Sonntag, 16. Oktober 2016, 11:59 Uhr

Maite Kelly im Interview: "Ich bin eine begeisterte Taucherin"

Mit „Sieben Leben für dich“ hat sich Maite Kelly ihren eigenen Traum erfüllt – ein komplettes Album, das sie widerspiegelt – Mitte 30, mitten im Leben, mitten in den Hochs und Tiefs einer Mutter und Liebenden, mitten auf dem Boden und manchmal mitten mit dem Kopf im Himmel.

Maite Kelly im Interview: "Ich bin eine begeisterte Taucherin"

„Ich wollte Songs machen, die ich selber liebe, zu denen ich tanzen möchte oder die Hausarbeit erledige. Bei denen ich im Arm meines Mannes liege oder im Auto meine Kinder zur Schule fahre.“ Ein Rund-um-die-Uhr-Album. Vor allem aber eine Liebeserklärung an das Leben.

Nach einem Superhit, den sie für Roland Kaiser geschrieben hat und den sie mit ihm singt, der sagenhafte 20 Millionen YouTube Klicks erreicht hat (Stand September 2016), fühlt sich Maite angekommen. Angekommen in einem musikalischen Kosmos, den sie bisher kaum für möglich gehalten hat. Und für Maite Kelly ist das heute Schlager. „Roland Kaiser hat mir da eine Welt eröffnet, die ich bisher kaum erahnt habe… ich liebe… ach was, ich bin Schlager!“

klatsch-tratsch.de-Schlagerexpertin Geraldine hat sich mit Maite getroffen und jede Menge Neues zutage gefördert.

Maite Kelly im Interview: "Ich bin eine begeisterte Taucherin"

Warst du diese Jahr schon auf Urlaub?
Ja, ich war mit meiner Familie in Korsika und auf Ibiza. Wir lieben das Boheme. Im Frühling waren wir auf den Malediven. Ich brauche einfach die Wärme, wenn es draußen noch kalt ist. Es war unglaublich, da ich auch eine begeisterte Taucherin bin und es dort paradisisch zum Tauchen ist. Ich würde gern öfters dazu kommen. Es ist wie eine andere Welt. Man beschränkt sich in dem Moment auf das Wesentliche, auf den Atem. Was war das Beeindruckendste dass du unter Wasser bis jetzt gesehen hast? Mantas! Ich bin mit einem geschwommen. Ein Manta hat so eine besondere Ausstrahlung und Energie. Das sind Ruhetiere, genauso wie Delphine.

Hast du ein spezielles Tauchgebiet, zu dem du irgendwann mal hin möchtest?
Ja Griechenland! Ich weiß, dass hört sich komisch an, aber mich beeindruckt diese versunkene Stadt und wegen der vielen Säulen. Ich fahre z.B. nach Rom, extra wegen der Säulen. Ich fotografiere am liebsten Schuhe, Säulen und Türen. Ich bin ein Schuhe-Säulen-Türen-Fetischist (lacht). Du hast das Glück, Teil einer der bekanntesten Musikfamilien zu sein.

Wie ist das für dich?
Das ist Fluch und Segen zugleich, wie alles im Leben. Nicht alles ist immer nur perfekt. Ich wollte eigentlich gar nicht mehr Musik machen, ich hatte meine Kinder. Aber irgendwie sollte es so sein. Ich hätte mir nicht gedacht, dass jemand wie ich, in der Branche Fuß fassen könnte. Doch ich hatte unrecht, ich hatte nie das Gefühl, dass man mich nur als ein Mitglied der „Kelly Familiy“ sah, sondern, dass ich als „Maite“ angenommen werde.

Warum hast du dir das nicht zugetraut, wieder in der Musikbranche Fuß zu fassen? Warum wolltest du auf deutsch singen?
Ich bin ein Kind der 90er, da war alles ein wenig „Baywatch“ belastet. Ich wollte mich aber nicht verändern und deshalb wollten mich auch einige nicht managen. Ich bin auch eigentlich mehr die Texterin. Bei mir entsteht zuerst der Text und dann die Musik. Als ich begann auf Deutsch zu schreiben und sah wie es bei den Leuten ankam, war das so ein tolles Gefühl, denn man konnte sehen, dass die Leute verstehen, was ich singe. Man muss im Leben lernen loszulassen. Mein letztes Album z.B. habe ich mit einem kleinen Label gemacht, aber die Plattenfirma ist insolvent gegangen und ich dachte „ok, dann soll es eben nicht sein“. Doch dann ging der Song mit Roland Kaiser durch die Decke und so nahm alles seinen Lauf.

