Dienstag, 24. Januar 2017, 21:50 Uhr

Fahri Yardim: "Leute in Masturbationskursen sind mir nicht fremd"

Fahri Yardim (36), der gut aussehende Bösewicht aus dem zweiten Teil von „Winnetou“, kommt mit einer neuen Serie ins Fernsehen. Ab dem 26. Januar läuft seine neue Serie „Jerks“ erst auf Maxdome und ab dem 21. Februar dann auch nach „Circus Halligalli“ auf ProSieben.

Fahri Yardim: "Ein Masturbationskurs ist mir nicht fremd"
Foto: maxdome/ProSieben/ André Kowalski

An der Seite von Christian Ulmen (41) spielt Fahri sich selbst. Zusammen erleben sie sehr seltsame Situationen, bei denen der Zuschauer nicht weiß, ob er jetzt weinen oder lachen soll. klatsch-tratsch.de erzählte er von seiner Bromance mit Christian Ulmen, dem schlimmsten Drehtag seines Lebens und dass er dieses Jahr Vater wird!

Erzähle bitte was zu deiner Rolle in „Jerks“.
Wir spielen uns selbst, wir spielen Fahri und Christian. Wir nutzen die dänische Serie „Klovn“ als Vorlage und weben unsere eigenen Geschichten mit ein. . Meine Rolle schöpft sich aus dem merkwürdigen Leben des Schauspielers Fahri Yardim., der wunderbar überfordert ist mit dem Leben. Genau wie’s andere Menschen auch sind. Es geht um das entsetzlich bekloppte Drama , dass man im Leben alles richtig machen will und genau deswegen daran scheitert.

Und seit wann läuft deine Bromance mit Christian Ulmen?
Wir kennen uns seit wir Kinder sind. Wir waren zusammen beim Judo und später beim Panda-Club vom WWF. Wale retten und so. Danach haben wir uns aus den Augen verloren und erst bei den Dreharbeiten von „Wer´s glaubt, wird seelig“ wieder richtig angenähert.

Fahri Yardim: "Ein Masturbationskurs ist mir nicht fremd"
Foto: maxdome/ProSieben/ André Kowalski

Die Serie soll ja auf wahren Begebenheiten aus euren Leben basieren. Welche der Szenen ist aus deinem Leben?
Es wäre falsch zu sagen, dass einzelne Szenen haargenau so stattgefunden haben. Es geht eher darum zu erzählen, dass unsere Leben teilweise in ähnlichen Milieus gespielt haben. Wir haben ähnliche Begegnungen gemacht. Es sind mehr Überhebungen von dem, was uns vertraut ist.

Zum Beispiel?
Menschen, die zu Masturbationskursen gehen, sind mir zum Beispiel nicht fremd. Ich hatte sehr intensive Phasen in allen möglichen Selbstfindungskursen. Ich fand es wahnsinnig spannend mich in Gruppenarbeiten, im experimentellen Zusammensein, in Indianercamps usw, näher als üblich an tiefere Schichten zu trauen. Und da sind solche Situation wie in „jerks.“ noch sehr milde. Da ist die Realität viel bunter und oft krasser. Mir ist es also nicht fremd, wenn Frauen ihrer Scheide einen Namen geben.

Fahri Yardim: "Ein Masturbationskurs ist mir nicht fremd"
Foto: maxdome/ProSieben/ André Kowalski

Welche Szene war die krasseste für dich bei „Jerks“?
Die Szene mit dem Neffen meiner Serien-Freundin, in der ich ihm sage, dass er die Finger von meiner Frau lassen soll. Das war mir schon sehr unangenehm mit einem 12-Jährigen bildhaft übers Wichsen zu sprechen. Der echte Vater des Jungen stand um die Ecke, der wusste zwar, um was es geht,trotzdem war es heftig. Ich musste einen erwachsenen Mann darstellen, der so erbärmlich ist, dass er auf einen kleinen Jungen eifersüchtig ist. Aber das ist nun mal genau das Prinzip der Serie, wir fordern uns und die Zuschauer stark heraus. Diese Überforderung ist angelegt.

War das der schlimmste Drehtag deines Lebens?
Ja, es gibt Drehtage, die sind körperlich anstrengend, weil sie 18 Stunden dauern. Aber seelisch war das der härteste. Christian und ich mussten viel drüber diskutieren und uns ständig hinterfragen, ob es gerade noch richtig ist, was wir abbilden.

2016 ist schon sehr gut für dich gelaufen. Was können die Fans 2017 von dir erwarten?
Ich freue mich tatsächlich wahnsinnig auf „jerks.“ Es ist eines der ganz wenigen, mutigen Projekte, die ich in Deutschland kenne. Es ist ein ganz außergewöhnliches Projekt, das in Deutschland so noch keinen Vergleich hat. Dann kommt im Frühjahr mein neuer Kinofilm „Jugend ohne Gott“, eine Horvath-Verfilmung. Es wird eine moderne Adaption mit tollen Schauspielern, wie Anna Maria Mühe und Jannis Niewöhner.

Gab es mal Momente in deiner Karriere, in denen du gezweifelt hast, dass du Kinder haben willst?
Nein, nie. Dafür bin ich nicht gemacht. Auch wenn die Branche zum Teil sehr familienfeindlich ist. Du hast lange Drehzeiten und bist ständig am Reisen. Das ist gerade für viele Frauen nur schwer vereinbar mit einem Kinderwunsch. Und ich habe viele kinderlose Filmemacher getroffen. Andererseits triffst du immer wieder auch Kollegen , die beides unter einen Hut bekommen.

Und was sind deine Pläne für 2017 unabhängig vom Film?
Ich werde Vater! Das wird mich wahrscheinlich am meisten beschäftigen. Ein großes Glück, ich bin voller Vorfreude! . . Und ich werde mir dafür Zeit nehmen und habe dafür viele Rollenangebote gerne abgelehnt . Jetzt ist Familienzeit.