Sonntag, 01. Januar 2017, 11:19 Uhr

Partys und Feuerwerk: Die Welt feiert ins neue Jahr

Riesenfeuerwerke von Sydney bis Berlin: Millionen Menschen weltweit haben friedlich ins neue Jahr hineingefeiert. In Istanbul reißt ein Anschlag mit vielen Toten Feiernde jäh aus jeder Partystimmung.

Strahlende Augen, ausgelassene Partys: Die Menschen weltweit haben das Jahr 2017 mit Feuerwerk und Feierlichkeiten begrüßt. Die größte Silvesterparty Deutschlands gab es in Berlin. Hunderttausende Besucher feierten auf der Partymeile am Brandenburger Tor und bestaunten das Feuerwerk um Mitternacht.

Weitgehend friedlich verlief die Silvesternacht auch in Köln, wo es im Vorjahr zahlreiche Übergriffe auf Frauen und viele Taschendiebstähle gab. In ganz Nordrhein-Westfalen seien zunächst 25 Sexualdelikte gemeldet worden, hieß es von der Landespolizei am Neujahrsmorgen.

Die Partys in den großen Städten fanden vielfach unter deutlich strengerem Polizeischutz als im vergangenen Jahr statt, deutlich mehr Beamte waren im Einsatz – offensichtlich mit Erfolg. Auch im Ausland gab es häufig strenge Sicherheitsvorkehrungen – etwa in Paris. Mit einem Feuerwerk am Prachtboulevard Champs-Élysées feierten die Menschen das neue Jahr. Wegen der Terrorgefahr hatten die Behörden Zufahrten mit Betonblöcken oder Fahrzeugen versperrt.

Pünktlich zum Glockenschlag des Big Ben um Mitternacht begrüßten die Londoner das neue Jahr mit einem knapp zwölfminütigen Feuerwerk am Riesenrad London Eye an der Themse. Abgestimmt war das Spektakel auf Musik – unter anderem von Pop-Größen wie Prince, David Bowie und George Michael, die 2016 gestorben sind.

In Bayern gab es in der Silvesternacht mehrere Tote bei einer Massenkarambolage in dichtem Nebel auf der Autobahn 7 im Unterallgäu. Sechs Menschen starben, 13 wurden verletzt, wie die Polizei am Morgen mitteilte. Gegen 1.00 Uhr waren demnach nahe Bad Grönenbach drei Sattelzüge und acht Autos ineinandergekracht. Fünf der Todesopfer saßen in einem Kleinwagen, das sechste wurde in seinem Pkw unter einem Laster eingeklemmt.

Auf der Autobahn 61 bei Rheinböllen in Rheinland-Pfalz verursachte ein Falschfahrer einen Unfall mit zwei Toten und mehreren Verletzten. Von einem „Silvesterwunder“ sprach die Feuerwehr nach einem Unfall in Berlin: Eine Frau hatte an einer Brücke die Kontrolle über ihren Sportwagen verloren und war in eine Menschenmenge gefahren. Fünf Menschen wurden leicht verletzt. Schwerverletzte gab es vor allem beim Hantieren mit Böllern – allein im Berliner Unfallkrankenhaus wurden bis zum frühen Sonntagmorgen 14 Menschen mit schweren, durch Feuerwerk verursachten Verletzungen behandelt.

Als erste hatten die Menschen auf Samoa und anderen pazifischen Inseln den Jahreswechsel bejubelt: Punkt 11.00 Uhr Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) am Samstag begann dort 2017. Um 14.00 Uhr deutscher Zeit erlebten im Hafen von Sydney mehr als eine Million Zuschauer ein gigantisches Feuerwerk. Über dem berühmten Opernhaus in der australischen Metropole flogen bei sommerlichen Temperaturen zwölf Minuten lang Raketen in den Nachthimmel.

Am New Yorker Times Square feierten Zehntausende mit dem traditionellen „Balldrop“ den Beginn des neuen Jahres. Kurz vor Mitternacht setzte sich ein mehr als fünf Tonnen schwerer Kristallball mit dreieinhalb Metern Durchmesser an einer Stange über dem Broadway in Bewegung und erstrahlte zum neuen Jahr. Mariah Carey erlebte ein Desaster mit ihrem Auftritt.

In Tokio ließen die Menschen Hunderte weiße Ballons in die Luft steigen. In den buddhistischen Tempeln in ganz Japan läuteten die Glocken genau 108 Mal, um die Menschen von einer der 108 irdischen Begierden zu befreien. In vielen Städten Indiens wie Neu Delhi und Bangalore strömten die Menschen zu Partys im Stil von Bollywood-Filmen.

Für die mehr als 1,3 Milliarden Einwohner Chinas begann das neue Jahr gleichzeitig – das Riesenreich hat nur eine einzige Zeitzone. In den großen Städten des Landes gab es in diesem Jahr keine offiziellen Feiern zu Silvester. Der 1. Januar ist zwar auch in der Volksrepublik ein Feiertag, nach dem traditionellen Mondkalender der Chinesen beginnt das neue Jahr aber erst gut einen Monat später. (dpa/KT)