Samstag, 19. November 2016, 16:38 Uhr

Neue Familienshow mit Steven Gätjen: "4 geben alles!"

Ihm wäre ein Start beim ZDF mit einem „Monsteraufschlag“ auch lieber gewesen, sagt Steven Gätjen, aber seine TV-Karriere sei noch nie linear verlaufen. Jetzt bekommt der Hamburger eine neue Familienshow.

Neue Familienshow mit Steven Gätjen: "4 geben alles!"

„4 geben alles!“ heißt die neue ZDF-Show – für ihren Moderator Steven Gätjen ein weiteres Format als neuer Star beim Sender. Mit der „Versteckten Kamera“ und „I can do that!“ war der Hamburger, der zuvor bei ProSieben unter anderem verschiedene Stefan-Raab-Shows moderierte, im Februar dieses Jahres beim ZDF gestartet. Doch auf den großen Quotenerfolg bei seinem neuen Sender wartet der 44-Jährige noch.

„Der Start ist leider etwas holpriger vonstatten gegangen als wir uns das alle vorgestellt haben, obwohl ich die Formate immer noch toll finde“, sagt er. „Aber – und das schätze ich am ZDF sehr – der Sender geht da sehr entspannt ran und sagt: Wir glauben daran, wir machen das weiter.“ Auch bei „4 geben alles!“ am heutigen Samstag ab 20.15 Uhr hofft er auf eine Fortsetzung. Vielleicht klappt’s diesmal.

Seine Kandidaten in der neuen Show sind Familien – und die sollen beweisen, wie gut sie sich untereinander kennen. „Die Idee dahinter ist eine einfache und ganz klare: dass wir gemeinsam mit unseren Familien etwas erleben, was wir aus unseren Familien auch kennen“, erklärt Gätjen. „Themen wie Kommunikation, Chaos, Liebe, Leidenschaft und Streitereien haben wir dafür in Spiele verpackt.“ 100 000 Euro Preisgeld warten nach den Spielrunden, in denen sich die Kandidaten sportlich, geschickt und mit Köpfchen bewähren müssen. „Wir versuchen – einfach mit drei Familien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – einen schönen, runden Abend zu gestalten“, sagt der Moderator.

Neue Familienshow mit Steven Gätjen: "4 geben alles!"

Gätjen nennt sich selbst einen Verfechter von Samstagabendshows, den Abgesang auf sie gebe es schon so lange wie die Samstagabendshow selbst. „Für mich ist sie immer noch ein schönes Element, um gemeinsam als Familie vor dem Fernseher zu sitzen.“ Als neuer Show-Star beim ZDF hofft er noch auf den großen Erfolg. „Mir wäre ein Start mit einem Monsteraufschlag auch lieber gewesen, aber andererseits ist meine Karriere noch nie linear verlaufen“, sagt er. „Da gab es immer ein paar kleine Dellen und Täler, aus denen ich rauskrabbeln musste, aber das motiviert mich einfach nur noch mehr. Und die Leute beim ZDF haben mich ja nicht aus Mitleid geholt, sondern weil sie glauben, dass ich gut zu ihnen passe.“

Natürlich hätten vorher alle gedacht, das richtige Portfolio zu haben, um ihn beim ZDF einzuführen. „Im Nachhinein muss man sagen, dass ein paar handwerkliche Fehler gemacht wurden und dass es Dinge gab, die ich mir ankreide – aber das ist eben ein Lernprozess“, sagt Gätjen. „Man geht ja aufeinander zu und versucht den gemeinsamen Weg zu finden. Das dauert nun ein bisschen länger“. Aber es sei ein spannendes Jahr gewesen, in dem er viel gelernt habe – und das kommende Jahr sei bereits besprochen. „In den nächsten Wochen werden wir ausführlich bekanntgegeben, welche Formate weitergehen oder welche neu starten.“

Im Oktober ging der Showmaster und Kinoexperte auch mit dem Magazin „Gätjens großes Kino“ an den Start. Zuvor hatte er mit „Deutschlands Superhirn“, das früher Jörg Pilawa moderierte, erneut maue Quoten eingefahren.

Das Jahr 2017 sei „pickepackevoll“, kündigt Gätjen an. „Das Kino-Format geht auf jeden Fall weiter, und es gibt viele Pläne für schöne Primetimeshows und andere Projekte.“ Auch der Ausgang der US-Wahl könnte dem gebürtigen Amerikaner Stoff liefern. „Was mich besonders interessiert: Was sagen denn die jungen Leute in Amerika dazu, was ist mit der kommenden Generation? Mit denen über deren Ängste und Probleme zu reden – das würde mich reizen.“

Am Ende gehe es immer darum, eine gute Idee zu haben, betont Gätjen. „Da sind sie beim ZDF sehr offen und ehrlich. Und ich bin jemand der kämpft und der anderen Leuten so lange auf den Sack geht, bis ich einen triftigen Grund höre, warum man das nicht machen kann – mit derselben Leidenschaft und demselben Terrierbiss wie Berti Vogts das gemacht hat.“

In seiner Spieleshow „4 geben alles!“ ist das Publikum im Studio mitentscheidend, denn über ein Band, das jeder Zuschauer bekommt, werden Emotionen gemessen. Gätjen: „Wie sehr begeistert es ihn, wie sehr fiebert er mit – das fließt am Ende mit ins Ergebnis ein.“ Über die Begeisterung der Zuschauer vor den Bildschirmen informiert ihn am nächsten Morgen wieder die Einschaltquote. (Dorit Koch, dpa)

Fotos: ZDF/Sascha Baumann