Dienstag, 25. Oktober 2016, 17:55 Uhr

"Schrotten!" mit Frederick Lau gibt's hier auch für Zuhause

Gerade erscheint ‚Schrotten!‘ auf DVD, Blu-ray und Digital. Der neue Film des Oscar-nominierten Regisseurs Max Zähle spielt in der idyllischen Kleinstadt Celle in Niedersachsen.

"Schrotten!" mit Frederick Lau gibt's hier auch für Zuhause

Mit seinen knorrigen Figuren, inspiriert vom echten Leben wahrer Schrotthändler, definitiv ein Film mit Kultcharakter. In vielen ländlichen Gegenden gibt es sie, die Schrotthändler, die mit ihren Transportern durch die Wohngebiete tingeln. Sie sammeln Schutt, Metalle, Elektrogeräte, kurz … Schrott!

Die bürgerliche Gesellschaft begegnet den fliegenden Händlern oft mit Misstrauen, das aus alten Vorurteilen resultiert. Die in Celle ansässigen Schrotthändlerfamilien sind Nachfahren jener Vagabunde, die in der vorindustriellen Zeit mit Kutschen und Pritschenwagen durch die Dörfer zogen, um alte Lumpen und Knochen zu sammeln und diese zu verkaufen.

Max Zähle weiß von seinem persönlichen Bezug zu diesem Milieu zu berichten: „In dem Landkreis in Niedersachsen, in dem ich aufgewachsen bin, gehörten fahrende Schrotthändler zum Straßenbild, die über die Dörfer fuhren und alles Mögliche einsammelten, was die bürgerlichen Haushalte so aussortiert hatten. Als Kind habe ich ganze Sommer auf dem Schrottplatz meines Freundes Marcel, Spross eines solchen Schrotthändlerclans, verbracht.“

Nach vielen Jahren nahm Zähle zu seinem Freund aus Kindheitstagen wieder Kontakt auf. Obwohl sich Marcel mit einer Banklehre augenscheinlich von diesem vermeintlich „schwierigen Milieu” emanzipiert hatte, war er doch wieder als umherfahrender Schrotthändler tätig. Auf Zähles Frage nach Marcels Entscheidung, antwortete dieser so einfach wie einleuchtend: „Familie!“

"Schrotten!" mit Frederick Lau gibt's hier auch für Zuhause

„Jede Familie hat ihren eigenen Sog, ihre eigenen Gesetze“, so Zähle weiter. „Der Sog bei den Schrotthändlern ist der starke familiäre Zusammenhalt gegen Jahrhunderte alte Ausgrenzung und Anfeindung, die tiefe Verankerung in ihren Traditionen.“

Innerhalb dieser geächteten, multiethnischen Gruppe entstand ein Bedürfnis nach Verständigung ebenso wie nach Geheimhaltung. So griff man auf das Rotwelsch zurück, die Geheimsprache der Nichtsesshaften, die sich in Deutschland bis ins 12./13. Jahrhundert zurückverfolgen lässt – und bis in die heutige Zeit gehalten hat. Zahlreiche Wörter haben Eingang in die allgemeine deutsche Umgangssprache gefunden. „Baldowern“, „Kohldampf“ und „Schmuh“ sind heute so geläufig, wie auch die Begriffe „Bulle“ und „Polente“ für die Ordnungshüter.

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Das Rotwelsch wurde ergänzt durch eine Reihe geheimer Zeichen, die sogenannten Gaunerzinken. Wie das Rotwelsch selbst dienten auch sie dazu, die Absicht ihrer Benutzer vor Außenstehenden zu verbergen, gleichzeitig stifteten sie aber auch eine gemeinsame Identität. Noch heute werden die Gaunerzinken als geheime Markierungen verwendet. Die Augen offen halten sollte daher, wer etwa solche Zeichen in seiner Umgebung an Hauswänden und Gärtenzäunen entdeckt! Unten ein paar Beispiele!

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Fotos: Port au Prince Pictures GmbH