Donnerstag, 16. Februar 2017, 17:49 Uhr

Angelina Jolie und Jared Leto: Wie dämlich eine Affäre herbeigeschrieben wird

Gerade machen in den US-Medien wilde Gerüchte über eine angebliche Affäre zwischen den Hollywoodstars Angelina Jolie (41) und Jared Leto (45) die Runde. Wie viel Glaube ist dem zu schenken?

Angelina Jolie und Jared Leto: Wie dämlich eine Affäre herbeigeschrieben wird
Foto: WENN.com

Dafür sollte zunächst die Quelle des Ganzen in Augenschein genommen werden. Die kuriose Story stammt von dem nicht gerade für Seriosität bekannten Boulevard-Online-Magazin ‚Hollywood Life’, die dafür bekannt sind, regelmäßig unwahre Gerüchte in die Welt zu setzen. Diese haben ihre Story wiederum von dem noch fragwürdigeren Revolverblatt ‚Star’-Magazin übernommen. ‚Hollywood Life’ macht dann auch gleich mit dem Zitat eines „Insiders“ auf: „Warum Brad Pitt nicht schockiert wäre, wenn zwischen Jolie und Leto etwas laufen würde.“ Das sollte man dann auch noch einmal genauer lesen: Hier heißt es nämlich ganz klar „laufen WÜRDE.“

Dass die beiden wirklich miteinander anbandeln, ist hieraus nämlich gar nicht zu entnehmen. Anstelle von Jatrd Leto könnte man also auch beliebige andere Namen einsetzen. Wie so oft bei Geschichten, in denen es keine wirklichen Fakten gibt, wird weiter mit dem allseits bekannten und beliebten „Clickbaiting“ gearbeitet. Die widerwärtige Rezeptur: Schmeiße verschiedene Promi-Namen in einen Topf (bzw. in einen Artikel), egal ob Fake-News oder nicht – und die die dummen User  klicken es an…

Angelina Jolie und Jared Leto: Wie dämlich eine Affäre herbeigeschrieben wird
Foto: RV/WENN.com

Und so liest sich das bei ‚Hollywood Life’: Zunächst lässt einer dieser ominösen „Insider“ (Ist es nicht doch der Redakteur selbst, der das verzapft?) verlauten: „Es würde Brad [Pitt] überhaupt nicht schockieren, wenn [Jared Leto und Angelina Jolie] ein Paar WÄREN.“ (man beachte wiederum die Wortwahl). Denn: „Er wusste immer schon, dass Angelina für Jared schwärmte.“ Aha. Dann muss natürlich auf die Original-Story des ‚Star’-Magazin Bezug genommen werden. Die wissen nämlich noch ein paar weitere „schockierende“ Details zur angeblichen Affäre zu berichten. Alles ohne irgendwelche belegte Fakten! Ein weiterer Alleswisser erzählt jedem, der es wissen will: „Da loderte schon immer ein Feuer zwischen ihnen. Jetzt in diesen für Angie harten Zeiten, scheint es, dass Jared ihr geholfen hat, damit zurechtzukommen […].“ „SCHEINT“ es! Und es geht noch weiter mit diesem Mist.

Der „Insider“ darf nämlich noch seine Kommentar absondern, um das Paar möglichst „kompatibel“ zu machen. Die lautet: „Sie sind beide verrückte, unkonventionelle Geister – und zwar so sehr, dass ich denke, Jared könnte der perfekte Typ für Angie sein, wenn sie jemals für eine neue Liebe in ihrem Leben bereit ist.“ „KÖNNTE“!

So deutlich wie hier mit Konjunktiven gearbeitet wird, müsste es eigentlich jedem ins Auge springen, dass hier nur inhaltslose Gerüchte verbreitet werden. Aber halt. Ein dritter „Insider“ wird auch noch aufgefahren (man kann nie genug davon haben, um Authenzität vorzugaukeln. Und derjenige ergänzt noch: „Jared hat zu Angie Kontakt aufgenommen, nachdem sie die Scheidung im September einreichte. Es wird erzählt, dass sie mehrfach telefoniert hätten, bevor sie sich zu einem Abendessen in Los Angeles trafen und seitdem haben sie sich gesehen, wann immer sie es können.“ Der Alleswisser weiß es also selbst nicht aus erster Hand und erklärt: „es wird erzählt“?! Das Ganze deutet demnach mit großer Wahrscheinlichkeit auf eine mal wieder „erfundene Geschichte“ hin, für die die bereits phantasievoll zusammen gebastelte Story vom ‚Star’-Magazin die Grundlage bot. Hier scheint also mehr als nur eine riesige Portion Skepsis angebracht. Soviel zu unserem kleinen Exkurs in die Verkommenheit des Boulevard-Journalismus. (CS)