Sonntag, 30. Oktober 2016, 16:14 Uhr

James Arthur im Interview: "Meine letzten Jahre waren düster"

Für viele ist klar: Wer eine Castingshow gewinnt hat maximal einen mäßigen Hit und darf danach wieder in sein altes Leben zurück und beispielsweise Hamburger verkaufen. In vielen Fällen dürfte das auch so zutreffen.

James Arthur im Interview: "Meine letzten Jahre waren düster"

Bei James Arthur ist das aber anders: Er gewann 2012 die Briten-Version von ‚The X Factor‘ und konnte sich selbst hierzulande einen Namen machen. Nach Streitigkeiten mit anderen Künstlern und dem Label begab sich das Goldkehlchen in eine Kreativpause und ist jetzt mit neuer Energie am Start. klatsch-tratsch.de-Autor Dennis hat sich mit dem Sänger unterhalten:

Wovon handelt deine neue Single “Say You Won’t Let Go”?
Es ist meine Interpretation einer Lovestory. Meine persönliche Vorstellung von der perfekten Liebe. Der Song soll den Leuten aufzeigen wie es sein kann, sich in seinen Seelenverwandten zu verlieben und den Rest des Lebens mit ihm zu verbringen. Ich möchte, dass die Menschen ein Stück von diesem wohligen Gefühl mitnehmen können.

Die Band The Script behauptet, dass deine neue Single sehr an ihre Musik angelehnt ist und prüft  juristische Schritte. Was sagst du zu diesen Behauptungen?
Dazu möchte ich nichts sagen.

Dein neues Album trägt den Titel “Back from the Edge”. Das ist ja ein ziemlich düsterer Titel …
Ja, das stimmt. Meine letzten Jahre waren ziemlich düster und ich bin durch echt harte Zeiten gegangen. Ich hatte mit psychischen Problemen zu kämpfen und war kurz davor meine musikalische Karriere zu beenden. Ich habe dann aber irgendwann angefangen meine Perspektive auf die Dinge zu wechseln und das hat mir immens geholfen. Diesen Prozess verarbeite ich auch auf dem Album.

Dann war das Album quasi eine Art Selbsttherapie …
Genau. Es ist jetzt nicht so, dass ich wieder alles aufs Neue durchleben würde, wenn ich das Album höre, aber ich spüre das Ähnliche am Ende: Hoffnung. Und genau dieses Gefühl möchte ich den Hörern weitergeben. Ich will mit meiner Musik helfen.

Du hast Dir eine Auszeit auf dem Musikbiz genommen. Was hast du in dieser Zeit so gemacht?
Ich habe viel geschrieben und hart gearbeitet. Ich habe mir aber auch die Zeit genommen, mal wieder ganz elementare und vor allem normale Dinge zu machen, für die ich so nicht wirklich Zeit hatte. Viel Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbracht. Ganz normal gelebt und habe endlich mal Dinge gemacht wie Fußball spiele oder Filme gucken.

James Arthur im Interview: "Meine letzten Jahre waren düster"

Du hast in einem Interview mal gesagt, dass du eigentlich nie berühmt werden wolltest. Warum eigentlich nicht?
Naja, ich würde eher sagen, dass ich damals einfach nicht auf den Fame vorbereitet war. Man weiß im vornherein einfach nicht, was da auf einen zukommt und ich war zu dem dortigen Zeitpunkt einfach nicht dadurch geschaffen. Ich musste da erst hineinwachsen. Heute habe ich das Konzept des Ruhms verstanden und bin es gewohnt mit ihm zu arbeiten. Er ist ein Teil meines Berufs geworden, wie jeder andere. Ich kann viel besser mit diesem Druck umgehen.

Was würdest du einer Person empfehlen, die neu im Biz ist und wie du damals quasi über Nacht zum Start wurde.
Sich einfach zurücklehnen … sich massieren … Eventuell flachlegen lassen. Spaß! (lacht)

James Arthur im Interview: "Meine letzten Jahre waren düster"

Was nervt dich am Ruhm heute am meisten?
Hm, schwer zu sagen. Ich versuche mich nicht so auf die negativen Dinge zu konzentrieren. Das einzige, was mir spontan einfällt ist, dass man schneller von Menschen vorverurteilt wird. Das kann schon einen bitteren Nachgeschmack haben.

Durch das Berühmtsein lernt man aber sicher schneller Frauen kennen, oder?
Ja, das ist eine ganz einfache mathematische Rechnung: Je mehr Menschen dich kennen, umso mehr Chancen hast du. Ich versuche mich davon aber nicht zu sehr ablenken zu lassen. Aber wie gesagt: Ich versuche es! (lacht)

Ich weiß, dass du ein riesen Kampfsport-Fan bist. Könntest du dir vorschlagen nach deiner Musikkarriere in diesem Bereich einzuschlagen?
Definitiv. Ich möchte unbedingt nach meiner Musikkarriere Schwergewichts-Champion im Bereich Mixed Martial Arts werden.

Was hast du für dieses Jahr noch so geplant?
Natürlich jetzt erstmal sehen wie sich das Album entwickelt. Dann so viele Shows wie möglich spielen. Dann ist ja schon wieder Weihnachten.

Dafür schon genaue Pläne?
Die alljährlichen Weihnachtsfilme und die dazugehörigen Weihnachtsstreitigkeiten mit der Familie. Das Übliche halt. (lacht)

Fotos: Olaf Heine