Mittwoch, 23. November 2016, 19:46 Uhr

Jan Böhmermann zur Lage der Nation

Jan Böhmermann hat Angst vor den nächsten Bundestagswahlen. Nachdem Angela Merkel am Sonntag verkündete, sie werde im nächsten Jahr erneut als Kanzlerkandidatin für ihre Partei kandidieren, veröffentlichte der Satiriker ein Statement auf Facebook.

Jan Böhmermann zur Lage der Nation

Darin schreibt er: „Hurra! Das wären dann am Ende sechzehn Jahre Amtszeit für Kohls Mädchen. Ich erinnere mich noch lebhaft und gerne daran, dass die letzten vier Jahre der Kanzlerschaft von Helmut Kohl die allerbesten waren. Jetzt können wir in tollen Diagrammen zusammenfassen, wieviele Staatschefs und Weltenlenker die Kanzlerin bereits „überlebt“ hat und noch „überleben“ wird.“

Sollte sich Sigmar Gabriel von der ‚SPD‘ dazu entscheiden, für die Sozialdemokraten zu kandidieren, wird die Wähler ein gähnendes Duell erwarten: „Das rüttelt auf, das macht mobil, wie eine Überdosis Propofol. Werden sich die beiden Schlachtschiffe mangels gröberer programmatischer Differenzen eine Schlacht um Äußerlichkeiten liefern? Wessen Frisur ist geiler? Wer hat die schickeren Sakkos? Es wird so spannend!“


So könnte die Aufmerksamkeit sich erneut auf die rechtsgerichtete AfD verlagern: „Und dann sitzt da ab 2017, gebaut auf einem stabilen Fundament aus Fake News (oder nennen wir es beim Namen: Lügen), Angst und Internethass, eine fette Bundestagsfraktion der ‚Neuen Rechten‘. Da wird Mario Barth aber überrascht in die Handykamera blinzeln. ‚Nanu, wo kommen die denn her? Gestern waren die noch nicht da.'“

Laut Böhmi muss also ein Wechsel her: „Und die Tatsache, dass ihnen demokratische Gepflogenheiten, der gute Umgang mit „Altparteien“ und Geschäftsordnungen und Gesetze in ihrem unbedingten Drang zur Macht egal sind, macht es umso wichtiger, echte Alternativen, neues Personal und grundsätzlich neue Ansätze aus dem Bekannten heraus zuzulassen und auszubauen. Macht aber keiner irgendwie. Man ist ja an der Macht. Oder will es ab 2017.“

Foto: Starpress/WENN.com