Sonntag, 01. Januar 2017, 17:45 Uhr

Patrick Mölleken und Ralph Kretschmar in "Traumschiff Kuba"

Heute um 20.15 Uhr im ZDF sind Patrick Mölleken und Ralph Kretschmar in Wolfgang Rademanns letzter Traumschiff-Folge „Kuba“ zu sehen. Mit klatsch-tratsch.de sprachen sie über die emotionalen Dreharbeiten, ihre Freundschaft und neue Projekte.

Patrick Mölleken und Ralph Kretschmar in "Traumschiff Kuba"
Patrick Mölleken (l) und Ralph Kretschmar auf Sightseeing-Tour. Foto: Privat

Zufall, dass ihr beide für die Folge besetzt wurdet oder kanntet ihr Euch bereits vorher?
Ralph: Wir kannten uns vorher schon. Dass Patrick und ich für dieselbe Folge besetzt worden sind, war eine schöne Überraschung. Wir haben uns sofort angerufen und den Akku leer gefeiert.
Patrick: Wir haben uns vor knapp drei Jahren auf der Berlinale kennengelernt und ziemlich schnell gemerkt, dass wir voll auf einer Wellenlänge sind. Aus den anfänglich zufälligen Begegnungen ist mit der Zeit eine tiefe Freundschaft entstanden. Das ist was Besonderes.

Traumschiff-Erfinder Wolfgang Rademann wirkte vor seinem Tod noch am Drehbuch mit. Konntet ihr ihn noch persönlich kennenlernen?
Patrick: Ja, 2007 gab Wolfgang mir meine erste große Hauptrolle in „Das Traumschiff: San Francisco“. Damals startete der Schiffsdreh in Buenos Aires und gleich am ersten freien Tag haben wir alle zusammen etwas mit ihm unternommen. Er war unglaublich herzlich und hatte stets einen flotten Spruch auf Lager. Auch unser gemeinsames Bingo-Spielen an Bord wird mir immer im Gedächtnis bleiben. Das war eine wirklich schöne Zeit.

Patrick Mölleken und Ralph Kretschmar in "Traumschiff Kuba"
„Das Traumschiff – Kuba“ mit Patrick Mölleken (l.), Benedikt Blaskovic (M.) und Ralph Kretschmar (r.). ZDF/Dirk Bartling

Nach dem Dreh sind wir in Kontakt geblieben. Wir haben uns geschrieben und sind uns ab und zu auch persönlich begegnet, in Berlin oder sogar zufällig beim Frühstück im Nahen Osten. Ich war fest davon ausgegangen, ihn auch in Kuba wiederzusehen. Die Nachricht von seinem Tod traf mich völlig unerwartet. Der damalige Traumschiff-Dreh und die damit verbundene Einladung zur Harald Schmidt Show haben meiner jungen Karriere den entscheidenden Schub versetzt. Dadurch wurde ich beim ZDF für viele weitere tolle Rollen besetzt. Ich habe Wolfgang Rademann sehr viel zu verdanken.

Ralph: Leider habe ich Wolfgang Rademann nicht mehr persönlich kennenlernen dürfen.

Wie kann man sich die Dreharbeiten auf einem Schiff vorstellen? War Seekrankheit ein Thema?
Ralph: Bei einigen Passagieren war das Thema Seekrankheit, mit all den gängigen Symptomen, schon ein Thema. Ich selber fand die teilweise bis zu 10 Meter hohen Wellen eher beruhigend. (lacht) Die Dreharbeiten auf einem Kreuzfahrtschiff unterscheiden sich von anderen Filmsets insofern, dass die Szenen schnell im Kasten sein müssen, da die Passagiere den Bereich in dem gefilmt wird ja auch mal wieder benutzen wollen, was natürlich verständlich ist.

ZDF/Dirk Bartling
Niels ist verschwunden. Sven (Ralph Kretschmar, M.) und Maik (Patrick Mölleken, l.) bitten Kapitän Burger (Sascha Hehn, r.) um Hilfe. Foto: ZDF/Dirk Bartling

Patrick: Wir beiden Seebären hatten damit kein Problem. (lacht) Ein Schiff auf den Weltmeeren ist ein völlig eigener Kosmos, eine autonom funktionierende Stadt. Man ist teilweise tagelang isoliert von der Außenwelt – und gerade das ist das Faszinierende daran. In den Drehpausen fährt man nicht mal eben nach Hause. So verbringt man auch die drehfreie Zeit mit den Team-Kollegen. Die Beziehungen sind familiär und innig, zumal ich einige von ihnen schon Jahre lang kenne. Man sitzt abends gemeinsam an Deck, erzählt sich Anekdoten, teilt schöne Erinnerungen und alte Geschichten. Eine weitere Besonderheit ist der Crew-Status für uns Filmschaffende. Wir dürfen dorthin, wo normale Passagiere keinen Zutritt haben. So feiert man mit der Besatzung auch schon mal Partys im Maschinenraum. (lacht)

Hattet ihr auch Zeit um Kuba zu erkunden? Wie war die Stimmung der Kubaner?
Ralph: Ja, die hatten wir! Ich spreche jetzt auch fließend Spanisch! (lacht) Ich habe beim ersten Konzert eines amerikanischen Künstlers nach dem Kalten Krieg, zusammen mit hunderttausenden Kubanern auf den Straßen Havannas getanzt, bis in die Nacht. Das bescheidene Glück dieser bunten Welt hat mich überwältigt. Ich werde wieder nach Kuba reisen!