Maite Kelly im Interview: "Ich bin eine begeisterte Taucherin"

Wie bist du zu Roland Kaiser gekommen?
Das war auch Schicksal. Wir saßen bei einer Veranstaltung zusammen und Monate zuvor hatte ich einen Song geschrieben den ich für ihn angedacht hatte, aber ich habe mich nicht getraut zu fragen, ob er ihn machen möchte. Irgendwann bei einer der schrecklichsten Minestronesuppen meines Lebens in einem Backstagebereich, wo wir wieder beisammen saßen, hatte ich mich dann endlich getraut.

An welchem Song hast du bei deinem neuen Album am längsten gesessen?
„Es war noch nie so schön so falsch zu liegen“ Ich habe ihn vier mal umkomponiert. Ich fand den Satz toll, aber wollte damit nicht, als „Schlampe“ rüberkommen, sondern ich wollte es romantisch und sinnlich gestalten. Man kann es so sehen, dass man jemanden falsch einschätzt oder eben einen verdammt schoehner Fehler gemacht hat und am nächsten Morgen drauf kommt. Man muss es mit einem Augenzwinkern nehmen.

Wie stehst du zu Körperkult?
Ich finde es schön, dass durch Instagram, alle Arten von Körpern akzeptiert und gefeiert werden. Ich hatte z.B. immer Model-Freundinnen, welche gefressen haben ohne Ende und gerne zugenommen hätten. Ich habe mich, aber auch nicht minderwertig gefühlt. Es geht immer darum, dass man sich selbst annimmt und seine Stärken und Schwächen akzeptiert.

Maite Kelly im Interview: "Ich bin eine begeisterte Taucherin"

Woher kommt diese Gelassenheit?
Ich möchte mich in den Spiegel sehen können, mit den Dingen die ich im Leben tue. Wichtig war auch mein Vater, der mich geliebt und in mir immer eine tolle Mench gesehen hat. Der Vater ist für eine Mädchen die erste Liebe und das kann Frauen, im positiven als auch im negativen Sinne, für das Leben prägen. Bei Männern ist das die Mutter. Mühsam ist es, wenn man gegen den Mutterkomplex eines Mannes kämpft, daran scheitert und dann auf einmal aus heiterem Himmel, eine andere Frau auftaucht und sie die Lorbeeren erntet für deine ganze Arbeit. Dann wird nach drei Monaten geheiratet und du denkst dir nur, warum? (lacht).

Wie hast du deinen Mann kennengelernt?
Es war noch zu Zeiten der „Kelly Family“, als mein Vater gerade gestorben war. Mir ging es nicht gut und war noch in tiefer Trauer um ihn. Ich hatte alles andere im Kopf, als einen Mann kennenzulernen. Wir haben uns im Backstagebereich kennengelernt. Er sah mich an und hat sich verliebt. Ich stieg dann zu ihm ins Auto und wir fuhren dem Tourbus nach, um meine Brüder zu ärgern, dass ich mit einem Mann ins Auto steige. Ich bin in Trauer eingestiegen und verliebt wieder ausgestiegen.

Maite Kelly im Interview: "Ich bin eine begeisterte Taucherin"

Welche drei Dinge würdest du auf eine Insel mitnehmen?
Das ist schwer bei drei Kindern, was mache ich mit meinem Mann? (lacht.) Können wir die Kinder als eins zählen? ok! Gut, dann meine Kinder, mein Mann und die Bibel.

Was ist deine Lieblings App?
„Quick“, damit kann man tolle Fotocollagen mit Musik machen.

Was würdest du niemals machen?
Ich habe so viel Diät-Werbung abgelehnt. Ich hätte so viel Geld damit machen können, aber ich bin nicht meine Diät, es gibt kein Thema mehr über dich, als deine Diät. Firmen wollen einfach deine Glaubwürdigkeit missbrauchen. Christine Neubauer hat 20 Jahre gesagt, sie ist so wie sie ist und nach ihrer Abnehmkur meinte sie dann, sie ist endlich da, wo sie immer sein wollte. Das fand ich schade Das nimmt einfach Authentizität. Ich bin in dieser Branche nicht aufgrund meiner Figur, sondern wegen meiner Talente. Wenn man Kinder hat, verschwinden alle Unsicherheiten, weil du lernst, was im Leben wirklich wichtig ist. Die Mutterschaft ist eine sehr positive tolle Quelle.

Wie entspannst du am besten?
In einer heißen Badewanne mit Lavendelduft oder eine gute Freundin treffen.

Übrigens: Maite Kelly spielt im Berliner Friedrichstadt-Palast am 13. März 2017. Tickets gibt es bei www.eventim.de und bei allen bekannten Vorverkaufsstellen, sowie im Internet unter www.eventim.de und www.semmel.de.

Fotos: klatsch-tratsch.de/Karsten Schröder