Montag, 06. Februar 2017, 22:27 Uhr

Filmkritik "The Lego Batman Movie": Turbulenter Kinospaß

Auch Superhelden haben es nicht immer einfach, besonders wenn die Verbrecher plötzlich beschließen, ihr Handwerk aufzugeben. Im neuesten Lego-Kinoabenteuer bekommt es Bauklötzchen-Batman mit seinem eigentlich größten Feind zu tun: sich selbst.

Filmkritik "The Lego Batman Movie": Turbulenter Kinospaß
Courtesy of Warner Bros. Pictures

Da staunt Batman buchstäblich Bauklötze: Sein ewiger Widersacher „Der Joker“ stellt sich freiwillig der Polizei. Gotham City ist plötzlich der sicherste Ort der Welt. In „The Lego Batman Movie“ ist das nicht das Ende, sondern erst der Anfang des turbulenten 3D-Animationsspaßes. Parallel zur Internationalen Spielwarenmesse wurde der neue Lego-Film in Nürnberg einem ausgewählten Publikum noch vor dem bundesweiten Kinostart am 9. Februar gezeigt.

Schon nach wenigen Minuten kommt es in dem rasant geschnittenen Streifen zum ersten großen Showdown: „Der Joker“ hat einen bösen Plan ausgeheckt, um Gotham endgültig dem Untergang zu weihen. Er hat sich freiwillige verhaften lassen, um die im Weltraumgefängnis inhaftierten größten Bösewichte des Universums freizulassen. King Kong, Medusa und der finstere Lord Voldemort aus Harry Potter nehmen es als kleine Lego-Männchen nebst unzähliger weiterer Lego-Charaktere mit dem ebenfalls auf wenige Zentimeter geschrumpften Batman auf.

Schnell wird aber klar, dass Batmans größter Feind letztlich gar nicht die Bösewichte sind, sondern er selbst. Der unter seiner Fledermausmaske zutiefst einsame Batman muss zu sich selbst finden und die Hilfe von Freunden annehmen. Nur so kann er verhindern, dass die Monster das auf Legoplatten stehende Bauklötzchen-Gotham auseinanderreißen.

Die Batman-Figur war bereits im ersten Lego-Movie zu sehen, der 2014 in die Kinos kam. In dem Film riskierte Batman eine ziemlich dicke Lippe und ernannte sich kurzerhand selbst zur Hauptfigur. Das sei beim Publikum so gut angekommen, dass der einsame Rächer aus Gotham nun die Hauptrolle in einem eigenen Lego-Leinwandabenteuer übernehmen dürfe, erläutert eine Sprecherin des dänischen Spielzeugherstellers.

Filmkritik "The Lego Batman Movie": Turbulenter Kinospaß
Courtesy of Warner Bros. Pictures

Bei Lego ließ der erste Film durch den Verkauf passender Spielsets ordentlich die Kassen klingeln. Für die Animationsschmiede des Hollywood-Studios Warner Brothers war es 2014 die erste große Produktion nach elfjähriger Pause. Mehr als 460 Millionen Dollar spielte „The Lego Movie“ weltweit ein. An diesen Erfolg wollen die beiden Unternehmen anknüpfen: Die Batman-Figuren samt Spielewelten stehen bereits im Fachhandel in den Regalen. Keine Frage: Der Film ist auch knapp 120 Minuten beste Werbung für den Spielzeugriesen.

„The Lego Batman Movie“ ist aber keineswegs nur ein Film für Kinder. Die Gags funktionieren in allen Altersklassen. „Alle wichtigen Filme beginnen Schwarz“, sagt der Superheld zu Beginn, als die Kino-Leinwand noch dunkel ist, um sich danach über das Warner-Logo lustig zu machen. Damit Heavy-Metal-Fan Batman wütend wird und in Kampfeslaune kommt, braucht er die richtige Musik: Charthits. Das Passwort seines Bat-Computers lautet „Ironman nervt“ – weil Batman andere Superhelden nicht ausstehen kann.

Filmkritik "The Lego Batman Movie": Turbulenter Kinospaß
Courtesy of Warner Bros. Pictures

Kein Wunder: Die Superhelden-Konkurrenz ist in diesem Jahr groß. Die Verfilmungen von Spider-Man, Wolverine und Wonder Woman kommen zur Freude der Comicfans bald in die Kinos. Und im Herbst folgt mit „The Lego Ninjago Movie“ bereits der nächste Lego-Film.

Der Bauklötzchen-Batman hat trotzdem gute Chancen, ganz oben in den Kinohitlisten mitzumischen. Denn wer hätte das gedacht: Sogar Lego-Männchen können große Gefühle transportieren. Beim sentimentalen Batman-Finale kullern nicht nur aus den Augen der kleinen Plastikfiguren animierte Tränen, auch im Kinosaal fangen bei der Super-Hero-Preview in Nürnberg einige Erwachsene das Schniefen an. Bevor der Abspann kommt, bleibt die Leinwand für ein paar Sekunden Weiß. „Alle wichtigen Filme hören immer weiß auf“, sagt Batman aus dem Off. (Roland Beck, dpa)

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Courtesy of Warner Bros. Pictures