Dienstag, 24. Januar 2017, 19:57 Uhr

Warum Zwangspatientin Hanka Rackwitz keinen an der Klatsche hat

Hanka Rackwitz steht seit elf Tagen im Mittelpunkt der aktuellen Staffel von ‚Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!‘. Doch die mediale Beurteilung ihrer von Zwangsstörungen getriebenen Verhaltensweisen im RTL-Pritschenlager sind höchst unterschiedlich.

Warum Zwangspatientin Hanka Rackwitz keinen an der Klatsche hat
Foto: RTL

Die Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen (DGZ e.V.) veröffentlichte dazu auf ihrer Website eine bemerkenswerte Stellungnahme, die wir der geneigten Leserschaft keineswegs vorenthalten wollen. Darin heißt es u.a.: „Frau Rackwitz zeigt (…) zum einen Verhaltensweisen von Zwangspatienten, die vielen Außenstehenden bizarr und nicht nachvollziehbar erscheinen. In der öffentlichen Diskussion entstehen in der Folge teilweise unreflektierte Abwertungen und ein Anzweifeln der Zwangsstörung. Die an sich sehr sensible Thematik und bei vielen Betroffenen ein großes Leiden hervorrufende Erkrankung wird so zum Gegenstand genau der Abwertungen, die viele Betroffene fürchten. Gleichzeitig sehen sich viele Zwangspatienten durch die offensive und aufmerksamkeitsheischende Darstellung der Zwangserkrankung nicht repräsentiert und sorgen sich um das Entstehen weiterer Zerrbilder über die Zwangsstörung in der Öffentlichkeit.“

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Warum Zwangspatientin Hanka Rackwitz keinen an der Klatsche hat
Foto: RTL/Stefan Menne

Der Verein Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen (DGZ) setze sich seit Jahren für die Belange der Betroffenen ein und wolle „klarstellen, dass eine Zwangsstörung eine ernstzunehmende Erkrankung darstellt, bei der eine fachlich fundierte therapeutische Hilfe erforderlich ist.“ Experten seien sich einig darüber, dass die Verhaltenstherapie die Methode der 1. Wahl ist, um Zwänge in den Griff zu bekommen, heißt es in der Erklärung weiter.

„Sie bietet gute Chancen, dass die Betroffenen lernen, wieder einen von Zwängen weitgehend befreiten Alltag zu leben. Die Konfrontationsbehandlung stellt dabei ein zentrales Element der Therapie dar. Sie ist jedoch nicht mit den Ereignissen im Dschungelcamp zu vergleichen. Sie erfolgt im Rahmen einer fachlich fundierten Therapie nach einer gemeinsamen Erarbeitung der Therapieziele, auf der Grundlage einer freiwilligen Entscheidung des Patienten, sie erfolgt schrittweise und im Idealfall mit Unterstützung des Therapeuten.“

Warum Zwangspatientin Hanka Rackwitz keinen an der Klatsche hat
Foto: RTL

Abschließend heißt es: „In der Diskussion um Frau Rackwitz fällt immer wieder die Bezeichnung ‚Psychosen‘. Zwangserkrankungen sind jedoch nicht mit einer Psychose gleichzusetzen. Anders als bei einer Psychose wissen die Betroffenen in der Regel, dass ihre Befürchtungen und Verhaltensweisen übertrieben oder absurd sind. Dennoch ist die Anspannung so groß, dass sie die Zwangsrituale nicht oder nur sehr schwer unterdrücken können.“

Mal sehen wie sich Hanka heute Abend an Tag 12 im Dschungelcamp schlägt. Da wird ihr jedenfalls wieder genügend Sendezeit eingeräumt …

Alle Infos zu ‚Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!‘ im Special bei RTL.de.