Sonntag, 20. November 2016, 14:20 Uhr

Kungs: Der Shootingstar des Jahres im Interview

Ganz klar: Das beliebteste Instrument des Sommers war 2016 die Trompete und diesen Siegeszug des Blasinstruments verdanken wir niemand Geringerem als dem Franzosen Kungs.

Kungs: Der Shootingstar des Jahres im Interview

Der hat mit „This Girl“ die Hymne des Sommers abgeliefert und nun ist auch endlich ein Album am Start. klatsch-tratsch.de-Autor Dennis hat sich mit dem Mann – mit dem wohl stärksten französischen Akzen – zum Talk getroffen.

Gerade ist dein Album auf den Markt gekommen …
Genau. Ich habe dabei versucht ein Werk auf die Beine zu stellen, das den Leuten zeigt, dass ich vielseitig bin und Dinge machen kann, die überraschen und anders als „Don’t You Know“ oder auch „The Girl“ sind. Ich liebe es Musik zu machen und mich von den unterschiedlichsten Einflüssen inspirieren zu lassen. Auf „Layers“ finden sich echt die unterschiedlichsten Styles beispielsweise sogar etwas Rock’n’Roll, aber auch gechillte und melancholische Sachen. Natürlich kommt Musik für die Clubs auch nicht zu kurz. Ich will mit dem Album einfach die vielen – „Layers“ – also Schichten – von Kungs zeigen.

Du hast ja eben „This Girl“ schon angesprochen. Wie kam die ganze Sache zusammen?
Ich habe den Originalsong im Netz gefunden und mich gleich in ihn verliebt. Ich habe mich drangemacht und der Rest ist Geschichte.

Aber hättest du mit diesem riesigen Erfolg gerechnet?
Nein, absolut nicht. Dass der Song so abgegangen ist macht mich echt sehr glücklich und bedeutet mir viel. Der Erfolg hat mir sehr viele neue Möglichkeiten aufgetan wie Featureanfragen von richtig großen Leuten und einem fetten Touren-Sommer. Ich konnte an echt coolen Orten wie beispielsweise Ibiza spielen. Der Song hat mein Leben in kürzester Zeit komplett auf den Kopf gestellt.

Dieser kometenhafte Erfolg hat es dir aber sicher auch nicht gerade einfach gemacht eine passende zweite Single zu finden, die an den ersten Hit anknüpfen kann, oder?
Ja, der Druck war echt riesig. Ich hatte „Don’t You Know“ übrigens schon vor „This Girl“ gemacht. Ich habe lange mit meinem Label und meiner Familie überlegt und wir haben uns dann für diesen Song entschlossen, weil wir ihn für den perfekten Folgetrack halten. Vor einer Woche haben wir dann mit „I feel so bad“ nachgelegt, weil der auch echt gut gepasst hat. Es ist natürlich echt schwer etwas zu machen, dass so wie „This Girls“ ist.

Apropos „This Girl“: Wie muss das perfekte Mädchen für dich sein?
Schwer zu sagen … Sie muss freundlich, ein bisschen verrückt und blond sein. Ich liebe blonde Mädchen. (lacht)

Kungs: Der Shootingstar des Jahres im Interview

Hast du dieses Mädchen schon gefunden?
Ja … Vielleicht. Ich weiß nicht. (lacht)

Worum geht es in deiner neuen Single „I Feel So Bad“?
Der Song hat etwas sehr schweres und Trauriges, alleine schon vom Sample her. Ich habe versucht diese Melancholie etwas aufzuheben und mit meinen Happy-House-Trompeten meine eigene Note mit hineinzubringen, die man ja schon von „This Girl“ kennt. Dadurch kann man auf einen eigentlich sehr traurigen Song tanzen.

Erinnerst du dich noch daran, als du dich das letzte Mal so richtig schlecht gefühlt hast?
Ich denke jeder kennt diese Momente. Ich kann mich jetzt nicht explizit an eine Situation erinnern, aber es gab auf der Tour schon Momente, in denen Dinge einfach passiert sind, die einen anpissen. Aber ich denke das ist ganz normal.

Apropos Tour: Du warst ja jetzt auch mit David Guetta auf Tour. Wie kam es dazu?
Wir sind bei der gleichen Booking-Agentur unter Vertrag und letztes Jahr haben die mich gefragt, ob ich nicht bei einer großen Show in Paris mit ihm auftreten wolle. Natürlich habe ich zugesagt und daraus entstanden dann insgesamt 15 Shows, bei denen ich in seinem Vorprogramm gespielt habe. Es ist jedes Mal einfach verrückt, weil es immer extrem große Hallen mit unglaublich viel Publikum ist. Wir haben auf der Tour auch bisschen reden können und ich denke den wichtigsten Ratschlag, den er mir gegeben hat ist, mit den Beinen auf dem Boden zu bleiben.

Siehst du ihn so ein bisschen als deinen Mentor?
Ja klar. Er hat unglaubliches geschafft und mit seiner Musik neuen Künstlern wie mir den Weg geebnet. Deshalb trifft das Mentor eigentlich ganz gut zu.

Im Vergleich zu beispielsweise Calvin Harris singst du ja nicht selbst. Nach welchen Kriterien wählst du die Sänger aus, die du auf deinen Tracks singen lässt?
Das kommt immer drauf an. Ich höre mir meistens eine Auswahl von Künstlern an, die mein Label schon für mich vorausgesucht hat, um letztendlich den perfekten zu finden. Ich schaue mich aber auch ab und an bei Youtube um und gucke so, was die machen. Da muss einfach das Gesamtpaket stimmen. Ich selbst habe jetzt kein Kriterium, an dem ich in gut und schlecht unterteile. Es ist für mich immer so ein bisschen wie sich in jemanden zu verlieben. Entweder es funkt, oder es funkt nicht. Das hinterfragt man dann auch nicht.

In wen würdest du dich denn gerne musikalisch verlieben – beziehungsweise mit wem würdest du gerne mal zusammenarbeiten?
(lacht) Ich könnte mir Zusammenarbeiten mit Ed Sheeran, Sam Smith oder auch Mädels wie Ariana Grande oder auch Tove Lo – Die ich übrigens extrem großartig finde. Ich hätte aber auch Lust mit Rappern wie Kid Cudi oder Mac Miller, weil ich privat auch viel von ihnen höre.

Fotos: Romain Staros, Visual/WENN.com