Samstag, 12. November 2016, 15:50 Uhr

Dieses Mini-Café will den Rekord knacken

Kuschel-Feeling bei Kaffee und Kuchen: Das Mini-Café im Kreis Wolfenbüttel ist gerade mal rund acht Quadratmeter groß. Aber ist es damit auch das kleinste Café überhaupt?

Dieses Mini-Café will den Rekord knacken

Mönchevahlberg – der Name verspricht nicht unbedingt Größe. Gerade einmal 170 Menschen leben in dem Dorf der Gemeinde Dettum im Landkreis Wolfenbüttel nahe dem Atommülllager Asse. Doch wer über die Hauptstraße durch den Ort kommt, merkt schnell: Es geht hier noch winziger. Kurz hinter dem Ortseingang befindet sich das „Café T Asse“. Auf nur 8,41 Quadratmetern servieren Bärbel und Uwe Brackmann Kaffee und Kuchen auf engstem Raum.

„Suchen Sie sich einen Platz aus“, sagt Uwe Brackmann, als er den kleinen Raum betritt und lacht. Ein Tisch mit drei Stühlen und ein Platz an der kurzen Theke stehen zur Wahl. Sechs Gäste waren hier schon mal gemeinsam drin. Der bisherige Rekord. Ob auch die wenigen Quadratmeter rekordverdächtig sind, das wollen die Brackmanns nun herausfinden. Sie haben ihr Café bei der World Records Association angemeldet, um mit dem Titel „Kleinstes Café“ im Guinness-Buch der Rekorde zu landen. Noch warten sie auf eine Antwort.

Die Idee zu ihrem Mini-Café hat sich den beiden quasi aufgedrängt. Früher gab es in dem Gebäude direkt neben dem Wohnhaus der Familie einen Kiosk. Radfahrer, die im Sommer auf ihren Touren daran vorbeikamen, und feststellten, dass dieser mittlerweile geschlossen war, klopften einfach bei den Brackmanns an und baten um ein Glas Wasser. Also entschieden sie sich, das bisschen vorhandenen Platz zu nutzen. Seit diesem Jahr versorgt die 61-jährige Bärbel Brackmann mit der Unterstützung ihres Mannes in den Sommermonaten an drei Tagen in der Woche ihre Gäste.

Als die beiden im Fernsehen einen Bericht über ein winziges Café im bayerischen Amberg sahen, das sich als kleinstes Café Europas (siehe Video) bezeichnete, zogen sie selbst mit dem Zollstock los. „Ich habe ihn bestimmt viermal messen lassen“, sagt Bärbel Brackmann mit Blick auf ihren Mann. „Das Café wurde dadurch aber nicht breiter“, antwortet der 57-Jährige. Das Ergebnis: Mit seinen 8,41 Quadratmetern ist das „Café T Asse“ zumindest 0,34 Quadratmeter kleiner als das in Bayern.

Alles andere soll jetzt die Guinness-Jury entscheiden. Um den Rekord zu überprüfen, gebe es zwei Möglichkeiten, erklärt eine Sprecherin. „Entweder ein Rekordrichter kommt und überprüft die Maße vor Ort oder die Antragssteller müssen Beweismaterial einschicken.“ Das könnten zum Beispiel Baupläne und Bildmaterial sein. Der Schritt käme dann nach der noch laufenden Antragsphase.

„Wir sind jetzt auf Rekordjagd“, sagt Uwe Brackmann. „Nun wollen wir den Titel auch.“ Ihr größtes Ziel haben die beiden aber schon erreicht: Sie haben in dem kleinen Ort eine Anlaufstelle für die geschaffen, die sonst nur selten rauskommen, gerade für die Älteren. „Die schieben nun den Rollator einmal den Berg runter und sind schon da“, sagt Bärbel Brackmann. Zum Reden findet sich dann schnell jemand: „Die Nähe hier wirkt positiv“, sagt die 61-Jährige. „Wildfremde Leute setzen sich an einen Tisch und kommen sofort ins Gespräch.“

Foto: Julian Stratenschulte