Montag, 16. Januar 2017, 9:16 Uhr

"The Great Wall": Große Mauer, große Sprüche

Wofür war die Große Mauer in China nochmal gebaut worden? Richtig! Um giftgrüne Monster abzuwehren! Mitte 15. Jahrhundert, Wüste Gobi. Wiliam Garin (Matt Damon, 46, „Der Marsianer“) ist im Kinospektakel ‚The Great Wall‘ Teil einer Abenteurergruppe, die im Reich der Mitte schon gefühlt ewig auf der Suche nach Schießpulver sind.

"The Great Wall": Große Mauer, große Sprüche
Universal Pictures

Die Männergruppe ist so kampferprobt wie abgehalftert und landet eher zufällig in Gefangenschaft an der Großen Mauer, die von einer beeindruckenden Armee bewacht wird. Schießpulver oder auch Schwarzpulver genannt, ist ein exklusives Produkt Made in China und doch keine Handelsware. Die Herstellung ist geheim, ebenso die Rezeptur. Zwei Männer, William und Pero (gespielt von dem Chilenen Pedro Pascal,41), die nach einer Tierattacke übrig geblieben sind, wollen das Pulver klauen und abhauen – ein simpler Plan und doch nicht umzusetzen.Da sie Gefangene sind, stehen ihre Chancen gleich Null – da kommt den beiden Glücksrittern ein grausiges Spektakel gerade recht, was die die vortreffliche Gelegenheit zur Umsetzung von Diebstahl und Flucht bietet.

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Ein hilfreicher Idiot ist auch schnell gefunden, Ballard (William Dafoe, leider gänzlich unter seinen Möglichkeiten) der dort seit über 20 Jahren festsitzt und verständlicherweise gerne mal eine Luftveränderung hätte. Den beiden Halunken schwant, was ihnen blüht, wenn die Flucht nicht klappt: sie werden wie Ballard wie Haustiere enden. Apropos Haustiere: zu oben genannten grausigen Spektakel, das den Chinesen bevorsteht und fast schon rituellen Charakter hat: Wesen, die Tao Tie, greifen an. Immer wieder, seit Jahrhunderten und die Mauer ist das einzige Bollwerk, das zwischen den giftgrünen Monstern und der Welt steht.

Vierbeinige Kampfmaschinen, vom Himmel gesandt, als Quittung für menschliches Fehlverhalten; der Gier. Die Chinesen bezahlen diesen Angriff, der sich gewaschen hat. Commander Lin Mei (Jing Tian) und der Söldner William Garin sind Kämpfertypen, aber das war es dann auch mit den Gemeinsamkeiten. William kämpft für Geld und Verpflegung, Lin Mei fürs Vaterland. Isses nicht schön? So klar alles in Gut und Schwarz?

Nun zu den Stars der Großen Mauer: den Tao Tie! Sie fressen, was sie zwischen die Zähne kriegen und füttern dann damit ihre Königin. Die Königin ist toll; sie hat zwei Hörner, zwischen denen sich eine Art Segel aus Haut spannt. Die Antennen-Hörnchen sind beweglich, wenn sie so vor sich hin keckert, klackern die die Hörner und das Hautsegel ist der Resonanzboden, denn die Königin funkt. Ein Spaß ihr zuzusehen, wie sie wie eine Funkerzentrale alle Mitglieder des Kollektivs erreicht und somit passt doch alles nach China. Die Wesen sind hierarisch organisiert, klar und sehr effektiv dienen sie nur einem Zweck; der Königin zu dienen. Dieser grünen Macht steht die die durchtrainiert chinesische Armee gegenüber – und ein schwarzer Stein. Es sind Bogenschützen dabei und Heißluftballon-Einheiten und überhaupt sind viele technische Errungenschaften des Fernen Ostens im 15. Jahrhundert zu bestaunen, inklusive dem Schießpulver, von dem sich die zwei Söldner so viel versprechen.

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Fazit: „The Great Wall“ ist ein pittoreskes Abenteuerspektakel aus dem alten China, professionell abgeliefert von Altmeister Zhang Yimon. Neben der Story sind wichtige technische und kulturelle Errungenschaften Chinas in ihrer Urform zu bestaunen. Die giftgrünen Dinomonster in 3D sind herrlich anzusehen. Große Mauer, große Sprüche! Seit Donnerstag im Kino. (Katrin Wessel)