Dienstag, 11. Oktober 2016, 13:27 Uhr

Anke Engelke: Männer haben Angst vor mächtigen Frauen

Anke Engelke fordert mehr Dialog zwischen den Geschlechtern. Die 50-jährige Powerfrau interessiert sich sehr für die Gender-Debatte und hat bereits ihre eigene Analyse zu dem gesellschaftspolitischen Problem aufgestellt.

Anke Engelke: Männer haben Angst vor mächtigen Frauen

„Ich glaube, der Kern aller Konflikte ist Angst. Männer befürchten, dass ihnen etwas weggenommen wird, und Frauen fürchten sich davor, dass man sie unterschätzt. Das ist in unserem kleinen Leben genauso wie in der Weltpolitik oder am Arbeitsplatz. Wenn Menschen durchdrehen und unsachlich, unfair und asozial werden, dann, weil sie Angst haben.“

Und die beliebte TV-Lady weiß leider nur zu gut: „Alle haben mal Angst, ich auch, und dann reden wir Unsinn und verhalten uns dumm.“ Das wichtigste sei, dass eine Kultur der Offenheit und Toleranz herrsche. Die dreifache Mutter appeliert deshalb: „Lasst jeden so leben, wie er will, so lange es nicht auf Kosten anderer geht. Dann muss niemand mehr Angst haben.“

Genau so ist sie der festen Überzeugung, dass Frauen wie Männer nur nach ihrer Persönlichkeit und ihrer Kompetenz bewertet werden sollten: „Ist das Geschlecht nicht wurscht, wenn es um Klugheit geht, um Talent, Wissen und um Witz? Wenn jemand etwas 1a macht, weil er leidenschaftlich und saugut ist, ist es mir doch egal, ob das ein Mann oder eine Frau ist.“ Außerdem verrät der Fernseh-Star im Gespräch mit ‚GQ‘, wie er es geschafft hat, in die hart umgekämpfte Comedy-Branche einzusteigen. Als mit nur 1,65 Metern „sehr kleine“ Frau sei sie nämlich nie wirklich wahrgenommen worden: „Dann lernt man, wie man Menschen auf anderem Weg auf sich aufmerksam macht.“ Größe, Geschlecht, Aussehen – all das sind schließlich doch nur oberflächliche Attribute, die nicht ausreichen, um eine Person zu definieren.

Foto: WENN.com