Mittwoch, 23. November 2016, 20:08 Uhr

Eisbärennachwuchs im Berliner Tierpark: Trauer und Freude

Es ist winzig und bewegt sich noch ein bisschen unsicher: 20 Tage nach der Geburt gibt es erste Farbaufnahmen des Eisbärenbabys aus dem Berliner Tierpark – und auch traurige Nachrichten.

Eisbärennachwuchs im Berliner Tierpark: Trauer und Freude

Im Berliner Tierpark liegen am Mittwoch Freude und Trauer sehr nah beieinander: Beim ersten Besuch eines Pflegers in der Eisbärenbox seit Wochen zeigte sich das 20 Tage alte Baby gut aufgelegt. Es ist nun erstmals aus der Nähe auf einem kurzen Video in Farbe zu sehen – klein, flauschig und ein bisschen tapsig. Im benachbarten Stall allerdings fand Pfleger Detlef Balkow die 35 Jahre alte Eisbärin Aika tot auf, wie der Tierpark mitteilte. Aika war laut Angaben die älteste lebende Zoo-Eisbärin der Welt. Sie hatte sich im Herbst wie üblich für den Winter zurückgezogen.

Zu dem Zeitpunkt sei sie bereits sehr träge gewesen und habe sich kaum noch bewegt, hieß es. Wann Aika genau gestorben ist, untersuchen nun Spezialisten des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW). Jedes Alter über 30 Jahren sei stattlich für Bären, erklärte Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem. Am Donnerstag wäre Aika 36 geworden. Schon 2011 habe man einmal geglaubt, dass Aikas Tod bevorstehe – damals fing sie sich noch einmal. „Vielleicht hat Aika gespürt, dass neben ihr ein neues Leben entsteht und sich jetzt verabschiedet“, so Knieriem.

Eisbärennachwuchs im Berliner Tierpark: Trauer und Freude

Damit leben im Tierpark nun noch die Eisbären Tonja (7), Wolodja (4) sowie das gemeinsame Junge, das am 3. November als Zwilling zur Welt gekommen war. Die ersten zwei Wochen nach der Geburt gelten als besonders kritisch, deshalb ließ man Tonja völlig in Ruhe – und überwachte die Ställe mit einer Kamera. Dennoch schaffte es eines der Jungen nicht.

Um das andere steht es dagegen gut, wie das Video zeigt. „Ich konnte das Eisbären-Baby sehen: Es ist schneeweiß, etwa kaninchengroß und hat sich lautstark beschwert, dass Mutter Tonja mich kurz am Gitter begrüßt hat, weil es dadurch mal kurz ohne Mamas wohlig warmes Fell sein musste“, zitiert der Tierpark Detlef Balkow.

Nachdem Tonja den Besuch entspannt zugelassen und sogar ein paar Möhren gefressen habe, soll es künftig öfter Menschen-Besuch geben – und damit weitere Aufnahmen des Kleinen. Zunächst hatte es nur unscharfe Schwarz-Weiß-Bilder einer Überwachungskamera aus der Wurfbox gegeben. (dpa)

Fotos: Berliner Tierpark, Arno Burgi