Sonntag, 20. November 2016, 19:16 Uhr

Bebe Rexha im Interview: "Ich bleibe lieber eine bad Bitch"

Auch wenn das Jahr noch nicht ganz zu Ende ist, kann man schon jetzt sagen, dass 2016 ein sehr erfolgreiches für Bebe Rexha war. Kollaborationen mit Künstlern wie Nicki Minaj, Martin Garrix oder auch G-Eazy brachten sie in den Charts groß raus.

Bebe Rexha im Interview: "Ich bleibe lieber eine bad Bitch"

Zuletzt durfte Bebe sogar die EMAs moderieren. klatsch-tratsch.de-Autor Dennis hat sich mit der hübschen Sängerin zum Talk getroffen.

Du warst ja jetzt schon ein paar Mal in Deutschland …
Ja, schon häufiger, denn ich habe Familie in Frankfurt. Deutschland gefällt mir echt gut. Besonders mag ich München, da bekommt man tolle Schnitzel. Außerdem mag ich die Architektur dort sehr. Die Stadt hat ein echt besonderes Flair.

Du hast jetzt kürzlich die EMAs in Rotterdam moderiert …
Ja und es war großartig. Geregeltes Chaos trifft das ganze echt gut. Es war einfach so viel los. Ich hatte ja roten Teppich, über 15 geplante Outfit-Wechsel in der Show und aufgetreten bin ich ja auch noch. Ich hatte da wirklich maximal sechs Minuten Zeit um mich umzuziehen. Ich konnte nur kurz „Willkommen zu den EMAs“ sagen und rannte schon wieder hinter die Bühne um innerhalb dieser sechs Minuten Make-up und Haare gemacht zu bekommen und zack! stand ich auch schon wieder auf der Bühne. Es geschah wirklich alles in Rekordzeit. Als es dann fertig war, war ich zugegebenermaßen echt traurig, dass es schon wieder vorbei war.

Apropos Rekordzeit: Konntest du mit deinen Outfitwechseln den Rekord mit den meisten Outfits während einer EMA-Show brechen?
Ich glaube, ich habe den wirklich gebrochen, aber die sagen, dass ich nur sieben verschiedene angehabt hätte, aber es waren tatsächlich neun. Mit sieben hätte ich dann also genauso viele wie Katy Perry damals.

Könntest du dir vorstellen in Zukunft mehr zu moderieren?
Auf jeden Fall. Es hat mir echt großen Spaß gemacht. Es war eine tolle und lehrreiche Erfahrung. Ich habe wirklich tolle Freundschaften schließen können mit Leuten wie beispielsweise Charli XCX, Jaden Smith oder auch G-Eazy. Wir haben uns alle besser kennengerlernt und eine tolle Zeit zusammen gehabt.

Hast du vor der Show Moderationstraining oder irgendetwas bekommen?
Nein, gar nicht. Ich wurde da echt ins kalte Wasser geworfen. Ich dachte mir auch, dass es da ein Coaching oder etwas Ähnliches im Vorfeld geben würde. Vermutlich ist da auch jemand, aber ich bin dieser Person wohl nie über den Weg gelaufen.

Bebe Rexha im Interview: "Ich bleibe lieber eine bad Bitch"

Lass uns über deine neue Single „I got you“ sprechen. 
Es geht um einen Typen, den ich wirklich sehr gemocht habe. Wir trafen uns beide in einer Zeit, in der uns beiden kurz davor das Herz gebrochen wurde. Ich wusste, dass er auch ein bisschen verbittert war, weil er wohl ähnliches davor durchgemacht hat. Wir hatten beide so richtige Schutzmauern umeinander gebaut, aber wie gesagt, ich mochte ihn echt gerne. Ich wollte, dass er sich von seiner Angst befreit und unserer Beziehung eine Chance gibt. Dass er sich öffnet. Der Song handelt von der Nachricht, die ich ihm senden wollte, dass ich ihn mag und für ihn da sein wollte und ihn absolut nicht verletzen wollte. „I got you“ ist also kein richtiger Lovesong, sondern handelt eher von den ersten Schritten in diese Richtung.

Der Song basiert also auf einer echten Geschichte aus deinem Leben. Wie ist es ausgegangen?
Nicht gut …

Dann werde ich da mal nicht weiterbohren … Dein Album kommt Anfang 2017 …
Genau, es ist echt cool geworden. Es ist ziemlich rhythmisch, natürlich ziemlich poppig, hat aber dennoch an manchen Stellen eine elektronische Unterfütterung. Auf dem Album haben wir viele verschiedene Sachen versucht. Beispielsweise gibt es da einen Song zusammen mit DJ Mustard, der echt so einen R&B-Oldschool- Flair im Stile von TLC hat. Featuretechnisch habe ich dann noch Ty Dollar $ign auf dem Album, das „Bad Bitch“ heißt. Dann ist dann noch ein Song mit G-Eazy auf der Scheibe, der „Fuck Fake Friends“ heißt.

