Donnerstag, 06. Oktober 2016, 18:14 Uhr

Filmkritik "Die Insel der besonderen Kinder": Erstklassig!

Schrullig, cool und düster: Mit „Die Insel der besonderen Kinder“ ist Tim Burton ein hochklassiger Film gelungen.

Filmkritik "Die Insel der besonderen Kinder": Erstklassig!

Irre, dieser Typ von Regisseur und in seiner Klasse quasi ein Solitär – der Pink Panther unter den Diamanten. Irre auch seine Filme; selbst die Batman-Comicverfilmungen („Batman“ und „Batmans Return“), mit denen Tim Burton seinen Durchbruch schaffte, tragen diese nicht zu kopierende, unverwechselbare Handschrift. Und jetzt ist es wieder passiert: Tim Burton hat einen Film erschaffen, der das Zeug hat, in den in den Film-Olymp einzugehen.

Ein Kind und sein Opa. Jacob (Asa Butterfield) liebt seinen Großvater Abraham, genannt `Ape` (Terence Stamp) über alles. Die beiden sind ein Team, der Alte erzählt dem kleinen Außenseiter immer wieder von Kindern, die auf einer britischen Insel wohnen oder besser gesagt, sich dort in einer Zeitschleife verstecken.

Die Clique von Kindern haben extrem merkwürdige Fähigkeiten und Burton stellt diese mitnichten eine nach der anderen vor. Da ist ein Zwillingspärchen, dass je eine geschneiderte Ganzkörperbedeckung trägt und grundsätzlich nur im Doppelpack auftaucht oder einen Jungen, dessen Existenz sich um Bienen dreht… Jacob kennt alle Kinder nicht nur aus den Erzählungen seines Großvaters, sondern auch von Fotos – es ist wunderbar anzusehen, wie Enkel und Opa miteinander harmonieren. Denn Jacob glaubt ihm, er nimmt ihm alles ab: die Kinder, die Monster, die Insel, Zeitschleifen, einfach alles. Später, nachdem er sich in der Schule damit lächerlich gemacht hat, glaubt er seinem Opa jedoch kein Wort mehr.

Filmkritik "Die Insel der besonderen Kinder": Erstklassig!

Als der Junge 16 ist, stirbt der alte Mann. Jacob findet den toten Körper und kann es nicht fassen: die Augen sind nur noch leere Höhlen. Jacob bemerkt noch mehr: um ihn herum tummeln sich zwei sehr gruselige Gestalten im Nebel. Klar, die Erwachsenenwelt übernimmt mit ihren logischen Erklärungen den Tathergang und Jacob landet auf dem Stuhl einer Psychologin. Diese scheint seine Rettung zu sein, denn zur Trauerbewältigung empfiehlt sie Jacob, auf besagte Insel zu reisen, von der sein Großvater immer erzählt hat. Allein darf Jacob dann doch nicht los, sein Vater Frank (Chris O´Dowd, 39, „Radio Rock Revolution“) begleitet ihn derart missgelaunt, dass er sich fortan dem Müßiggang und dem Alkohol ergibt.

Filmkritik "Die Insel der besonderen Kinder": Erstklassig!

Noch bevor beide die Insel erreichen, begleitet Miss Peregrine (Eva Green) in ihrer Vogelgestalt das Boot…. Kaum angekommen, macht Jacob sich zügig auf den Weg zum Kinderheim, wo die besonderen Kinder alle zusammen wohnen sollen.

Und dann geht es sehr schnell: Jacob landet im Jahr 1943 und das Abenteuer gegen den mächtigen Barron (Samuel L. Jackson, in 1A-Spielstimmung – herrlich fies und sehr hartherzig), der mit seinen unsichtbaren mörderischen Monstern alle Zeitschleifen zerstören will, nimmt seinen Lauf!

Filmkritik "Die Insel der besonderen Kinder": Erstklassig!

Fazit: Optisch top, fantasievoll, britisch-verschroben und eigenwillig: ein echter Tim-Burton-Film! Die Bestseller-Verfilmung „Die Insel der besonderen Kinder“ ist ein gruseliges Märchen für Erwachsene. Hier stimmt alles; die visuelle Brillanz, die Story, die Kinderdarsteller und natürlich die brutal-spleenigen herzlosen Monster. Der Held in der 2. Reihe von „Die Insel der besonderen Kinder“ ist Chris O´Dowd (auch toll als General Edward in „Gullivers Reisen“). In der Rolle als Jacobs Vater liefert schlichtweg eine Meisterleistung ab.

Noch ein Hinweis zum Schluss: Für Kinder ist der Film nicht geeignet. (Katrin Wessel)

Fotos: 20th Century Fox