Patrick Mölleken und Ralph Kretschmar in "Traumschiff Kuba"
Patrick und Ralph in einer Drehpause. Foto: Privat

Patrick: Wir haben so viel sehen und erleben dürfen, dass man ein Buch darüber schreiben könnte. Die Zeit war unbeschreiblich. Die ersten zweieinhalb Wochen haben wir in Havanna gedreht. Die Hauptstadt Kubas mit all ihren Facetten ist einfach atemberaubend. Ihre morbide Schönheit. Ihre Menschen, die trotz der großen Armut eine unglaubliche Lebensfreude ausstrahlen. Das ursprüngliche Kuba, bevor die Aufhebung der Isolation ihre Auswirkungen zeigt. Außerdem waren wir in Varadero, Valle de Viñales, Cienfuegos und Trinidad, Santiago de Cuba! Ich hatte Spanisch als Leistungskurs im Abitur – und Kuba war die perfekte Gelegenheit, diese schöne Sprache wieder anzuwenden. Es funktionierte tatsächlich sehr gut.

Der Dreh hat Euch zusammengeschweißt. Was war das Besondere daran?
Ralph: Wir waren ja vorher schon Freunde. Der Dreh hat uns einfach eine neue gemeinsame und ganz besondere Lebenserfahrung geschenkt, die wir uns so nie erträumt hätten. Und darum geht es ja. Zusammen mit den Menschen, die einem lieb sind, die Welt zu erkunden. Danke Wolfgang!

Patrick: Unsere Zeit auf Kuba und an Bord der MS Amadea war unglaublich intensiv, unsere bereits bestandene Freundschaft hat dadurch noch einmal eine viel stärkere Ebene bekommen. Ralph und ich haben auf unserer Reise gemeinsam Dinge erlebt, die uns ein Leben lang miteinander verknüpfen werden.

Kleiner Spaß am Set. Foto: Privat
Kleiner Spaß am Set. Foto: Privat

Was macht Eure Freundschaft aus und wird es weitere gemeinsame Projekte geben?
Ralph: Klar, wir schreiben schon an unserem ersten gemeinsamen Film. Wir spielen auf jeden Fall Brüder, und Trecker fahren können wir dann auch endlich mal! So viel darf verraten werden und so kann man auch unsere Freundschaft beschreiben. Patrick ist für mich wie ein kleiner Bruder. Wenn wir uns brauchen, sind wir füreinander da und wenn wir uns eine Zeit lang mal nicht sehen, gibt es beim Wiedersehen umso mehr zu erzählen.

Patrick: Wir sind ein unschlagbares Team. Wir ergänzen uns, die Chemie stimmt. Kuba war die Bestätigung dafür. Großer Bruder, kleiner Bruder! (lacht) Unser eigenes Projekt ist in der Pipeline.

Worauf dürfen sich Eure Fans noch freuen und welche Termine dürfen sie auf gar keinen Fall verpassen?
Ralph: Also auf jeden Fall müsst ihr „Das Traumschiff: Kuba“ um 20.15 Uhr im ZDF schauen. Dann auch unbedingt einschalten: „Die Lebenden und die Toten“, Teil 1 am 2.1.2017 und Teil 2 am 4.1.2017 jeweils um 20.15 Uhr im ZDF. Darin spiele ich den Extremsportler Erik Stadler (29), dessen Vater (Ulrich Tukur) verantwortlich dafür ist, dass ihn die traurige Vergangenheit seiner Schwester (Saskia Rosendahl) und seiner Mutter wieder einholt.

Patrick: Ab Februar / März laufen drei Folgen der erfolgreichen ZDF-Herzkino-Reihe „Frühling“, mit Simone Thomalla als Katja Baumann. Hier spiele ich die Rolle des querschnittsgelähmten Astrophysik-Studenten Peet Hagen. Der historische Film „Das letzte Mahl“ mit mir als jüdischer Nationalsozialist Michael Glickstein, wie auch einige weitere Projekte stehen kurz vor der Fertigstellung – es gibt aber noch keine genauen Termine.

Habt ihr gute Vorsätze für das neue Jahr?
Ralph: Meinen ersten Roman fertig schreiben. Ein paar Seiten fehlen noch. Aber dann habe ich etwas geschaffen, was auch die Kinder meiner Kinder – noch habe ich keine (lacht) – lesen können. Das macht mich glücklich. Worte auf Papier für die Ewigkeit.

Patrick: Ich halte nicht so viel von Vorsätzen. Wenn ich mir etwas vornehme, das ich durchziehen will, sollte ich zur Begründung nicht erst die magische Grenze des Jahreswechsels übertreten müssen. (lacht)
Wir wünschen Euch allen frohe Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Bleibt gesund und lasst es Euch gut gehen!