Donnerstag, 12. Januar 2017, 19:32 Uhr

Filmkritik und Verlosung: Matt Damon in "The Great Wall"

Atemberaubende Schlachten und grausige Dämonen. Der chinesische Martial-Arts-Experte Zhang Yimou ist in „The Great Wall“ ganz in seinem Element. Umstritten: Die Hauptrolle spielt ein Hollywoodstar.

Filmkritik und Verlosung: Matt Damon in "The Great Wall"
Foto: Universal Pictures

Junge Frauen sind im alten China die tapfersten Krieger auf der Großen Mauer. Furchtlos stürzen sie sich als eine Art historische Bungee-Jumper in die Tiefe, um den Feind zu erlegen: Furchterregende, alles fressende Dämonen, die nichts Geringeres als die Ausrottung der Menschheit im Sinn haben. Im 3D-Actionspektakel „The Great Wall“ bietet Chinas Martial-Arts-Spezialist Zhang Yimou („Hero“, „House of Flying Daggers“) atemberaubendes Abenteuerkino mit einer ordentlichen Portion Fantasy. Ungewöhnlich und in Zhang Yimous Heimatland umstritten: Die Hauptrolle als Weltenretter spielt kein Chinese, sondern Hollywoodstar Matt Damon („Der Marsianer“, „Jason Bourne“).

Damon verkörpert den Söldner William, der mit seinem Kumpan Pero (gespielt von „Game of Thrones“- und „Narcos“-Star Pedro Pascal) auf der Suche nach dem sagenumwobenen Schwarzpulver unterwegs in der chinesischen Wüste ist. Ohne es zu wissen, besiegt William im Kampf eines jener grausigen Monster namens Tao Tei, die das Land alle 60 Jahre heimsuchen und die Menschen so für ihre Habgier bestrafen wollen.

Williams Sieg beeindruckt die Herrscher an der Großen Mauer – allen voran Lin (Tian Jing), eine der Anführerinnen des Namenlosen Ordens der Großen Mauer. Was hat William, das ihn unbesiegbar macht? Kurzerhand werden der Westler und sein Freund festgesetzt – und finden sich dann schnell im Kampf gegen die mythischen Ungeheuer und um das eigene Leben wieder. Damon mit Zottelbart und verfilzter Mähne zeigt wie immer eine souveräne Performance. Dabei punktet er vor allem in den wenigen witzigen Szenen, die den Zuschauer mitten im Kampfgetümmel mal kurz aufatmen lassen.

Zhang Yimou schuf mit „Rote Laterne“ und „Leben!“ sensible Dramen über Menschenschicksale quer durch die chinesische Geschichte, bevor er sich als genialer Inszenator für poetische Kampfkunst-Geschichten international etablierte. In „The Great Wall“ greift er nun tief in die Trick- und Fantasykiste – das Drehbuch (Carlo Bernard, Doug Miro, Tony Gilroy) bleibt dagegen etwas auf der Strecke.

Filmkritik und Verlosung: Matt Damon in "The Great Wall"
Foto: Universal Pictures

Die großen, in der Tat beeindruckenden Szenen der Schlachten erinnern an Peter Jacksons Verfilmung von Tolkiens „Der Herr der Ringe“. Die Geschichte der europäischen Schwarzpulver-Sucher, zu denen auch der von Willem Dafoe gespielte Ballard gehört, könnte von Marco Polos Erlebnissen inspiriert sein. Mit ausgeklügelten Kampftechniken und furiosen Stunts unter anderem in einer Nebel-Schlacht erzeugt Zhang Yimou einen echten Action-Sog.

Von der Geschichte der Chinesischen Mauer erfährt der Zuschauer nichts, von der mythischen Legende um die irgendwo zwischen Dinosauriern, Drachen und Orks changierenden Monster nur wenig. Dennoch ist „The Great Wall“ großes Unterhaltungskino – spannend, actionreich und bildgewaltig. (Elke Vogel, dpa)

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Foto: Universal Pictures


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