Du hast ja Anfang des Jahres mit Nicki Minaj zusammengearbeitet. Hat sie dir Karrieretipps gegeben?
Es gibt von Nicki Minaj ein Video, das schon echt alt ist. Das war sogar noch bevor ihrem Durchbruch. Darin erzähl sie, dass wenn Frauen in der Industrie wissen, was sie wollen, dann werden sie „Bitch“ genannt, aber wenn ein Mann weiß, was er will, dann nennt man ihn einen „Boss“. Dieses Video hat mich echt berührt und als ich sie dann traf, habe ich sie darauf angesprochen. Ich habe nämlich den gleichen Eindruck, denn ich weiß im Studio ganz genau, was ich wie haben will. Ich habe eine klare Vision. Viele Frauen in der Industrie sind einfach nur süß und sagen zu allem Ja und Amen. Sie sind einfach nur hübsch und schlank, aber sagen nichts. Ich habe von Nicki den Tipp bekommen, immer bei meiner Meinung zu bleiben – eine „Bad Bitch“ zu sein – und meine Vision einfach auf eine freundliche, aber bestimmte Art zu transportieren. Man soll einfach seiner Seele und dem Bauchgefühl folgen und sich nicht zu viel hereinreden lassen, weil man selbst am besten weiß, was gut für einen ist.

Hast du oft das Gefühl, dass die Industrie dich zu etwas formen möchte, dass du nicht bist?
Ich denke, das ist einfach das Normalste auf der Welt, dass dir alle Leute sagen wollen, was du am besten anziehen und sagen sollst. Welche Haarfarbe du haben sollst, was gerade trendy ist, dass du keine Donuts essen sollst und du besser die Finger von der Cola lässt. Es wissen immer alle was am besten für dich ist. Wichtiger ist aber was du daraus machst und ich denke genau das macht Leute spannend und einzigartig, wenn sie ihr eigenes Ding durchziehen. Leute, die anziehen was sie wollen, weil sie sich einfach so fühlen. So bin ich auch. Ich finde man soll das sagen, was man sagen will und die Leute lieben, die man eben liebt. Man soll das anziehen was man will und von mir aus auch eine Bitch sein, wenn man das sein will.

Bebe Rexha im Interview: "Ich bleibe lieber eine bad Bitch"

Du hast schon für viele andere Künstler Songs geschrieben. Hattest du mal die Situation, dass dir die Version, die der Künstler daraus gemacht hat, nicht gefallen hat?
Ja, beispielsweise bei „Monster“ von Rihanna und Eminem. Beim ersten Hören hat mir der Song gar nicht gefallen, aber das auch vermutlich nur, weil ich es gewohnt war ihn nur von mir gesungen zu hören. Wenn man sich daran gewohnt hat einen Song in einer gewissen Version zu hören, dann kann einem das so gehen. Beim zweiten Hören fand ich den Song echt voll den Smasher! Ich habe aber gelernt Abstand von Songs zu nehmen.

Du bist ja Social Media-mäßig gut unterwegs und postest da manchmal auch etwas freizügigere Bilder. Ich weiß, dass deine Eltern dir bei Instagram und Snapchat folgen. Was sagen die zu solchen Bildern?
Ich habe einmal ein Bild von meinem Po gepostet und mein Vater hat mir einen Screenshot geschickt und meinte: „Das ist so respektlos. Ich verstoße dich“ (lacht). Er oder mein Onkel gucken sich meine Sachen an und zeigen es dann meiner Mum, dann wird da an mich weitergeleitet. Es ist quasi ein komplettes System. Es fühlt sich manchmal etwas komisch an, aber ich bin eine erwachsene Frau und keine 15 mehr. Ich arbeite hart und mache, was ich will. Natürlich würde ich nie ein Nacktbild hochladen, das wäre natürlich zu viel. Ich verurteile aber auch niemanden, der es tut. Das muss wirklich jeder für sich wissen. Ich achte da schon drauf, was ich poste. Beispielsweise beim Video zu „I Got You“ als ich das Video dazu gedreht habe, hat es sich null sexuell angefühlt. Als ich dann die geschnittene Version gesehen habe war da einfach zu sexuell und ich wollte das Video so nicht veröffentlichen, weil ich mir meiner Verantwortung gegenüber meinen Fans bewusst bin. Mir ist auch bewusst, dass meine Oma und mein Vater das Video sehen, deshalb muss ich da schon eine klare Grenze ziehen.

Fotos: Warner Music