Mittwoch, 15. Februar 2017, 22:19 Uhr

Bela B: "Wir liefern nur den Soundtrack"

Bela B engagiert sich mit seiner Band seit Jahren gegen Dummheit und Hetze. Der Ärzte-Sänger sieht sich trotzdem nicht als Säulenheiliger.

Bela B: "Wir liefern nur den Soundtrack"
Bela B 2016 in Jamel auf dem Open-Air-Musikfestival „Jamel rockt den Förster“ – Rock gegen Rechts. Foto: Axel Heimken

Der 54-Jährige Berliner Musiker sieht sich nicht als Vorkämpfer gegen rechts – er mache nur die passende Musik dazu. „Ich tue mich schwer, uns da als Heilige oder Kämpfer zu klassifizieren. Wir liefern nur den Soundtrack“, sagte er im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Die Ärzte schufen in den 1990er Jahren mit „Schrei nach Liebe“ den Anti-Neonazi-Song schlechthin. Vor zwei Jahren schaffte das Lied es nach einem „Aktion Arschloch“ genannten Aufruf noch einmal an die Spitze der Charts.

„Ich finde es nur wirklich erschütternd, wie laut diese Hetzstimmen werden und welch hohe Akzeptanz es bei der Bevölkerung zum Teil für die rechten Schreihälse gibt“, sagte Bela B, der auf seinem an diesem Freitag (17. Februar) erscheinenden Album „Bastard“ (Bela B feat. Peta Devlin & Smokestack Lightnin‘) mit dem Lied „zuhaus“ über die Situation von Flüchtlingen singt. „Aber das wird auch wieder weggehen. Leute, die nett und emphatisch sind, von denen gibt es viel mehr.“ (dpa/KT)