Donnerstag, 20. Oktober 2016, 22:38 Uhr

Filmkritik "Ouija - Ursprung des Bösen": Horror für Sonntagnachmittag

Exorzist gesucht: Im Horrorfilm der Herbstsaison wird dem Brettspiel „Ouija Ursprung des Bösen“ teuflisches Leben eingehaucht. Jetzt ist d er Spaß im Kino gestartet.

Filmkritik "Ouija - Ursprung des Bösen": Horror für Sonntagnachmittag

Los Angeles, Mitte der 60er. Der Aufruhr der 68er ist gerade einmal an der Länge eines Plisseerocks der Schuluniformen zu erahnen, mehr aber auch nicht. Verklemmt und spießig kommt die Vorstadtwelt in allen Bonbonfarben zum Kleben. Alice (Elisabeth Reaser) ist alleinerziehende Mutter zweier Töchter, Paulina (Annalise Basso) und Doris (Lulu Wilson), die schon im zarten Alter mit betonharter Bugwellenfrisur unterwegs ist.

Alice verdient ihren Unterhalt mit spirituellen Sitzungen, aber eigentlich ist sie kreuzbrav und leidet sehr unter den finanziellen Belastungen, seitdem ihr Mann verstorben ist. Die Familie hängt an dem Haus, kostbare Erinnerungen sind mit jedem einzelnen Zimmer verknüpft.

Die Töchter haben den Vater ebenfalls sehr geliebt, seine Präsenz fehlt allen. Paulina, der Teenie in der Familie, probiert sich gerade aus: in Sachen „Jungs toll finden“, sich auf Partys fortschleichen, um aus Kaffeetassen Alkohol trinken und spirituelle Geisterspiele auf dem Teppich der Gastgeber spielen. Pauline ist ja quasi vom Fach, denn beide Mädchen müssen die Mutter bei ihren Fake-Séancen tatkräftig unterstützen. Pauline ist es auch, die das gerade sehr angesagte Spiel „Ouja“ kauft, mit dessen Hilfe man Geister befragen kann. Ein schicker Einfall, um das Business ihrer Mutter ein wenig zu beleben.

Es gibt drei Grundregeln für dieses Spiel – natürlich wird keine von denen eingehalten – und so nimmt der Horror seinen Lauf. Kaum sitzt die Mutter allein am Brett und fängt die Geisterbefragung an, antwortet Doris ein Stockwerk höher in ihrem Zimmer mit einer Stimme, die zu einem Jungen namens Marcus gehört.

Filmkritik "Ouija - Ursprung des Bösen": Horror für Sonntagnachmittag

Pauline wird nachts (ein Klassiker in Horrorfilmen) immer wieder die Bettdecke weggezogen und hört unendlich viele, sich überlagernde Stimmen. Doris trifft es härter, denn sie ist ein echtes Medium. Aber der einzige Mensch, der helfen könnte, ist mutig, aber auch naiv. Der Schulleiter, Father Tom (Henry Thomas, 45, „Gangs Of New York“, „E.T.“) nimmt die Probleme und Erscheinungen rund um die Familie ernst und hat zudem ein Auge auf die Frau Mutter geworfen. Jeder merkt intuitiv, dass mit Doris was nicht stimmt. Nur was?

Fazit: „Ouija Ursprung des Bösen“ ist ein Horrorfilm für den Sonntagnachmittag. (Katrin Wessel)

Fotos: Universal Pictures