Dienstag, 15. November 2016, 16:36 Uhr

Mario Barth: "Investigativ"-Reportage geht in die Hose

Komiker Mario Barth (44) wollte mit einer Art Facebook-Live-Reportage vor dem Trump Tower in New York offenbar die „Machenschaften der Lügenpresse“ aufdecken. Das Ganze ging dann aber doch etwas „in die Hose.“

Mario Barth: "Investigativ"-Reportage geht in die Hose

Der von ihm am 11. November gedrehte Clip fand dann auch regen Zuspruch bei seinen Fans und kann derzeit fast 1.400.000 Millionen Aufrufe verzeichnen. Darin steht der Berliner vor dem Trump-Tower in New York, wobei nicht EIN Demonstrant davor zu sehen ist. Und das, obwohl die Medien doch die ganze Zeit über „massive Proteste“ gegen den neuen US-Präsidenten Donald Trump (70) berichten, so der Komiker. Bei ihm hört sich das dann mit einem „leichten“ ironischen Unterton unter anderem auf diese Weise an: „Die Welt ist außer sich. Es ist alles gesperrt. Die Fifth Avenue ist gesperrt. Und Sie hören es im Hintergrund: wahnsinnige Demonstrationen. Tausende und Abertausende von Menschen drehen völlig durch, sind sauer, sie schreien: ‚Du bist nicht mein Präsident’. Man hört’s im Hintergrund. Es sind Millionen und Abermillionen auf die Fifth Avenue gekommen […].“

Mario Barth glaubte also offenbar, hier „Fehlinformationen“ der Medien aufgedeckt zu haben.

Denn warum sonst berichten diese über gewaltige Demonstrationen, die in Wirklichkeit gar nicht stattfinden?! Und auch zahlreiche Fans (über 24.000 Stimmen) des Komikers gaben ihm Recht. Da war dann unter anderem zu lesen: „Super Mario…wieder ein Beispiel für unser Propaganda-Fernsehen“ oder „Genial Mario, zeig den Hirnis wie Gehirnwäsche funktioniert.“ Nun war der Komiker aber einfach zur falschen Zeit – nämlich morgens – am richtigen Ort gewesen. Denn: Die Demonstrationen gegen Donald Trump fanden, Medienberichten zufolge, dann tatsächlich am Abend statt. Da war der Herr mit seiner Bewertung der Berichte als „Lügenpresse“ vielleicht ein wenig zu voreilig.

Mittlerweile ist Mario Barth dann auch wieder in Deutschland und äußerte sich – wiederum in einem Facebook-Video – zu der ganzen Angelegenheit und den Aufruhr, den er damit verursachte. Na ja, mehr oder weniger.

In dem zehnminütigen Clip heißt es nämlich unter anderem: „Da war ’ne Demo. 15 Leute. Als ich weggeflogen bin, waren da glaub ich mehr. Ich hab ja auch nicht gesagt Lügenpresse. Ich habe auch die deutschen Pressevertreter vor Ort gesehen, die echt geschockt waren, weil sie keine Bilder haben. Das will keine Sau sehen. Letztlich sind auch die Zuschauer ein Stück weit schuld, weil wenn die Presse schreibt: Tachchen. Dienstag. Ist nix passiert. Ist ja auch langweilig. Wie es in den anderen Städten war – keine Ahnung. Ich war in New York. Ich komm aus Berlin Kreuzberg. Demo sieht anders aus.“

Und außerdem „beschwert“ er sich: „Seit 15 Jahren krieg ich auf die Fresse von der Presse. Immer nur Mann-Frau. Jetzt mach ich so ’ne Nummer vor dem Trump-Tower und was schreibt der Focus: Mach ma lieber Mann-Frau.“ Vielleicht ist es ja nicht immer so empfehlenswert, eine Situation etwas zu vorschnell zu beurteilen…(CS)