Montag, 17. Oktober 2016, 20:03 Uhr

TV-Promis Pro & Contra (16): Inka Bause

Inka Bause moderiert heute Abend um 21.15 Uhr eine weitere Folge von „Bauer sucht Frau“. Die Sendung verspricht, wie gewohnt, ein Ringelrein an unbeholfenen Balzversuchen und kuriosen Wortwendungen zu werden.

TV-Promis Pro & Contra (16): Inka Bause

Bause wird am 21. November 1968 in Leipzig geboren. Bereits ihr Vater reüssiert als erfolgreicher Schlagerkomponist in der ehemaligen DDR. Die Erstklässlerin wird von Talent-Scouts der Musikschule Friedrichshain entdeckt. Nach dem Abschluss 1983 wird sie Mitglied des Stamnitz-Orchesters und nimmt Gesangs- und Klavierunterricht. 1984 folgt ihr erster Hit „Spielverderber“ – der Anfang einer beeindruckenden Karriere als Sängerin, später auch als Moderatorin der Sendung „Talentbude“.

1990 singt sie als erste ostdeutsche Interpretin in der legendären „Hitparade“ und belegt prompt den dritten Platz. Sie arbeitet als Schauspielerin und Moderatorin für verschiedene öffentlich-rechtliche Sender, bevor sie zu RTL wechselt. Nahe liegt, dass sich Bause als „Moderationsschauspielerin“ begreift, denn sie setzt alles daran, sich in Gestik, Mimik und Tonfall ihrer Zielgruppe anzupassen.

TV-Promis Pro & Contra (16): Inka Bause
Moderatorin Inka Bause begrüßt auf dem Scheunenfest Jörg, den tätowierten Teilzeitbauern

Besonders gerne bedient sie sich dabei der Alliteration, einer Methodik des Umgangs mit der Sprache, die sie dank reichlich renditeorientierter Redakteure auf den Leib geschneidert bekommt. Auch das Gesagte soll stets zum Markenkern „Bauer sucht Frau“ passen. So zeigt sie sich in Folge eins des provinziellen Spektakulums in Einheit mit den Bauern, indem sie darauf hinweist, sie hätte „auch kein Abitur“. Dass sie an der Berliner Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ ein Gesangsstudium mit „Sehr gut“ abschloss, verschweigt sie. Denn das würde die gefühlte Distanz zur Szenerie wieder vergrößern.

Mit der geschilderten Schaffensweise befindet sich die 47-Jährige Single-Mama auf einer Ebene mit Vera Int-Veen, die in der allsonntäglichen Schmierenkiste „Schwiegertochter gesucht“ noch viel drastischer und schamloser die bundesdeutschen Coach-Kartoffeln an den Lebensläufen armer, und das ist nicht zynisch gemeint, Existenzen teilhaben lässt. Zu Gute halten muss man Bause, dass sie – und das ist nicht nur der kecken Frisur geschuldet – im Gegensatz zu ihrer Kollegin mit dem holländisch klingenden Namen mehr Frische und Verve an den Tag legt. Insbesondere zeigt sich das in den ersten Folgen ihres Engagements bei „Familienduell“, ein Format, das ihr die Freiheit gewährt, einfach draufloszuplappern. Die Verdorbenheit manch eines RTL-Programms hat sie also scheinbar noch nicht ganz erfasst.

TV-Promis Pro & Contra (16): Inka Bause

Unsere Wertung:

Charme: 6 von 10 Punkten
Witz: 6 von 10 Punkten
Einzigartigkeit: 6 von 10 Punkten

Fazit:

Inka Bause ist ein wichtiges Element des Erfolgskonzepts „Bauer sucht Frau“. Allerdings beschränkt das eng formatierte Konzept die Kreativität Bauses. Akzente setzt sie somit nur so, wie es das Zielpublikum ganz sicher versteht. Schade.

Fotos: RTL/Stefan Gregrowius, Ruprecht Stempell