Dienstag, 24. Januar 2017, 21:08 Uhr

Oscars 2017: #OscarSoWhite war gestern

Nach dem „OscarSoWhite“-Skandal letztes Jahr entschied sich die ehrenamtlich arbeitende Academy of Motion Picture Arts and Sciences einige drastische Änderungen vorzunehmen. Sie erweiterten die Jury um über 600 Mitglieder, die alle entweder Frauen sind oder bzw. einer ethnischen Minderheit angehören.

Oscars 2017: #OscarSoWhite war gestern
„Moonlight“. Foto: A24/DCM

Die Hoffnung ist es, damit nicht nur ein Zeichen zu setzen, sondern auch die Auswahl der Nominierungen vielfältiger zu machen. Dieser Ansatz – und wahrscheinlich auch die Angst vor einem erneuten „Skandal“ – hat gefruchtet. Die nominierten Schauspieler sind dieses Jahr sehr durchmischt. Niemand kann man mehr beklagen, das Schwarze so gut wie gar nicht mehr stattfinden – mal abgesehen von deren tatsächlichen preiswürdigen filmischen Leistungen.

Besonders deutlich zeigt sich das an den vielen Nominierungen für die Filme „Hidden Figures“ und „Moonlight“. Beides sind Filme, die sehr speziell Themen aus der afroamerikanischen Community behandeln. In „Hidden Figures“ geht es um die wahre Geschichte von drei schwarzen Frauen bei der NASA, die die brillanten Köpfe hinter dem Vorhaben waren, John Glenn is All zu schicken. Der Film ist für insgesamt drei Oscars nominiert, unter anderem als „Bester Film“ und Octavia Spencer (46) in ihrer Rolle als Dorothy Vaughn als „Beste weibliche Nebendarstellerin.“ In Deutschland kommt der Film am 2. Februar in die Kinos.

Der zweite wichtige Film ist „Moonlight“. Darin wird in drei Kapiteln die Geschichte eines jungen, homosexuellen, schwarzen Mannes in den USA erzählt. Das Drama kam am Anfang nur in vier ausgewählten Kinos in Los Angeles und New York. Trotzdem spielte „Moonlight“ am ersten Wochenende 400.000 Dollar ein. Nach diesem Erfolg und den hervorragenden Kritiken wurde der Film in den Folgewochen dann von immerhin 650 Kinos gezeigt. Was angesichts von über 5000 Kinos in den USA nun auch nicht so berauschend ist.

Die Thematik bleibt allgemein wichtig und gerade auch für die afroamerikanische Community. Lange Zeit waren gerade unter Schwarzen in den USA Vorurteile gegen Schwule sehr verbreitet. Das ändert sich allmählich und natürlich haben Filmemacher wie der „Moonlight“-Regisseur Barry Jenkins (38) da auch einen gewissen Einfluss drauf. Den Golden Globe hat er schon gewonnen, jetzt hat „Moonlight“ Chancen auf acht Oscars. Hierzulande läuft der Film erst nach der Oscar-Verleihung am 9. März an. (LK)