Sonntag, 20. November 2016, 16:30 Uhr

Die Russen kommen (10): Nikolai Baskow

Neues aus unserer losen Serie über die größten russischen Popstars! Nikolai Baskow ist ein ganz besonderer Sänger: anfangs war er ein Opernsänger, und dann wurde er ein Popstar, der mit ohrwurmträchtigen Schlager und Crossover-Hits das breite Publikum bezauberte.

Die Russen kommen (10): Nikolai Baskow

Ein Opern-Album, das sogar in Amerika veröffentlicht wurde, und jede Menge Schlagzeilen aus dem Privatleben machten ihn zum Superstar in seiner Heimat.

Der 40-Jährige kommt aus einer ganz bescheiden Familie -Mutter Mathematik-Lehrerin und Vater Militärangehöriger. Als Kind hat er mit seinen Eltern fünf Jahre in der DDR gelebt, wo sein Vater damals gedient hat. Dann ist die Familie nach Russland zurückgekehrt. Zuerst wollte Nikolai Schauspieler an einem Musiktheater werden, wurde aber schließlich von einer Theater-Akademie geschmissen, weil er statt Tanz-Stunden lieber extra Gesangs-Unterrichte nahm. Baskow fühlt sich aber dennoch glücklich, denn er hat somit die Möglichkeit, Operngesang zu studieren.

Später reichte es sogar zum Professor! „Die klassische Musik hat mich total erobert“, erinnert er sich. Mit 23 wurde er der jüngste Sänger aller Zeiten, der je die Parts von Lenski in der Oper „Eugeni Onegin“ gesungen hat. Dann ging es rasend schnell mit seiner Karriere.

2000 brachte ihm „Caruso“ den ganz großen Durchbruch. Der Song war ein Radio-Nr.1-Hit und der blonde Tenor mit dem himmlischen Lächeln wurde ein Superstar. Er sang am Bolschoi Theater, im Teatro Real (Madrid), tourte aber auch mit eigenen Konzerten. Die Opernlegende Montserrat Caballé nahm Baskow als ihren privat Lehrling unter die Fittiche, nahm Duette mit ihm auf, u. a. „Caruso“ und das berühmte „Barcelona“, wo er den Part von Freddie Mercury singt. Mittlerweile schreiben die größten Pop-Komponisten für ihm, die er in seinem eigenwilligen Stil interpretiert. Er ist zudem auch ein TV-Moderator und Schauspieler. “Ich bin ein sehr freier Mensch, und sehr spontan”, sagt Nikolai mal über sich.

Man kann ihn wohl einen Glückspilz nennen: Mit 25 Jahren wurde er schon „Verdienter Künstler Russlands“, und als 35-jähriger wurde er „Volkskünstler Russlands“. Die beide Ehrentiteln sind eigentlich die wichtigsten, die man in Russland für besondere Verdienste in der Darstellenden Kunst bekommen kann.

Nikolai Baskow zählt zudem wohl hübschsten Männer der Russischen Popszene. Kein Wunder, dass “der echte blonde Mann” – ein witziger Song von Baskow und auch sein sein Spitzname – auch als echter Casanova gilt. Für zwei Jahre (2009-2011) war er in einer Beziehung mit der Miss Universum 2008 aus Russland, Oksana Fyodorowa, und dann war er auch zwei Jahre lang mit der Bolschoi Theater-Ballerina Anastasia Wolotchkowa zusammen.

Die Russen kommen (10): Nikolai Baskow

„Für mich als Künstler ist es sehr wichtig, verliebt zu sein. Das stimuliert mich sehr“, so sein Credo. Heute ist er wieder glücklich vergeben.

Die älteste und wichtigste Liebe seines Lebens ist aber auch fast jeden Tag mit ihm: Baskow ist ständig auf Tour. Mit seinem neusten Show „Igra“ (deutsch: Das Spiel), für den er 2 Milllionen Euro investiert hat, kommt der blonde Künstler in Februar auch nach Deutschland. (aus Moskau für klatsch-tratsch.de Julia Starodubtsewa)

Fotos: Archiv Nikolai Baskow