Donnerstag, 02. Februar 2017, 20:00 Uhr

Beyonce: 24 Stunden Megahype - wie geht's nun weiter?

Die Aufregung war groß, als Beyoncé 2011 vor Millionenpublikum ihre erste Schwangerschaft bekannt gab. Jetzt zeigt sie sich wieder mit Babybauch und kündigt sogar doppeltes Mutterglück an. Bei den Grammys wird sie wohl auf alle Fälle im Mittelpunkt stehen.

Dabei dürfte der Zeitpunkt der Baby-News bewusst gewählt worden sein, damit es bei den hochkarätigen Preisverleihungen in zwei Wochen auch mal wieder um Musik geht und nicht um ihren Schwangerschaftszustand. Doch der Reihe nach. Nach all den düsteren Neuigkeiten, nach so vielen Todesnachrichten geliebter Schauspieler und Musiker. In einer Zeit, in der viele Amerikaner sich Sorgen um die Zukunft machen, sorgt Superstar Beyoncé für große Freude.

„Queen Bey“ ist schwanger – mit Zwillingen. Die völlig überraschende Nachricht der Sängerin und ihrem Mann Jay-Z ist für viele Amerikaner wie eine Flucht aus den Schreckensmeldungen. „Danke, dass du kommst, um uns vor uns selbst zu retten“, schreibt der britische „Guardian“ über Beyoncés Instagram-Foto vom Mittwoch, auf dem sie mit Schleier vor einem vollen Blumengesteck posiert. Ihre Hände halten den nackten, rundlichen Bauch. Madonnenhaft kniet sie da, und fast könnte man meinen, Mutter Natur persönlich ist zum Foto-Shooting gekommen. Im Nu katapultiert sich das Bild an die Spitze des Internets und hängt nun auch ein Bild von Schauspielerin Selena Gomez mit einer Cola-Flasche ab. Es ist mit zur Stunde 8,3 Mio Likes das meistgelikte Fotos aller Zeiten!

Ein von Beyoncé (@beyonce) gepostetes Foto am

Zwillinge also. Und viele rätseln, ob die denn auf natürlichem Wege gezeugt worden seien. Gerüchte um eine In-Vitro-Fertilisation machen die Runde und ‚Radar Online‘ lässt einen angeblichen „Insider“ kommentieren: „Beyoncé und Jay Z haben einen weiblichen und männlichen Embryo ausgewählt.“

Wie dem auch sei: Zusammen mit dem fünf Jahre alten Töchterchen Blue Ivy wird das Vermächtnis des Super-Paars aus Beyoncé und Jay-Z nun gleich doppelt und dreifach gesichert. „Wir sind unglaublich dankbar, dass unsere Familie um zwei anwachsen wird“, schreiben die beiden zu dem Foto. Vor der Geburt ihrer Tochter Blue Ivy hatte die Sängerin bereits eine Fehlgeburt – und beschrieb diese später als traurigstes Ereignis ihres Lebens. Wann nun die Babys zur Welt kommen sollen, verraten die Musiker nicht, doch die Karriere des 35-jährigen „Formation“-Stars dürfte ab Mitte oder Ende dieses Jahres erst einmal in den Hintergrund treten.

Was nicht heißt, dass die aus Texas stammende Popkönigin nicht weiter ganz oben mitspielt. Ihr Album „Lemonade“, das viel Aufsehen erregt hatte, ist noch nicht einmal ein Jahr alt und bei den Grammys gleich neunmal nominiert. Bei der Verleihung in anderthalb Wochen in Los Angeles steht die 20-fache Grammy-Gewinnerin nun doppelt im Mittelpunkt. Mit geschicktem Timing gibt sie dem Wirbel um den bereits sichtbaren Babybauch, der früher oder später wohl ohnehin ans Licht gekommen wäre, aber auch eine gute Woche Zeit. So kann die Musik bei der wichtigsten Gala der Branche vielleicht doch im Mittelpunkt stehen. Trotzdem werden wohl alle Blicke auf sie gerichtet sein.

Es stünde ihr aber wohl kaum gut zu Gesicht, ihre Schwangerschaft erneut zum Thema einer Live-Show vor Millionenpublikum zu machen und anderen Preisträgern damit die Show zu stehlen. So einen Coup hatte sich Beyoncé 2011 geleistet, als sie sich bei der Vergabe der MTV-Videopreise plötzlich ihren Glitterblazer aufknöpfte, sich strahlend den runden Bauch rieb und vielsagend in die Kamera zwinkerte.

Bis auf ihre zwei noch geplanten Auftritte beim Coachella-Festival Mitte April in Kalifornien, die sie möglicherweise absagen wird, ist das Timing der Schwangerschaft perfekt. Erst im Oktober hat Beyoncé ihre „Formation“-Welttournee beendet. Mehr als eine Viertelmilliarden Dollar (231 Millionen Euro) brachten die Ticketverkäufe ein und es ist unwahrscheinlich, dass eine weitere Tour in nächster Zeit geplant ist.

Fans scherzen bereits, wie die Zwillinge heißen könnten. Vielleicht Red und Yellow, um mit Blue später eine Musik-Gruppe mit dem Namen „Primary Colors“ (Primärfarben) zu bilden? Oder doch „20 Wins“ und „62 Nominations“ mit Blick auf Beyoncés Gewinne und Nominierungen bei den Grammys? Oder White and Red für die Farben der US-Nationalflagge? (Johannes Schmitt-Tegge/dpa, Paul Verhoben/k-t)