Dienstag, 14. Februar 2017, 20:05 Uhr

"The Party" ist ein lustig-bitterböses Politikdrama

‚The Party‘ zeigt, wie man in Zeiten der politischen Unsicherheiten das Lachen nicht verlernt. Die britische Regisseurin Sally Potter stellte gerade auf der ‚Berlinale‘ ihren neuen Film vor, der größtenteils in einem Wohnzimmer spielt und eine Dinner-Party in einen bösen und lustigen Albtraum verwandelt.

"The Party" ist ein lustig-bitterböses Politikdrama
Foto: Adventure Pictures Limited 2017

Ein hochpolitisches, zynisches Werk ganz in Schwarz-Weiß gedreht, das auch gern ein Theaterstück sein könnte. Kristin Scott Thomas spielt darin Janet, die sich zur Gesundheitsministerin hoch gekämpft hat und eine Dinner-Party plant. Ihr Mann Bill, verkörpert von Timothy Spall, droht das Ganze zu sabotieren. Unter den Augen ihrer zynischen Freundin April (Patricia Clarkson) und ihres esoterischen Mannes Gottfried (Bruno Ganz) sowie eines lesbischen Ehepaares und eines weiteren Freundes, einem koksenden Banker, steuert die Feier auf einen Abgrund zu. Potter selbst erklärte gegenüber den internationalen Medien, wie ihr die messerscharfen Dialoge gelingen: „Ich höre Menschen sehr genau dabei zu, was sie sagen. Und vor allem das, was sie nicht sagen. Es geht viel darum, was Menschen wünschten zu denken oder zu sagen.“

"The Party" ist ein lustig-bitterböses Politikdrama
Foto: Adventure Pictures Limited 2017

Die Entscheidung, den Film in Schwarz-Weiß zu drehen, habe sie sehr früh getroffen: „Ich denke, dass Schwarz-Weiß so viel Platz für emotionale Farben hat, weil wir nicht gestört werden von Realismus.“ Bruno Ganz erklärte über seine Entscheidung, die Rolle anzunehmen: „Ich habe das Skript gelesen und mochte es sehr gern und dachte, es wäre ein toller Zeitpunkt, eine Komödie zu machen.“ Die Lage im Film scheint aussichtslos, die Politik am Ende, die Moral zweitrangig – aber Sally Potter sorgt dafür, dass das Lachen nicht untergeht.