Donnerstag, 16. Februar 2017, 21:13 Uhr

Neuer Tatort: Ulrike Folkerts durfte nicht wissen, wer der Mörder ist

Sie ist die dienstälteste „Tatort“-Kommissarin: Ulrike Folkerts hat wirklich sehr viel Erfahrung und ärgert sich über Klischees.

Neuer Tatort: Ulrike Folkerts durfte nicht wissen, wer der Mörder ist
„Babbeldasch“ läuft am 26.02.17 im Ersten. In Realität ist Kopper (Andreas Hoppe) im Italienurlaub, aber in Lenas (Ulrike Folkerts) Träumen ist er als Gesprächspartner präsent. Foto: SWR/Martin Furch,

Die Schauspielerin wünscht sich mehr Spannung in deutschen Krimis. Die 55-Jährige spielt die „Tatort“-Kommissarin Lena Odenthal, die seit 1989 im Amt ist und bald ihren 65. Fall zu lösen hat. „Ich liebe gute, spannende Krimis, aber die gibt es viel zu selten beim „Tatort“. Zumindest in der Form, dass man regelrecht in die Spannung reingezogen wird, Angst um eine Person bekommt und am Ende eine überraschende Wendung stattfindet, mit der niemand gerechnet hat“, sagte die Schauspielerin im Interview mit der Zeitschrift „Hörzu“.

Neuer Tatort: Ulrike Folkerts durfte nicht wissen, wer der Mörder ist
Lena (Ulrike Folkerts, rechts) will ihre Tarnung noch nicht aufgeben und versteckt sich deshalb, als Johanna Stern (Lisa Bitter) den Bäcker Luigi Steccino (Vito Schito) verhört. Foto: SWR/Martin Furch

Es öde sie an, brave Polizeiarbeit zu dokumentieren, „besonders wenn der Zuschauer mehr weiß als der Kommissar und der erst nach dem sechsten Verdächtigen eine siebte Person als Mörder überführt. Noch schlimmer ist, wenn der Mörder zuvor 50 Minuten im Off war und dann aus dem Hut hervorgezaubert wird.“ Aufgeben möchte Folkerts ihre „Tatort“-Rolle aber auf keinen Fall. „Ich wünsche mir natürlich – für Lena und für mich -, alt zu werden und ein bisschen verrückt zu bleiben. Und dann einen guten Abgang zu machen“, sagte Folkerts. „Es wäre schön, wenn sie sich am Ende ihrer Tage noch mal verliebt und in die Sonne reitet.“

Lena Odenthals nächster Fall „Babbeldasch“ ist als Experiment angelegt: „Statt einem klassischen Drehbuch gab es diesmal nur eine Vorform mit Bildern, und wir haben alles chronologisch sowie ohne vorgegebene Dialoge gedreht“, sagte Folkerts. „Außerdem wusste ich nicht, wer der Mörder ist.“ Das Erste zeigt den Film am 26. Februar.