelche Karrieretipps gegeben?
Das jetzt nicht unbedingt, aber ich habe echt eine Menge gelernt, in dem ich ihn beim Arbeiten einfach beobachtet habe. Wie er live mit der Crowd kommuniziert und allgemein diese ganze Interaktionssache. Der Junge ist reißt die Menschen einfach mit und er hat diese unglaubliche Energie. Ich habe versucht mir ein bisschen davon abzugucken.

Ich habe gelesen, dass du all deine Songs an deiner kleinen Schwester testest …
Ja, das stimmt. Ich spiele ihr immer meine neuen Songs vor und schaue wie sie darauf reagiert. Sie ist eine tolle Testerin. Sie ist sehr kritisch und gibt mir immer ehrliches Feedback. „Perfect Strangers“ hat ihr übrigens auf Anhieb gefallen.

Jonas Blue: Der Shootingstar des Jahres im Interview

Du hast jetzt auch einen Remix für Elli Gouldings „Still falling for you“ gemacht. Wie kam es dazu?
Ich bin ein riesen Fan von Elli. Ich war wegen einem Auftritt in Italien und ich hatte nur zwei Stunden bevor mein Flieger ging und habe mich deshalb hingelegt. Währenddessen hat mein Handy non-stop vibriert. Ich habe dann kurz geguckt und gesehen, dass mein Social Media total am ausrasten war. Was passiert war, dass Eli ein Video von sich gemacht hat wie sie zu „Perfect Strangers“ passt. Damals kam der Song gerade raus und alle wollten wissen von wem der Song war und so weiter. Ich bin ein Fan von ihr und sie wohl einer von meiner Musik und als es zu „Still falling for you“ kam, hat sie mich persönlich nach einem Remix gefragt. Es war großartig den Song heute beim Lollapalooza zu spielen.

Dein Auftritt ist auch super angekommen …
Vielen Dank. Ich bereite nie groß etwas vor, sondern lasse mich von der Energie der Leute treiben.

Wenn du einen Song über diesen Moment schreiben müsstest, wie würdest du ihn nennen und wer würde ihn singen?
Der Song wäre darüber, dass dieser Auftritt hier der coolste meines Sommers war. Ich würde den Gesangspart an Elli Goulding vergeben. Vermutlich würde er „This Moment“ heißen.

Kommt dieses Jahr eigentlich noch eine EP oder ein Album?
Ich habe jetzt erst meinen Vertrag bei Virgin Records unterschrieben und im November kommt meine dritte Single. Im Februar dann noch eine Weitere und dann kommt dann das Album.

Gibt es auf dem Album dann auch einen Song auf dem du oder deine Schwester singt?
(Lacht) nein, ich wünschte ich könnte singen, aber ich kann es absolut nicht. Ich bin ein Musiker, deshalb wird das Album einige Akustikdinger bereithalten. Ich habe für jeden Song eine Akustikversion aufgenommen. Vielleicht ist da dann sogar etwas komplett akustisches ohne Beat.

Mit wem würdest du denn gerne mal arbeiten?
Calvin Harris und Max Martin. Zu Max muss man sagen, dass er früher die ganzen Backstreet Boys- und Britney-Sachen produziert. Heute ist er an den ganzen Hits von Leuten wie Katy Perry, Rihanna oder auch Ariana Grande beteiligt.