Samstag, 04. Februar 2017, 0:31 Uhr

Nach Protesten: Hochkarätige Rap-Nacht in Rüsselsheim abgesagt

Nach der Absage einer geplanten Rap-Nacht mit Kollegah und anderen prominenten Musikern steht für die Stadt Rüsselsheim jetzt Schadensbegrenzung an.

Nach Protesten: Hochkarätige Rap-Nacht in Rüsselsheim abgesagt
Foto: Starpress/WENN.com

Nach der Absage einer Rap-Nacht in Rüsselsheim hat Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) den Rapper Kollegah zu einem Gespräch eingeladen. Der Musiker habe die Einladung angenommen, schrieb Burghardt auf Twitter. Kollegah selbst war am Freitag für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. In der ZDF-Sendung „Neo Magazin Royale“ sagte Kollegah am Donnerstagabend, er fühle sich sabotiert.

Die Stadtverordnetenversammlung von Rüsselsheim hatte nach Protesten am Donnerstagabend beschlossen, die Rap-Nacht zu kippen. Für die Absage hatten 18 Abgeordnete votiert, 17 dagegen, 6 enthielten sich.

Bei dem Konzert im Juni auf dem „Hessentag“ hätten neben Kollegah auch die Rapper Azad, Farid Bang, Eko Fresh sowie Lumaraa und Der Asiate auftreten sollen. Der Zentralrat der Juden in Deutschland und andere jüdische Organisationen hatten in einem „Offenen Brief“ die Stadt aufgefordert, keine Bühne für „Hass, Antisemitismus, Rassismus, Homophobie und Frauenfeindlichkeit“ zu geben. Erwähnt wurden Texte des Rappers Kollegah.

Der Sänger hat die Vorwürfe als haltlos und aus der Luft gegriffen zurückgewiesen. „Die Tatsache, dass in meinen bislang 13 Jahren Musikkarriere nie der Vorwurf des Antisemitismus auch nur im Raum stand und dies erstmalig ausgerechnet jetzt, kurz nach meiner Wohltätigkeitsreise in Palästina geschieht, mutet sonderbar an, jedoch will ich hier keinen Zusammenhang unterstellen“, schrieb Kollegah.

Die Stadt Rüsselsheim will nun mit den angefragten Künstlern über mögliche Konsequenzen der Absage verhandeln. Auf beiden Seiten gebe es Klärungsbedarf wegen des finanziellen Schadens, sagte ein Sprecher. Es werde auch versucht, eine Ersatzveranstaltung anzubieten. Inhaber von Tickets für die abgesagte Rap-Nacht könnten ihre Karten ab sofort zurückgeben. (dpa/KT)