Samstag, 11. Februar 2017, 14:19 Uhr

Die bösartigste, aber ehrlichste Traueranzeige des Jahres

Diese Traueranzeige aus Texas ist gerade eine Art „viraler Hit“. Denn die Familie des verstorbenen Familienvaters und Opas ist so ganz und gar nicht unglücklich, dass dieser im Alter von 74 Jahren von ihnen schied. Sie meinen, sein Tod sei der „Beweis“ dafür, dass das Böse durchaus sterben kann.

Die bösartigste, aber ehrlichste Traueranzeige des Jahres
Beispielfoto: Fotolia/C.Schwier

So fing es an: Am 30. Januar starb der Texaner Leslie Ray „Popeye“ C. nach einem monatelangen Kampf gegen den Krebs. Doch statt zu trauern, feierten die Hinterbliebenen sein Ableben. Der alte Herr scheint kein guter Mensch gewesen zu sein. In der Traueranzeige zum Gedenken des Mannes, die zunächst online veröffentlicht wurde, steht, er habe es eigentlich gar nicht verdient, so lange auf Erden zu sein: „Er lebte 29 Jahre länger als erwartet und deutlich länger als verdient.“ Doch es kommt noch brutaler.

„Leslie Ray C. hinterlässt zwei erleichterte Kinder (…), sechs Enkel und unzählige weitere Opfer inklusive seiner Ex-Frau, Verwandte, Freunden, Nachbarn, Ärzte, Krankenschwestern und wildfremden Leuten“, heißt es da. Zu allen diesen Personen war Leslie wohl ein „horses ass“, also ein Pferdearsch. Und weiter: „Schon in jungen Jahren entwickelte er sich zu einem Musterbeispiel schlechter Elternschaft, kombiniert mit Problemen der geistigen Gesundheit und einer absoluten Hingabe zum Saufen, Drogen, Herumhuren und genereller Ausfälligkeit.“ Die unbekannte Frau, die den Nachruf verfasste, teilte ferner mit, dass der Verstorbene die Familie seelisch und körperlich misshandelt habe und auch immer wieder deren Haustiere absichtlich tötete.

Seine Kinder sind auf jeden Fall froh, ihn los zu sein, zitierten u.a. die ‚New York Post‘ und ‚Fox12now‘ aus der Anzeige. „Sein Leben hatte keinen weiteren erkennbaren Zweck, er trug nicht zur Gesellschaft oder Gemeinschaft bei und besaß keine positiven Eigenschaften, außer einem scharfen Sinn für Sarkasmus, der durchaus unterhaltsam war – wenn er mal nüchtern gewsen ist.“ Der arme Leslie werde jedenfalls gar nicht vermisst, allenfalls für das, „was er niemals war: ein liebender Ehemann und Vater und ein guter Freund.“

Den Leichnam ihres Vaters wollen die Hinterbliebenen jedenfalls vorerst nicht begraben lassen, sondern seine Asche solle als Streubelag für den Stall, des auch noch nach ihm benannten Esels, verwendet werden. Seinen Tod sähen sie lediglich als Beweis dafür, “dass das Böse tatsächlich sterben kann, und ist hoffentlich der Beginn einer Zeit der Heilung und der Sicherheit für alle.“

Das namentlich nicht genannte weibliche Familienmitglied, dass die Anzeige verfasste, erklärte nach der Aufregung um das Inserat gegenüber ‚Eyewitness News’: „Ich habe den Nachruf meines Vaters geschrieben. Ich liebte ihn, weil er mein Vater war, aber sein Ableben wäre nicht weniger schwierig gewesen, wenn er ein guter Vater gewesen wäre. Und ich glaube, er hätte die Ehrlichkeit geschätzt. Dieser Nachruf sollte dazu beitragen, dass man auch nach dem Ende über häusliche Gewalt reden sollte“

Sie danke denen, „die aufrichtiges Beileid, Verständnis und Gebete für unsere Familie übermittelt haben“, erklärte die Frau weiter. „Ich freue mich für diejenigen, die das einfach nicht verstehen. Das bedeutet, dass sie gute Eltern haben – bitte schätzen Sie das, was Sie haben.“

Die Anzeige ist inzwischen nicht mehr auf der Trauer-Homepage „carnesfuneralhome.com“ (die unter dem Ansturm Neugieriger zeitweise zusammenbrach) abrufbar, dafür überall im Netz zu finden. (LK)