Dienstag, 14. Februar 2017, 8:56 Uhr

Endlich wieder nackte Haut im "Playboy"

Der US-‚Playboy‘ wird nach der Selbstverbannung wieder Nacktbilder verwenden. Über ein Jahr ist die Ankündigung her, dass das Kulturmagazin keine Bilder von nackten Frauen mehr abdrucken würde. Die Chefetage hat nun zugegeben, dass das wohl ein Fehler war.

Endlich wieder nackte Haut im "Playboy"
Das deutsch-amerikanische Playboy-Model Erika Jordan. Foto: WENN.com

Connor Hefner, der im vergangenen Oktober den Posten des Kreativ-Oberhaupts übernahm, twitterte: „Ich gebe gern als Erstes zu, dass die Art und Weise, wie wir im Magazin Nacktheit gezeigt haben, veraltet war. Aber sie komplett zu entfernen war ein Fehler. Nacktheit war nie das Problem, weil Nacktheit an sich kein Problem ist. Heute holen wir uns unsere Identität zurück und stehen dafür ein, wer wir sind.“ Der 25-Jährige gibt preis, dass es in der März/April-Ausgabe diesen Jahren zum ersten Mal wieder Nacktaufnahmen im Magazin geben wird. Die Ausgabe erscheint unter dem Titel ‚Nacktheit ist normal‘.

Im Oktober 2015 hatte ‚Playboy‘-CEO Scott Flanders verkündet, dass das Magazin nach 62 Jahren damit aufhören wird, Nacktbilder zu verwenden. Die Entscheidung begründete er damals mit der steigenden Popularität von Online-Pornografie. Der ‚New York Times‘ sagte er: „Die Schlacht wurde gekämpft und gewonnen. Heutzutage ist man nur einen Mausklick von jedem erdenklichen kostenlosen Sex-Clip entfernt. An diesem Punkt ist es für uns vorbei.“ Firmenchef Hugh Hefner stimmte dem zu. Im August 2015 gab es einen Relaunch der Website, der dafür sorgte, dass man ‚Playboy‘ auch auf der Arbeit lesen konnte. Das Ergebnis waren jüngere Leser und eine Zunahme des Web-Traffic.

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Der ehemalige Redaktionsleiter des Magazins, Cory Jones, verkündetet, der neue Auftritt der Marke wäre zugänglicher und intimer. Er gab aber auch zu, dass sein 12-jähriges Ich von ihm gerade sehr enttäuscht wäre. Playboy wurde das erste Mal im Jahr 1953 mit Marilyn Monroe auf dem Cover veröffentlicht.

Florian Boitin, Chefredakteur des deutschen ‚Playboy‘, erklärte: „Endlich wieder nackt! Vor einem Jahr sorgte der US-Playboy mit seiner Entscheidung, auf Nacktbilder zu verzichten, für Aufsehen. Der deutsche Playboy folgte diesem Beispiel nicht, er blieb sich treu und das hieß: nackt. „Es wäre für uns nie in Frage gekommen, Playboy um seinen Markenkern zu bringen. Playboy ist und bleibt nackt. Wir haben die Art der erotischen Inszenierung zeitgemäß weiterentwickelt und dem veränderten Männerbild angepasst, ebenso den Claim: Aus ‚Alles was Männern Spaß macht‘, wurde ‚Alles was Männer lieben‘. Und wir sind überzeugt: Dazu gehört insbesondere die hochwertige Darstellung nackter Tatsachen. Enthüllungsjournalismus also von seiner schönsten Seite“.