Montag, 03. Oktober 2016, 16:55 Uhr

Sophie Ellis-Bextor meldet sich zurück

Es scheint, als ob 2016 das Jahr der Comebacks der Helden unserer Jugend ist. So versucht sich jetzt auch Sophie Ellis-Bextor mit einem neuen Album.

 Sophie Ellis-Bextor meldet sich zurück

15 Jahre sind seit ihren Megahits wie „Murder on the Dancefloor“ oder „Groovejet (If This Ain’t Love)“ vergangen. In der Zwischenzeit hat sich für das Ex-Model eine ganze Menge geändert: So ist sie mittlerweile vierfache Mutter und hat ihr neues Album bezeichnend auch „Familia“ genannt. klatsch-tratsch.de hat sich mit der sympathischen Britin zum Talk getroffen.

Sophie, Du bist nach Jahren mit einem neuen Album am Start …
Ja, es ist mittlerweile meine sechste Platte, aber es fühlt sich für mich wie mein eigentlich zweites Album an. Ich habe es mit einem sehr talentierten Singer-Songwriter namens Ed Harcourt zusammengeschrieben, der auch einer der besten Freunde meines Mannes ist. Wir haben in der Vergangenheit schon zusammengearbeitet und es diesmal auf ein neues Level gebracht. Wir haben Dinge ganz anders gemacht, wie ich sie sonst machen würde. Das letzte Album ging ja in eine eher südamerikanische Richtung, das Neue hat einen osteuropäischen Touch.

Warum hast du es „Familia“ genannt?
Der Name hat einfach viele Bedeutungen für mich: Mir gefiel die Idee, dass es ein spanisches Wort ist, dass eigentlich in allen europäischen Sprachen verstanden werden kann. Ich habe ja auch meine eigene Familie gegründet und auf der anderen Seite die Familie, die aus den Leuten besteht, mit denen ich schon seit Jahren zusammenarbeite. Meine Band, mein Video-Team, Make-Up-Artists etc. Das sind alles Leute, die mir über die Jahre echt ans Herz gewachsen sind.

Du hast das Album ja gleich drei Monate nachdem du dein letztes Kind zur Welt gebracht hast aufgenommen. Wie hast du das denn alles unter einen Hut bekommen?
Ich hatte das Baby mit mir im Studio und das ging echt gut. In dem Alter schlafen die ja auch noch recht viel. Der Kleine ist einfach sehr entspannt und mit ihm ging es echt prima. Wir waren also die ganze Zeit zusammen und er hat mir beim Singen zugehört. Das war eine schöne Erfahrung. Wir haben das ganze Album in zehn Tagen durchziehen können.

Deine Alben hatten alle ziemlich gute Kritiken. Wie hoch war da dann der Druck mit dem neuen Album?
Um ehrlich zu sein gar nicht mehr. Ich bin jetzt mein eigenes Label. Ich muss jetzt nicht mehr Songs schreiben und die dann einem Riesen-Komitee von Leuten vorstellen, die sie dann so durchwinken müssen. Ich kann jetzt komplett meine eigenen Entscheidungen treffen und mich rein auf meine Musik konzentrieren. Das beflügelt meine Kreativität natürlich sehr.

 Sophie Ellis-Bextor meldet sich zurück

Mit welchen Gefühlen denkst du an deine „Murder on the Dancefloor“-Zeit zurück?
Mit sehr positiven. Ich hatte zehn wirklich gute Jahre mit dem Label. Das hat mir Türen geöffnet und ohne die wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt bin. Ich summe den Song noch heute gerne so vor mich hin – beispielsweise beim Wäsche waschen. Auch meine Freunde singen ihn noch häufig. Ich finde es toll so einen Song zu haben, den die Menschen mit mir verbinden. Ich glaube das ist das Ziel jedes Sängers, so ein Lied zu haben, das die Leute auch noch nach so langer Zeit mögen. Das ist definitiv ein Privileg.

Gibt es etwas aus dieser Zeit, das du heute vermisst?
Nein, eigentlich nicht. Alles, was ich damals besonders mochte, habe ich noch heute. Ich habe sogar noch meinen grünen Eyeliner von damals. (lacht)

Was ist deiner Meinung nach die größte Veränderung in der Musikindustrie, wenn du deine Startzeiten mit der heutigen vergleichst?
Ich denke die Streamingdienste haben alles verändert. Es ist an sich ja eine noch recht neue Erfindung, wenn du so willst, dennoch haben sie das komplette Biz verändert. Die Menschen haben schnelleren Zugriff zu allem und können auch Dinge finden, die sie so ohne das Internet nie gesehen oder erfahren hätten. Du kannst einen Song hören und sofort erfahren von wem er ist und dann auch gleich downloaden.

Stichwort Web2.0. Hast du das Gefühl, dass du als Promi heute mehr von dir preisgeben musst, wie damals?
Schwer zu sagen. Ich glaube früher waren sich die Menschen nicht so sicher, wie sie das alles nutzen sollten. Ich kann mir gut vorstellen, dass die sozialen Medien die Menschen schon dazu animieren mehr von sich preis zu geben, als sie schon ohnehin tun würden. Jeder muss das für sich selbst entscheiden. Wenn du alles, was du gerade machst teilen möchtest, ist das cool – wenn du da gar keinen Bock draufhast, dann ist das auch cool. Ich denke den Menschen ist es wichtig, dass – egal für welchen Weg du dich entscheidest – du dabei auf jeden immer echt und unterhaltsam bist. Mir persönlich macht es Spaß und ich denke ich habe da eine gute Balance für mich gefunden. Wenn ich etwas cooles sehe, dann teile ich es auch gerne mal.

 Sophie Ellis-Bextor meldet sich zurück

Apropos Social Media. Vor ein paar Wochen hast du mit einem Bild von deinem Sohn in rosa Klamotten eine Gendering-Debatte zum Thema Kleinkinder neu angestoßen. Du hattest dich darüber beschwert, dass diese „veralteten Genderideen“ es noch immer schwer machen rosa Kleidungsstücke für Jungs zu bekommen.
Ja, das stimmt. Die Reaktionen darauf waren durchweg positiv. Natürlich waren nicht alle meiner Meinung, aber ich wollte eine Diskussion darüber ins Leben rufen. Ich bin absolut nicht militant, aber ich denke es ist ok Dinge mit der Welt zu teilen, die einen beschäftigen. Es gibt viele Leute, denen es da ähnlich geht wie mir. Die Jungs haben, denen die Farbe rosa einfach gut gefällt.

Wäre ein Unisex-Modelabel für Kleinkinder nicht ein spannendes Projekt für dich?
Das wäre in der Tat eine spannende Sache, aber nicht als Hauptding. Vielleicht nehme ich das mal in der Zukunft als Projekt auf. Wer weiß …

Was hast du für dieses Jahr noch geplant?
Ich werde jetzt erst mal sehen wohin mich mein neues Album treibt. Wir haben jetzt das Video zu meiner zweiten Single „Crystallise“ gedreht und im nächsten Jahr geht es dann auf Tour. Hoffentlich dann auch in Deutschland.